Bei den bundesdeutschen Pokerspielern spitzte man vor kurzem die Ohren, da das Finanzamt Soest entschieden hatte, einem Gelegenheitsspieler keine Abgaben für Erträge aufzuerlegen, die er beim Pokern gewann.

Nun hoffen Spieler in ganz Deutschland, dass sie ebenso viel Glück haben. Von 2007 bis 2009 machte ein Pokerspieler aus der Stadt Soest im Großen und Ganzen rund 300.000 Euro Gewinn mit dem Pokern. Doch dann stellte sich die Frage, was mit dem Geld geschehen sollte.

Der Spieler suchte wie zahlreiche andere Pokerkollegen auch, Rat bei Anwalt Kazemi. Dieser schlug ihm vor, seine Erträge dem Finanzamt zu melden, doch dabei vorerst nicht die genaue Summe zu nennen. Doch dann trat der der unvermeidliche Fall ein, das Finanzamt in der Stadt leitete eine so genannte verkürzte Außenprüfung ein.

Mit diesen Verfahren werden Einkunftsformen mit gewerblicher Absicht aus einem bestimmten Sektor, wie hier das Pokern, ermittelt. Hierbei beantwortet der Steuerzahler dem Amt Fragen und ist verpflichtet, Bücher und geschäftliche Unterlagen bereitzustellen.

Der Betroffene ist diesen Verpflichtungen nachgekommen und hatte damit Erfolg, denn das Finanzamt zeigte sich nach diesem Verfahren entgegenkommend. Es packte den Mann in die Kategorie "Hobbyspieler", so werden seine Erträge nicht als gewerbliche Einkünfte angesehen und fallen folglich auch nicht unter die Gewerbesteuer.

Der Anwalt sagt, dass diese Prüfung zeige, dass es einfach nicht richtig sei, die Steuerpflichtigkeit auf die Gewinnbeträge zurückzuführen, auch wenn dies die gängige Meinung sei. Der Pokerspieler konnte auf jeden Fall mit seiner Ehrlichkeit Pluspunkte sammeln, die Prüfung wurde beendet und seine Einkünfte werden nun als steuerfrei angesehen.

Wenn man mit dem Finanzamt zu tun hat, sollte man ehrlich sein, dann kommt einem die Behörde oftmals entgegen. Der Anwalt weist aber darauf hin, dass man sich nicht ohne Unterstützung in eine Diskussion mit dem Amt stürzen sollte. Hier seien nicht nur Kenntnisse des Pokerspiels wichtig sondern auch ein breites Wissenspektrum im Bereich des Glücksspielsrechts und seiner Zusammenhänge.

Ob Pokererträge nun allgemein steuerfrei bleiben sollen oder nicht, beantwortet das Urteil des oben genannten Finanzamtes nicht. Hier haben die ämter noch massive Schwierigkeiten, denn sie wissen sehr wohl, was es heißen würde, wenn die Einkünfte aus dem Pokerspiel unter die Gewerbesteuer fallen würden.

Spieler hätten die Möglichkeit, Kosten als Betriebsausgaben absetzen und viele andere Dinge mehr. Der Anwalt ist der Ansicht, dass hier wieder ein Prozess zu diesem Schwerpunkt abgeschlossen wurde, ohne grundlegende Fragen zu beantworten.