Wird Bwin an Bieter mit wesentlich kleinerem Börsenwert verkauft?

Wird Bwin an Bieter mit wesentlich kleinerem Börsenwert verkauft?

Der österreichische Sportwetten- und Casinoanbieter Bwin löst bei potentiellen Käufern großes Interesse aus. Besonders spannend hierbei ist, dass die am Kauf interessierten Bieter alle einen wesentlich kleineren Börsenwert als Bwin haben.

Doch hierbei ist der Börsenwert nicht ausschlaggebend, denn andere Fakten sind wichtiger. So sank der Umsatz von Bwin in der Vergangenheit ab, es konnten keine neuen Spieler mehr für das Angebot des Online Glücksspielanbieters begeistert werden. Andere Anbieter mit einem ähnlichen Angebot, so wie 888 Holding PLC, bemerken aktuell keinen Besucher- oder Umsatzrückgang. Genau aus diesem Grund würde sich die Übernahme von Bwin durch einen Anbieter wie 888 auch optimal anbieten.

Milliarden Euro Angebot

Die 888 Holding LC soll ein Angebot für die übernahme in Höhe von einer Milliarde Euro abgegeben haben. Ein weiteres Angebot kam von den Unternehmen GVC Holdings und Amaya, die sich extra für das Angebot zusammengeschlossen haben. Aktuell ist der Online Glücksspielmarkt ziemlich überlaufen. Experten gehen davon aus, dass die Anzahl der Anbieter sich durch Übernahmen und Fusionen in Zukunft weiter verkleinern und damit auch stabilisieren wird.

Kein Bieterkampf für Novomatic

Kein Bieterkampf für Novomatic

Nur ein Bieter mischt nicht mit und hat sich eigenen Angaben nach dafür entschieden, dies bewusst nicht zu tun und keine Gebote für die Anteile abzugeben. Hierbei handelt es sich um den wohl größten Konkurrenten der Casinos Austria ? den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic.

Von Seiten des Glücksspielriesen wurde in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass man sich nicht an dem Bieterkampf beteiligen werde. Somit bietet das Unternehmen nicht für die Casino-Anteile der Casinos Austria, obwohl der Monopolist der größte Konkurrent für den niederösterreichischen Glücksspielkonzern ist. Der Grund für das nicht Bieten liege nach Angaben des Unternehmens darin, das man nicht gegen den Finanzminister bieten werde.

Kein Angebot von Novomatic

Novomatic hat deutlich gemacht, dass auf keinen Fall ein Angebot in diesem Bieterkampf von Seiten des Unternehmens vorgelegt werde. Was passiert wenn der Konkurrent, die Casinos Austria, an die Börse gehen, sei bisher noch nicht klar. Mehr Erklärungen wurden von Seiten des niederösterreichischen Glücksspielunternehmens nicht abgegeben, lediglich die Aussage, dass man nicht gegen den Finanzminister bieten werde.

Zudem betonte das Unternehmen erneut, dass man sich in naher Zukunft weiterhin vermehrt auf die Auslandsgeschäfte konzentrieren werde, sodass die Glücksspiel-Community hier mit großer Wahrscheinlichkeit zukünftige Investitionen erwarten können wird.

Urteil zur Countdown-Auktion gefällt

Urteil zur Countdown-Auktion gefällt

Bei den Geboten gab es jedoch zusätzliche besonderheiten, denn die Bieter mussten bei einem rückwärts laufenden Countdown bieten, mit Gebotspunkten, die wiederum vorab käuflich erworben werden konnten. Diese Art von Auktion gab es vorher in dieser Form nicht, zumindest nicht bekannt. Die Countdown-Aktion wurde nun vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim als Glücksspiel und damit als verboten deklariert.

Für die Gebotspunkte mussten die Spieler einen Preis zwischen 0,60 ? 0,75 EUR zahlen. Dieser Preis wurde den Bietern im gesamten Zeitraum der Aktion nicht zurückgezahlt, auch dann nicht, wenn der Bieter die Auktion für sich gewann. Pro Einsatz eines Gebotspunkts stieg der Preis der Ware um 0,01 Euro. Gleichzeitig wurde der Zeitraum der Versteigerung um 20 Sekunden verlängert. Der Bieter, der als letztes ein Gebot abgegeben hat, erhielt dadurch das Recht darauf den angebotenen Artikel für den bis dato ersteigerten Preis zu erwerben.

Von Seiten des VGH Mannheims wurde diese Auktion und ähnliche Aktionen nun als verbotenes Glücksspiel eingestuft. Die Einstufung erfolgte auf der Grundlage, dass die Bieter bei der Auktion das Spiel während des Auktionszeitraums nicht beeinflussen könnten. Somit unterliegen die Gebote eines jeden Spielers dem Zufall und nicht der Geschicklichkeit jedes einzelnen.

Die Einwirkungsmöglichkeit bei der Auktion sei für den Spieler nicht wirklich gegeben, auch wenn bestehende Gebote noch überboten werden können, so entscheidet letztlich dennoch einzig der Zufall darüber, welcher Bieter als Gewinner aus der Auktion hervorgeht. Ein weiterer Grund für die Bezeichnung der Countdown-Auktion als unerlaubtes Glücksspiel sei die Geldsumme, die eingesetzt werden muss, um an der Aktion teilzunehmen. Hiermit ist jedoch nicht der Einsatz für den Kauf gemeint, sondern vielmehr die Bezahlung der Gebotspunkte. Diesen Einsatz erhält der Spieler zu keinem Zeitpunkt zurück.