In Deutschland ist die Anzahl der Spielsüchtigen im Verhältnis zu anderen Ländern relativ hoch. Dies liegt laut Experten des Fachverbandes Glücksspielsucht vor allen Dingen daran, dass die Präventions- und Schutzmaßnahmen in Deutschland viel zu gering ausfallen.

Unter Anderem wird durch den Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland geregelt, dass den Spielsüchtigen nach Erkennung der Spielsucht der Zutritt zu den Spielcasinos nicht mehr gewährt wird. In Deutschland wird es den Süchtigen im Moment noch ziemlich einfach gemacht, eben diese Sucht zu befriedigen.

Wenn einem Spielsüchtigen der Zutritt zu den Spielbanken verweigert wird, hat dieser die Möglichkeit ohne Kontrolle die Automatenspielhallen zu betreten oder in der Kneipe um die Ecke einen der begehrten Plätze an den Automaten einzunehmen. Die Sucht wird damit befriedigt, doch geholfen wird den Süchtigen dadurch nicht. Dies soll in Zukunft geändert werden.

Regelungen für die Automatenhallen, wie eine begrenzte Anzahl von maximal 12 Automaten pro Halle, die räumlichen Abstände zwischen den einzelnen Automatenhallen und die künftige Ausweiskontrolle, sollen einen vergleichbaren Zweck wie bei den Spielbanken erfüllen: die Spielsüchtigen sollen draußen bleiben, zum Schutz für sich selbst und für ihren Geldbeutel. Dies zählt als ein guter, angedachter Anfang, der laut Expertenmeinung jedoch erweiterbar sei, da die Automaten selber mit ihrem hohen Suchtpotential die Menschen zur Spielsucht verleiten.

Die Betreiber der Automatenhallen weisen diese Vorwürfe natürlich weit von sich, da ihrer Meinung nach durch Hinweise an den Automaten und in den Räumlichkeiten für Prävention gesorgt sei. Die Seite der Deutschen Suchtstellen hält dagegen.

Ihrer Meinung nach ist das Schweizer Konzept das Vorbildlichste, da es in der Schweiz neben dem staatlich geregelten Glücksspielangebot, also den Spielbanken, keine weiteren Automaten und Angebote dieser Art geben darf. Damit würde für die Suchtgefährdeten der Schutz vor der Sucht am ehesten gewährleistet.