Kein neues Casino für Palma de Mallorca

Kein neues Casino für Palma de Mallorca

Betreiber des neuen Casinos sollte der Besitzer des ehemaligen Bingo-Salons Teatro Balear werden. Dieser hatte sich auch gegen die anderen Bewerber durchgesetzt und eine Lizenz für den Casinobetrieb vor Ort erhalten. Gescheitert ist der Betreiber danach jedoch an der Stadtverwaltung, weil diese die Umbaupläne des Betreibers nicht befürworten wollte. Das Casinoprojekt ist letztendlich an den Auflagen für die Umwandlung des historischen Gebäudes und an der knappen Parkplatzsituation vor Ort gescheitert.

Nicht ausreichende Fristverlängerung

Der Prozess in Bezug auf den Umbau und die Gespräche mit der Stadtverwaltung hatten sich sehr in die Länge gezogen. Aufgrund dessen hatte das Wirtschaftsministerium dem Betreiber auch zuerst eine Fristverlängerung von sechs Monaten eingeräumt. Die Frist reichte letztendlich nicht aus, denn die Stadtverwaltung genehmigte die Arbeiten in dieser Zeit nicht. Nun zog das Wirtschaftsministerium die Lizenz zurück und das Casino wird vor Ort nicht eröffnet werden.

Erfolgreiche Razzia auf Mallorca

Erfolgreiche Razzia auf Mallorca

Der überraschungsschlag der spanischen Nationalpolizei wurde noch im vergangenen Jahr am 27.12.2014 durchgeführt. An diesem Samstag überraschten die Ermittler die Spieler in dem illegalen Bingo-Salon. Bei der Festnahme befanden sich unter den insgesamt 120 Spielern vor Ort auch zehn Minderjährige, im Alter zwischen 7 und 15 Jahren.

Der illegale Bingo-Salon hatte nach Ermittlungsangaben bereits am 19. Dezember des letzten Jahres seinen Betrieb aufgenommen. Der Betreiber verfügte nach Angaben der Polizisten über keine Lizenz, dennoch wurde vor Ort täglich ab 21.30 Uhr am Abend gewettet. Die Jalousien waren ab diesem Zeitpunkt immer geschlossen und nach dem derzeitigen Ermittlungsstand seien vor Ort täglich rund 5.000 Euro umgesetzt worden.

Drohende Geldstrafe für den Betreiber

Natürlich hat die erfolgreiche Razzia der Polizei Folgen für die Spieler, aber auch Folgen für den Betreiber. Da dieser das Bingo-Angebot illegal, also ohne Lizenz, präsentierte, erwartet den Betreiber nun eine saftige Geldstrafe. Es ist die Rede von einer Strafe in Höhe von etwa 600.000 Euro. Schon im Jahr 2012 war vor Ort in dem spanischen Dorf Llubi ein illegaler Bingo-Betrieb aufgeflogen, der durch die Ermittler hochgenommen werden konnte. Ob und welche Strafen die Spieler zu erwarten haben bleibt abzuwarten.

Der Bingo-Salon in Palma bleibt weiterhin leer

Der Bingo-Salon in Palma bleibt weiterhin leer

So kommt es, dass das ehemalige Bingo Teatro Balear an Palmas gleichnamigem Stadtmarkt vorerst weiterhin leer stehen wird. Die Ausschreibung für die Casino-Lizenz wurde schon vor Monaten an den Besitzer des ehemaligen Bingo-Salons vergeben. Seither jedoch scheitert der weitere Prozess an den Umbauplänen, denn diese scheinen den Ansprüchen der Stadt nicht zu gefallen. So lehnte die Stadt nun bereits das zweite Mal die Pläne des Casinobetreibers ab.

Das Scheitern des Umbaus liegt an den Auflagen, die mit der Umwandlung des historischen Gebäudes in Verbindung stehen. Die Auflagen beziehen sich auf die umliegende Infrastruktur und die Nähe zu Wohnhäusern, die es der Stadt nach Angaben des Baustadtrats Jesus Valls unmöglich machen, hier eine Genehmigung zu erteilen. Es seien keine Parkplätze vorhanden zum Beispiel und auch die nahe gelegenen Wohnhäuser müssten bei der Planung berücksichtigt werden. Dies seien die Gründe, warum das "Gran Casino Balear" weiterhin ein Zukunftsplan ist, jedoch vorerst nicht realisiert werden kann.

"Gran Casino Balear" weiterhin nur in der Planungsphase

Valls machte deutlich, dass die Auflagen schon im Vorfeld vorhanden gewesen seien, einige dieser Auflagen jedoch offensichtlich bei der Lizenzvergabe außer Acht gelassen wurden. Da es sich um einen historischen Bau handle, seien einige Umbauarbeiten, die nötig wären, um die Auflagen zu erfüllen, leider nicht so einfach umsetzbar. Die Entscheidung gegen die Umbaupläne sei in jedem Fall keine politische Entscheidung, so betonte es der Baustadtrat.