Der Kehler Spielcasino-Betreiber musste sich nun vor dem Offenburger Schöffengericht verantworten. Dieses verteilte den Betrüger zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe. Der Casinobetreiber ergaunerte sich mit seinem Trick insgesamt eine Summe in Höhe von 930.000 Euro, bei denen vor Gericht von Steuerhinterziehung die Rede war. Neben dem Betrug führte der Betreiber die Vergnügungssteuer im Gesamtwert von etwa 180.000 Euro nicht an die Stadt Kehl ab.

Jahrelang konnte der Spielcasino-Betreiber Geld aus den Spielautomaten abzweigen. Hierzu nutzte der Betrüger einen Adapter, sodass Centbeträge, die nicht weiter auffielen, illegal an den Betreiber gingen. Im Laufe der Jahre konnte der Betrüger sich damit eine große Summe ergaunern. Durch den Adapter konnte der 48-jährige Casinobesitzer beim Auslesen die Umsätze um 20 bis 30 Prozent verringern.

Auf diese Weise hielt der Geschäftsmann gegenüber dem Finanzamt die Einnahmen klein und konnte daher Gelder für sich zur Seite packen. Aufgeflogen war der millionenschwere Steuerbetrug durch Centbeträge. Bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamts Offenburgs wurde beim Sichten der Auslesestreifen festgestellt, dass ein Fehler vorliegen muss, denn hier wurde angegeben, dass die Spielautomaten 10-Cent-Beträge ausgeworfen hätten, obwohl die Automaten ausschließlich 20-Cent-Beträge und 2-Euro-Münzen auswerfen konnten.

Spielsucht und Druck verantwortlich für den Betrug

Nach Alarmierung der Steuerfahndung und Haus- und Geschäftsdurchsuchungen gestand der Kehler Casinobetreiber seinen Betrug und lieferte den Beamten den Adapter. Als Grund für seine Tat gab der Betrüger an, dass er von seinem Vermieter unter Druck gesetzt worden sei. Dieser hätte immer mehr Geld von ihm gefordert und den Druck durch Konkurrenz erhöht.

Er habe ihn regelrecht erpresst und Morddrohungen ausgesprochen, so der Angeklagte. Nach eigenen Angaben habe er sich einen Konkurrenzschutz für eine große Summe Bargeld erkauft, dennoch habe er die ganze Zeit unter enormen Druck gestanden. Dieser Druck und die eigene Spielsucht führten der Aussage des Angeklagten nach dazu, dass er die Tat beging.