So kam es, dass im Jahr 2011 ein verschärftes Spielhallengesetz verabschiedet wurde, welches die Spieler vom Glücksspiel abbringen sollte. In den Casinos ist die verschärfte Gesetzgebung spürbar, denn hier sind die Zahlen seit der Gesetzesverabschiedung leicht rückläufig. Währenddessen stieg jedoch die Vergnügungssteuer innerhalb von zwei Jahren um fast 11 Millionen Euro an.

Suchtpräventionsstellen sehen vor allem bei jungen Menschen die Gefahr der Spielsucht und so wurde die Präventionsmaßnahme "Game Over" ins Leben gerufen, mit der gerade junge Menschen informiert und gewarnt werden sollen und die den Spielern vermitteln soll, dass letztendlich immer der Spielautomat der Gewinner ist. In Berlin Mitte und Spandau wurde das Präventionsprojekt "Game Over" nun gestartet.

Studien ergaben in der Vergangenheit, dass immer mehr junge Leute spielsuchtgefährdet sind. Vor allem Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen und oftmals junge Männer mit Migrationshintergrund verfallen vermehrt der Spielsucht.

Suchtpräventionsstellen erhoffen sich nun, durch das Pilotprojekt "Game Over" eben die gefährdeten Personen auf die Gefahren aufmerksam machen zu können und diese dadurch vor der Spielsucht zu schützen. In Berlin Mitte gibt es derzeit die meisten Spielhallen in Berlin. In Spandau gibt es zwar weniger Spielhallen, jedoch herrscht hier vermehrt Armut vor.

Prävention als Schutz für Jugendliche

Mit dem Pilotprojekt "Game Over" wurden in Spandau und Mitte bereits Schulen, Oberstufenzentren und Bildungsträger angeschrieben, um diese über das Angebot der Suchtpräventions-Fachstellen zu informieren. Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Hier werden zwei bis drei Unterrichtsstunden angeboten, in denen Experten über die Risiken des Glücksspiels berichten.

Zu der Risikogruppe gehören vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund, die in Armut aufwachsen oder von Armut bedroht sind und in prekären, sozialen Verhältnissen leben. Oftmals sind dies die Spieler, die sich erhoffen mit dem Glücksspiel das große Geld zu machen, um die eigene Familie aus der schwierigen Situation zu befreien.

Viele junge Spieler denken, dass sie durch Fachwissen im Bereich Fußball beispielsweise mit Sportwetten sehr viel Geld machen können, doch die Suchtpräventions-Mitarbeiter möchten nun mit dem Projekt "Game Over" mit solchen teilweise fatalen Trugschlüssen aufräumen und fundierte Informationen und Fachwissen an Jugendliche weitergeben, um diese auf diese Art und Weise vor der möglichen Spielsucht zu schützen.