Ein Streifzug durch Macau

Ein Streifzug durch Macau

Vor Ort gibt es lediglich 570.000 Einwohner, doch Menschen sieht man auf den Straßen viel mehr, denn die Besucher der insgesamt 35 Casino Tempel nächtigen in den riesigen Hotels in Macau.

Zum Beispiel das "Venetian Resort", welches der italienischen Stadt Venedig nachempfunden ist und durch das man mit einer Gondel über Wasser gleiten kann. Dieser Hotelkomplex, in dem auch ich eine Gondelfahrt genießen konnte, ist das Venedig Chinas, da es sich in Macau an der chinesischen Südküste befindet.

Glücksspiel ist auf dem Festland Chinas eigentlich verboten und daher ist es kaum verwunderlich, dass täglich unzählige Boote die Spieler nach Macau schippern, damit diese ihrem Hobby nachgehen können. Allein im Jahr 2012 wurden in Macau 30,4 Milliarden Euro Umsatz mit dem Glücksspiel gemacht, weit mehr als in dem ehemaligen Glücksspielmekka Amerikas.

Auch ich ließ mich mit dem Speedboot von Hongkong nach Macau bringen. Etwa 70 km über Wasser, die etwa in einer Stunde zurückgelegt wurden. Mit mir fanden sich fast ausschließlich Asiaten auf dem Boot ein und ich trat an diesem Tag als einziger Europäer die Reise zum Glücksspielmekka Asiens an. Einer Studie zu Folge wird die Glücksspielinsel Macau täglich von 80.000 Touristen besucht, von denen etwa 98 Prozent der Studie zu folge Asiaten sein sollen.

Doch auf der Insel bin ich dann nicht mehr der einzige Europäer. Der 59-jährige Deutsche Harald Brüning lebt seit 1985 in Macau. Es ist vor Ort der Verleger der englischsprachigen Zeitung "The Macau Post Daily", weshalb er mir bei unserem Zusammentreffen auch direkt mehr von den Anfängen der Glücksspielinsel berichten konnte. Seit 1999 ist die Wahlheimat des Deutschen nun unabhängig. Als Vorzüge der Insel zählt der deutsche multikulturelles Flair und Reichtum auf. Die Steuereinnahmen verbucht das Gebiet für sich und so können viele Angebote, wie Altenpflege, vor Ort kostenlos angeboten werden.

Bei meinem Streifzug durch die Stadt sehe ich nicht nur unzählige kulinarische Köstlichkeiten und Restaurants, auch eine beeindruckende Altstadt mit Kolonial-Architektur in Pastellfarben und europäischen Prachtbauten mit chinesischen Lettern. Die Stadt versprüht beeindruckendes Flair, so wie Las Vegas in den Anfängen, nur auf eine ganz eigene Art und Weise.

Auch wenn Macau Las Vegas den Rang abgelaufen hat, so ist Macau dennoch keine billige Kopie der amerikanischen Glücksspielmetropole. Dennoch gibt es einige Angebote, die in Las Vegas in gleicher Form existieren. So gab es das erste "Venetian Resort" in Las Vegas und wurde in Macau in doppelter Größe nachgebaut.

Natürlich ist das Casino des Hotels ein absolutes Glanzstück. Hier finden sich täglich 18.000 Spieler wieder, die vor Ort ihr Glück auf die Probe stellen. Ein Dresscode existiert vor Ort nicht und Alkohol ist streng verboten. Für meinen Geschmack schauen die Spieler sehr ernst und angestrengt drein, was Sinn ergibt nachdem mir erklärt wird, dass die Europäer aus Spaß spielen, die Chinesen jedoch Spielen, um damit Geld zu machen.

Reisebericht von Frank Marschall aus Göttingen