Schadenersatz und Schmerzensgeld für Spielsüchtigen

Schadenersatz und Schmerzensgeld für Spielsüchtigen

Sie forderte Schadenersatz und Schmerzensgeld für ihren spielsüchtigen, 49-jährigen Mann, der durch Geldgeschenke vom Glücksspiel abhängig gemacht wurde. Das Oberlandesgericht hatte das Casino darauf aufmerksam gemacht, dass der Spieler durch Geldgeschenke spielsüchtig gemacht worden sei. Daraufhin entschied sich das Casino für einen Vergleich und erstattete dem Mann eine Summe in Höhe von 50.000 Euro.

Der Mann spielte in den Jahren zwischen 2008 bis 2010 in dem Spielcenter. Das Geld zum Spielen konnte der Mann anfangs direkt an einem Geldautomaten im Spielcenter ziehen und direkt vor Ort wieder in die Spielautomaten investieren. Nachdem die Geldautomaten nicht mehr viel Geld hergaben verkaufte der krankhafte Spieler sein Auto und einige Wertsache, um damit weiter spielen zu können. Mit der Sucht gefährdete der Spieler enorm seine Existenz und hätte beinahe alles verloren. Als Beweis für die Ausgaben aufgrund der Spielsucht wurden vor Gericht die Kontoauszüge aus den Geldautomaten im Spielcenter vorgelegt.

Die Prozesskostenhilfe, die durch den Anwalt der Klägerin eingefordert wurde, wurde von Seiten der 6. Zivilkammer des Landgerichts Bielefeld im August 2012 abgelehnt. Die Begründung hierfür lag in den geringen Erfolgsaussichten des Verfahrens. Dem Spielcenter könne kein Vorwurf gemacht werden, da hier keine Spielersperren möglich bzw. rechtlich vorgesehen seien, also ist es gesetzmäßig nicht falsch, den Spieler vor Ort weiterzuspielen, auch wenn die Möglichkeit einer Spielsucht bestehe.

Einer anderen Meinung war hier jedoch das Oberlandesgericht (OLG) Hamm, denn hier wurde darauf hingewiesen, dass das Bünder Spielcenter den Spieler sogar zum Spielen verleitet habe. Die Verleitung sei durch kleine Geldgeschenke erfolgt, die regelmäßig ausgegeben wurden, um den Spieler so zum weiterspielen zu animieren. Bei den Vergleichsverhandlungen entschied das Casino der Klägerin eine Summe in Höhe von 50.000 Euro auszuzahlen, wodurch die Verhandlungen beendet wurden.