Abenteuer Forschung testet Passanten auf Risikobereitschaft

Abenteuer Forschung testet Passanten auf Risikobereitschaft

Beim Roulette bedeutet ein Gewinn nicht gleich das Ende des Spiels, auch ein hoher Verlust kann dazu führen, dass die Spieler trotzdem weiter Spielen, denn weiterhin winkt die Chance auf den großen Gewinn. Spieler hoffen darauf, dass die Pechsträhne irgendwann endet. Je mehr Verluste erspielt werden, desto gewagter werden oft die Einsätze.

Die Gewinnchancen lassen sich statistisch berechnen und dennoch scheint der Verstand beim Glücksspiel auszusetzen. Die Risikobereitschaft von ganz normalen Passanten ist zwiegespalten, so zeigte es der Test im Video in einem Einkaufszentrum. Hier wurden den Spielern 20 Euro geschenkt, mit denen die Spieler beim Roulette die Chance hatten zusätzlich 30 Euro zu gewinnen. Bei diesem Test jedoch entschieden die meisten Passanten die 20 Euro zu behalten und diese nicht aufs Spiel zu setzen.

Eine andere Variante des Tests ergab jedoch ein ganz anderes Ergebnis. Hier wurden den Passanten direkt die 50 Euro in die Hand gelegt, 30 wurden wieder weggenommen und diese 30 Euro wurden den Spielern in Aussicht gestellt, wenn sie beim Roulette gewinnen würden. In diesem Fall setzten so gut wie alle befragten Passanten. Dies liegt wohl daran, dass die Spieler in diesem Fall das ganze Geld bereits einmal in der Hand hatten und die Wegnahme der 30 Euro bereits ein Verlust bedeutete. Forscher untersuchten genau diesen Test, indem sie die Gehirnaktivität testeten. Auch hier handelte die Probandin genauso wie die Passanten im Einkaufszentrum.

Die Probanden spielten erst dann, wenn ihnen ein drohender Verlust aufgezeigt wurde. Dieses Verhalten untersuchten die Forscher näher und dabei stellte sich heraus, dass ein Gehirnareal dafür verantwortlich ist. Dieses Gehirnareal, der sogenannte Mandelkern, ist bei Risikoentscheidungen besonders aktiv. In diesem Mandelkern entstehen Gefühle, so zum Beispiel auch Lust und Angst.

Das rationale Denkens scheint in Risikosituationen ausgeblendet zu werden, was dazu führt, dass die Spieler beim Glücksspiel in eben solchen risikobehafteten Situationen eher gefühlsbetont entscheiden. Bei starken Emotionen bleibt der gesunde Menschenverstand daher oft ganz auf der Strecke.