Ein Studentenjob der etwas anderen Art

Bei einem Pokerspiel ist die Atmosphäre meistens alles andere als locker. Die Spieler begutachten ihre Karten und wagen den Versuch, die Gesichter ihrer Konkurrenten zu deuten. Mittlerweile passt Herr Farahbakksh, der 30 Jahre alte Croupier, auf, dass keiner gegen die Spielregeln verstößt.

Er gehört zu den etwa 40 Studenten, die im Casino Esplanade in Hamburg rechtmäßig als Croupier tätig sind. Das Geld für sein Studium verdient er sich mehrheitlich am Poker- sowie an Black Jack Tischen. Wenn er zur Arbeit geht, ist es, als würde er eine andere Welt betreten.

Das Licht ist gedämpft und das Umfeld macht einen eleganten Eindruck und auch die Menschen stammen aus allen Altersklassen und aus aller Herren Länder. Im drittgrößten Casino der Bundesrepublik muss ein Sakko getragen werden, die Spielstätte empfängt über das Wochenende 1.000 Besucher täglich.

Der Croupier hat einen Anzug mit Krawatte an und machte einen eleganten und ruhigen Eindruck. Er gibt gekonnt die Karten aus und es hat den Anschein, als ob er die am Tisch befindlichen Spieler unter Kontrolle hat. Der Croupier mit iranischer Abstammung sagt, dass die individuelle Persönlichkeit in Bezug auf die Spielleitung und die Kontrolle der Spieler viel ausmache.

Er ist zudem der Meinung, dass in Geldsachen die Freundschaft beendet sei. Er begann vor etwa vier Jahren seine Laufbahn und war sehr scheu. Nun hält er auch die Besucher bei Laune, doch er sagt, dass hier große Vorsicht geboten sei, da man die Gäste genau einschätzen und sich darüber im Klaren sein müsse, wann man was sagen könne.

Das Taktgefühl sei hier das Ah und Oh, so der Jurastudent. Geschichten aus seinem Job darf er nicht preisgeben, da er in seinem Vertrag zur Verschwiegenheit verpflichtet sei. Die Arbeitsschichten dauern meistens bis vier Uhr früh und fünf Stunden später sitzt er bereits im Hörsaal.

Aber er übt seinen Job meistens am Wochenende aus und er fing mit einer Schulung in Bezug auf Black Jack an. Dann kamen Poker und amerikanisches Roulette. Die Sprecherin der Spielbank sagt, dass in der Bundesrepublik keine einheitliche Ausbildung in diesem Bereich vorhanden sei und die Spielstätten individuelle Schulungen bereitstellten.

Wichtig ist auch dass man gepflegt aussieht und geschickt ist. Gerade beim Roulette ist es laut Farahbakksh sehr von Vorteil, wenn man ein guter Kopfrechner ist. Er findet, dass es auch leichtere Arbeiten gebe, wie beispielsweise Kellner und Kassierer. Diese erforderten weniger Routine oder spezielle Fähigkeiten.

Wenn man im Casino tätig ist, müsse man viel Zeit und Begeisterung mitbringen. Als Belohnung gibt es einen festgesetzten Stundenlohn und Anteile am Trinkgeld, dieser Betrag kann sich sehen lassen. Besonders schlimm findet er Betrugsversuche. Er sagt, dass man stets versuchen müsse, höflich zu sein und Empathie zu zeigen.

Hier stehe Geld im Mittelpunkt und hier enden sowohl Vergnügen als auch Freundschaft. Nicht jeder sei in der Lage, mit den Gefühlen der Besucher angemessen umzugehen. Es sei laut dem Croupier auch schon vorgekommen, dass Arbeitskräfte aufhörten, weil sie ein mulmiges Gefühl hatten, wenn sie den Besuchern Geld abnehmen mussten.

Die Sprecherin sagt auch, dass Croupiers im öffentlichen Rahmen tätig sind. Befinden sich unbekannte Leute mit ihrem Geld am Tisch und gehen dem Spiel nach und es passiert, dass man als Croupier die falsche Ziffer sagt, Nervosität oder Unsicherheit zeigt, dann habe man es sehr schwer.

Der Beruf hängt besonders von Genauigkeit und Pünktlichkeit ab und jede Kleinigkeit ist genau geregelt. Für den Croupier sind die hohen Beträge nichts Besonders mehr und er gibt zu, am Beginn bei einem Jeton im Wert von 500 Euro noch geglaubt zu haben, dass dies die Studiengebühren für ein Jahr seien.

Es komme laut ihm nicht der Bezug zum Geld abhanden, aber er bewerte die Spielchips nicht mehr als Geld. Bei seiner Arbeit gebe es aber auch unschöne Seiten, zum Beispiel, wenn jemand versucht, zu betrügen.

Dies komme aber nicht so oft vor, denn alles sei im Casino leicht zu durchschauen. Kompetente Casinoangestellte, Finanzbeamte der Stadt Hamburg und auch Kameras behalten den richtigen Spielablauf im Auge. Laut ihm ist ein Spielerfolg am ehesten gegeben, wenn man die Spielregeln befolgt.