Verschiedene Varianten zur Abführung der neuen Steuer

Verschiedene Varianten zur Abführung der neuen Steuer

Der bekannte Sportwettenanbieter Ladbrokes entschied sich nun, dass die Steuern nicht von Seiten der Kunden bezahlt werden müssen. In diesem Fall übernimmt das Unternehmen selbst die Abführung der Steuern in Höhe von 5 Prozent der Einsätze.

Während Ladbrokes die Entscheidung getroffen hat, die Besteuerung der Wetten selbst zu übernehmen, gibt es auch Unternehmen, die die 5-prozentige Steuer von Seiten der Spieler einfordern wollen. Auch die Zahlung der Steuern durch den Anbieter und den Spieler zu gleichen Teilen ist möglich, dies kann nach dem Bedarf des Unternehmens selber entschieden werden. Es gibt unterschiedliche Varianten, die genutzt werden können, um die Steuer, die in der Höhe festgelegt ist, abzuführen.

Ladbrokes hat die Variante gewählt, bei der das Unternehmen selbst die Steuer abführt. So wollen die Unternehmer den Kunden entgegen kommen und es für die Nutzer der Angebote möglichst einfach machen. Durch diese Variante wird es den Spielern gar nicht auffallen, dass eine Veränderung in dem Besteuerungssystem durch den Glücksspieländerungsstaatsvertrag gibt. Festgelegt wurde allerdings von Ladbrokes nicht, über was für einen Zeitraum diese Variante angewendet werden soll. Es ist daher nicht festgelegt, ob die Besteuerung nicht doch irgendwann auf die Kunden umgelegt werden wird.

Ob die Steuer selbst vom Unternehmen übernommen werden kann, hängt in jedem Fall von der Gewinnspanne ab. Wenn diese zu hoch festgelegt ist, dann können sich viele der Wettanbieter eine komplette übernahme der Steuerzahlung nicht leisten. Es wird davon ausgegangen, dass Ladbrokes die Steuer anfangs übernimmt, um hiermit neue Kunden anzuwerben und für Sportwetten begeistern zu können. Wie lange sich diese Variante für den Anbieter jedoch lohnt, bleibt abzuwarten.

Besteuerungssystem in Frankreich sorgt für Rückzug

Besteuerungssystem in Frankreich sorgt für Rückzug

Nach eigenen Angaben der Unternehmer wollen viele Anbieter ihre Lizenz für Frankreich kündigen, da das Besteuerungssystem für die Unternehmen nicht rentabel genug sei. Immer mehr Kündigungen sind eingegangen und auch die französische Regulierungsbehörde ARJEL hat vier Lizenzvergaben wiederrufen, da dies von den Anbietern so gewünscht wurde.

Ein Wiederruf der Lizenz wurde unter Anderem von der italienischen Firma SNAI vollzogen, noch bevor der Anbieter seine Spiele auf dem Markt präsentierte. Auch Electraworks, eine Tochterfirma von bwin.party gab bereits die ersten Lizenzen zurück. Weitere Kündigungen erfolgen von Unternehmen wie Full Fun SAS und Traffic SAS. Zum Teil wurden Webseiten zusammengelegt und andere Anbieter zogen sich mit der Kündigung der Lizenz komplett vom französischen Markt zurück. Auch kleine Anbieter wie Illiad Gaming und Winga entschlossen sich bereits im Juli für die Rückgabe der Lizenzen.

Die Lizenzvergabe wurde im Jahr 2010 in Frankreich begonnen.

Seit die ersten Lizenzen herausgegeben wurden, kündigten insgesamt 25 Unternehmen einen Teil der französischen Lizenzen auf, sodass heute nur noch 35 Lizenzen in Frankreich aktiv sind. Das Besteuerungskonzept der Regierung sei für die Anbieter von Nachteil, da die Besteuerung so hoch angesetzt ist, dass die Unternehmen kein ertragsreiches Geschäft vor Ort aufbauen und ausreichend Umsätze einspielen zu können, um die eigene Position am französischen Glücksspielmarkt zu festigen. Die Regulierungsbehörde schlug der Regierung zwar bereits ein anderes Besteuerungsmodell vor, jedoch gab es hierauf von Seiten der Regierung bisher noch keine weiteren Reaktionen.

Einige Unternehmen, wie beispielsweise der französische Glücksspielanbieter BetClic Everest, mussten im vergangenen Jahr immense Verluste hinnehmen. Für 2012 fuhr das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 90 Millionen Euro ein. Der Grund hierfür wird von Seiten der Unternehmen in erster Linie in dem Steuersystem für Online Glücksspiel vor Ort gesehen.

Neben den Anbietern, die ihre Lizenzen nun zurückziehen oder bereits aufgekündigt haben, gab es auch im Vorfeld bereits einige große Glücksspielanbieter, die sich vor der Ausschreibung schon gegen die Bewerbung um eine Lizenz für den französischen Markt entschieden, da sowohl die Einstiegskosten als auch die Steuern zu hoch angesetzt waren, wie es von Seiten der Unternehmer angedeutet wurde.

Offensichtlich war dies genau die richtige Entscheidung, denn die Unternehmen, die sich trotz hoher Kosten für eine Lizenz entschieden, müssen nun mit Verlusten kämpfen und sich teilweise komplett vom französischen Markt zurückziehen.

Glücksspieländerungsstaatsvertrag laut Monopolkommission ungeeignet

Glücksspieländerungsstaatsvertrag laut Monopolkommission ungeeignet

Die Monopolkommission setzt sich aus dem offiziellen Beratungsgremium der Bundesregierung zusammen. Dieses Gremium beschäftigt sich vorrangig mit den Fragen der Wettbewerbspolitik. Von Seiten der Monopolkommission wurde im Zuge des 19. Hauptgutachtens der GlüändStV als nicht geeignet bezeichnet. Weiterhin empfiehlt die Monopolkommission eine grundsätzliche überarbeitung des GlüändStV.

Die Kritikpunkte der Monopolkommission beziehen sich vor allem auf die Einschränkung der Lizenzausgabe für private Sportwettenanbieter auf eine Anzahl zu beschränken. Diese Beschränkung könnte dazu führen, dass der Schwarzmarkt nicht wie gewollt eingedämmt wird, sondern vielmehr weiterhin die Möglichkeit besteht, dass dieser weiter wächst.

Auch das Verbot von Online Poker und Online Casinos stößt bei der Monopolkommission außerdem auf Kritik, weil auch das nicht dazu führen würde, dass der Schwarzmarkt eingedämmt werden kann. Auch das Besteuerungssystem wurde kritisiert. Genau an diesem müsse man auch ansetzen, um einen entsprechenden GlüändStV zu verfassen, der den Ansprüchen gerecht wird.

Als Vorbild für ein Besteuerungssystem, welches bei der Bekämpfung des Schwarzmarkts hilfreich sein könnte, wird in dem von Schleswig-Holstein gesehen. Das schleswig-holsteinische System scheint mehr zu bieten im Hinblick auf die geforderte Suchtbekämpfung, so die Monopolkommission. Laut des Zentraleuropachefs von Betfair, Peter Reinhard, müssen nun Konsequenzen gezogen werden.

Nachdem klar festgelegt wurde, dass der GlüändStV ungeeignet ist, da dieser sowohl der Schwarzmarkt nicht eindämme als auch den Spielerschutz nicht ausreichend gewährleiste und die Steuereinnahmen nicht entsprechend generiert, müsse man nun änderungen vornehmen, damit der kommende Glücksspielstaatsvertrag den Anforderungen gerecht wird.