Das Sportwettengeschäft florierte auch vorher bereits in Deutschland, allerdings waren es bisher vorrangig ausländische Anbieter, die mit dem Geschäft Erfolg hatten. Nachdem nun die Konzessionsvergabe erfolgte hoffen auch inländische Anbieter, wie der Spielautomatenhersteller Gauselmann, einen Teil des Kuchens abhaben zu können.

Die Sportwettenkonzession wird an das gauselmannsche Tochterunternehmen Cashpoint ausgegeben. Die Entscheidung, welche Unternehmen eine Lizenz erhalten, wurde am 2. September bekannt gegeben. Cashpoint ist das zur Gauselmann-Gruppe zugehörige Sportwettenunternehmen, welches in österreich bereits sehr erfolgreich ist. Dieser Erfolg soll sich nun nach Angaben Gauselmanns auch auf den heimischen Markt ausbreiten, denn mit den Konzessionen ist es den ausgewählten Anbietern gestattet, in Deutschland legal Sportwetten anzubieten.

Im Zuge der Lizenzvergabe feiert der Spielautomatenhersteller Gauselmann einen zusätzlichen Erfolg, denn bei der Auswahl für die Konzessionsvergabe wurde Cashpoint als das mit Abstand beste Unternehmen hervorgehoben, sogar noch vor dem staatlichen Sportwettenanbieter Oddset, der auf Platz zwei bewertet wurde.

Gauselmann als größter Kritiker

Durch die langjährigen Streits zwischen Gauselmann und Bund und Ländern war ein solches Ergebnis für die Gauselmann Gruppe nicht zu erwarten, denn mit der Entscheidung wurde dem größten Kritiker eine Konzession für das Sportwettengeschäft zugesprochen. Der Vorwurf Gauselmanns lautete in den vergangenen Jahren vor allem, dass Bund und Länder sehr um das Wohlergehen von Casinos und Lotterien bedacht seien, mit ihrer Glücksspielpolitik jedoch gewaltsam gegen die Konkurrenz vorzugehen versuchten. Trotz der starken Vorwürfe hat Gauselmann mit seinem Sportwettenunternehmen von Seiten des hessischen Innenministeriums nun die Bestnote erhalten und kann in Zukunft beim inländischen, legalen Sportwettengeschäft mitmischen.

Auch wenn dies eigentlich eine sehr positive Nachricht ist, so gibt es wie in vielen Fällen auch hier einen bitteren Beigeschmack. Die Unternehmen, die im Zuge der Konzessionsvergabe nicht berücksichtigt wurden, planen gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.

Für die glücklichen Lizenznehmer bedeutet dies, dass diese sich auf eine längere Wartezeit einstellen müssen, denn das lizensierte Sportwettenangebot wird erst dann legal am Markt präsentiert werden dürfen, wenn der Prozess vollkommen abgeschlossen ist. Die Lizenznehmer rechnen bereits mit einer längeren Wartezeit, bis hier endlich endgültige Entscheidungen getroffen werden.