Kluft zwischen österreichischen und bayerischen Spielbanken

Kluft zwischen österreichischen und bayerischen Spielbanken

Weltweit übten die Casinos noch vor einigen Jahren einen großen Reiz auf die Besucher aus. Gehobene Etablissements, schicke Abendkleidung, klappernde Jetons und Adrenalin pur. Dieser Reiz scheint jedoch für die Besucher in den bayrischen Spielbanken verloren gegangen zu sein. Auf der anderen Seite können die österreichischen Spielbanken, zu denen die in Riezlern im Kleinwalsertal, in Lindau und in Bregenz gehören, weiterhin Erfolge verbuchen. Nach Angaben von Bernhard Moosbrugger, Direktor der Spielbanken Bregenz und Kleinwalsertal, würde alleine die Spielbank in Bregenz im Jahr mehr Umsätze verbuchen, als alle neun Spielbanken in Bayern zusammen.

Bayrische Spielbanken arbeiten defizitär

Liegt es am Rauchverbot? Ist die strenge Gesetzgebung in Deutschland Schuld an dem Umsatzrückgang der bayrischen Spielbanken? Die Spielbankenchefs sehen sich selbst mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Vom Rauchverbot angefangen, über vorgegebene Schließzeiten bis hin zu der immer stärker werdenden, illegalen Konkurrenz aus dem Internet. Während die Spielbanken in Deutschland unter der gesetzlichen Regelung leiden, haben die Gesetzgebungen in Österreich den Spielbanken vor Ort dem Erfolg bisher keinen Abbruch getan.

Existenzbedrohung für Concord Card Casinos

Existenzbedrohung für Concord Card Casinos

Die Betreiberin der insgesamt 12 Concord Card Casinos, die CBA Spielapparate und Restaurantbetriebs GmbH, steht offensichtlich unmittelbar vor dem Aus, außer es wird kurzfristig noch eine passende Lösung gefunden. Die Stadt Bregenz hat der Betreiberin gegenüber einen Exekutionsbescheid in Höhe von 8,5 Millionen Euro ausgesprochen.

Peter Zanoni, der CBA Geschäftsführer steht zusammen mit seinen Mitarbeitern und den Concord Card Casinos vor einer ungewissen Zukunft. Die Stadt Bregenz fordert für das Land Vorarlberg Rückstände aus der sogenannten Kriegsopferabgabe aus den Jahren 2010 und 2011 ein. Nach der Bemessungsgrundlage des Verwaltungsgerichtshofs ist der ganze Spieleinsatz heranzuziehen, um hieraus die Kriegsopferabgabe abzuleiten.

Die Umsätze des Unternehmens betragen im Jahr nach Angaben von Zanoni etwa 19 Millionen Euro. Durch eine Abgabe in Höhe von 8,5 Millionen Euro wäre der Existenzverlust für das Unternehmen vorprogrammiert und nicht nur für das Unternehmen, sondern mit dem Unternehmen auch für die rund 600 Mitarbeiter.

Exekution der Concord Card Casinos

Die Landesregierung hat bereits deutlich gemacht, dass die Vorschreibungen nicht in Relation zum Umsatz und Gewinn stehen. Dass dies zum Problem werden kann macht nicht nur der Fall der Concord Card Casinos deutlich. Die Problematik ist der Regierung bewusst und müsste in Zukunft angegangen werden.

Damit es im Falle der Concord Card Casinos nun jedoch nicht zu einem Amtsmissbrauch komme, müsse in diesem Fall Exekutiert werden, Ob diese Exekution noch abzuwenden ist bleibt vorerst noch abzuwarten.

Erweiterungen in Bregenz

Erweiterungen in Bregenz

In Bregenz will man das nicht einfach so hinnehmen und plant nun Erweiterungen im Casino. Insgesamt um 400 Quadratmeter Fläche soll das traditionelle Casino erweitert werden, um so die Spiel- und

Gastronomiebereiche zu vergrößern.

Die baulichen Veränderungen vor Ort sollen laut dem Direktor Bernhard Moosbrugger schon Anfang nächstes Jahr begonnen und sogar schon im ersten halben Jahr abgeschlossen werden. Die Fläche soll zum See hin angebaut werden. Durch die Erweiterung sollen zusätzliche Jackpotcasino-Plätze entstehen und auch der Barbereich soll vergrößert werden.

Damit die Gäste in angenehmer Atmosphäre frische Luft schnappen können soll neben der Erweiterung des Wintergartens eine schöne neue Terrasse entstehen. Neben den baulichen Entstehungen sollen durch die Erweiterung außerdem neue Arbeitsplätze vor Ort in Bregenz geschaffen werden.

Das Casino Bregenz wird von den Casinos Austria betrieben. Während im letzten Jahr viele Casinos in österreich Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, stiegen die Umsätze in Bregenz um zehn Prozent. Darüber hinaus wurden ein Prozent mehr Besucher vor Ort gezählt. Diese Zahlen gehen in die Positive Richtung, was durch den Ausbau des Casinos auch in der Zukunft weiterhin unterstützt werden soll. Durch ein neues Angebot und die Veränderung vor Ort erhoffen die Betreiber sich mehr Spieler in die Hallen des traditionellen Casinos in Bregenz locken zu können.

Während das Casino in Bregenz mit Umsatzsteigerung und mehr Gästen punkten kann, zeigen die anderen heimischen Casinos nicht solche Erfolge auf. Das Casino Bregenz ist das umsatzstärkste Casino des Landes. Es läuft unter dem Betrieb des Direktors Moosbrugger, der zusätzlich für den Betrieb des Casinos Kleinwalsertal verantwortlich ist. Hier sehen die Ergebnisse des vergangenen Jahres doch leider nicht so gut aus, denn der Umsatz ging zurück und auch die Besucherzahlen sind sinkend.

Der Direktor vor Ort hat jedoch bereits Ideen, wie man diese Rückgänge stoppen und in positive Zahlen umwandeln kann. Auch hier sollten Erweiterungen eingeführt werden, um gerade ausländische Gäste zum Beispiel aus der Schweiz mit einem hervorragenden, gastronomischen Angebot im Casino zu begeistern.

Kritik von Novomatic beim VfGH abgeprallt

Kritik von Novomatic beim VfGH abgeprallt

Neusten Meldungen zufolge ist der Konzern damit vor dem VfGH abgeblitzt. Mit dieser Entscheidung steht fest, dass die Spielbanklizenzen in Bälde vergeben werden sollen, die ersten Lizenzen sollen bereits im August erteilt werden.

Der Individualantrag von Novomatic wurde über die Tochter Admiral Entertainment bei dem VfGH vorgebracht. Trotzdem Admiral vor dem VfGH abblitzte, stehen dennoch Möglichkeiten offen. Vor Gericht machten die Richter darauf aufmerksam, dass die Vergabe der Lizenzen nach der Vergabe angefechtet werden könne. Admiral hätte somit also eine Möglichkeit die eigene Beschwerde vorzubringen, da das Unternehmen sich für einen Teil der Lizenzen beworben hatte.

Die Kritik des Konzerns Novomatic bezieht sich in erster Linie auf die Vergabe der Lizenzen in Paketen. Die Lizenzen sollen als Stadtpaket und als Landpaket vergeben werden und das erste Paket beinhaltet sechs Lizenzen. Die Orte, die in dem ersten Paket enthalten sind, sind Wien, Linz, Salzburg, Graz, Innsbruck und Bregenz.

Die Kritik bezieht sich vorrangig darauf, da der Glücksspielkonzern davon überzeugt ist, dass die Vergabekriterien sich viel zu sehr auf den bisherigen Monopolisten, Casinos Austria, beziehen. Nachdem im Jahr 2010 das Monopol in Österreich gestürzt werde, wurde festgelegt, dass die Lizenzen seitdem in der ganzen EU ausgeschrieben werden sollen. Dies war auch diesmal der Fall, doch das Unternehmen Novomatic ist überzeugt davon, dass die vorgegebenen Kriterien trotzdem vorrangig dem bisherigen Monopolisten entsprechen.

Besucherrückgang in der Spielbank Lindau

Besucherrückgang in der Spielbank Lindau

Neben den Automatenspielhallen gibt es eine weitere Konkurrenz für das Casino Lindau. Hiermit ist das Casino Bregenz gemeint, in welchem Rauchersääle vorhanden sind und kein generelles Rauchverbot herrscht.

Durch diese Besonderheit fahren viele Spieler gerne in das nahe gelegene Bregenz, anstelle in der Spielbank Lindau zu spielen. In dem Casino in österreich ist darüber hinaus auch das Spielen bereits ab dem 18. Lebensjahr gestattet.

Der Spielbankchef Nikolaus Bartl beklagt, dass die Marktbedingungen ungerecht seien und die Spielbank Lindau daher so gut wie keine Chance habe. In österreich können sowohl jüngere Spieler bereits das Casino besuchen, als auch vor Ort in den dafür vorgesehenen Säälen rauchen.

Neben diesen Möglichkeiten, gibt es in Österreich außerdem kein so strenges Werbeverbot wie in Deutschland. Viele Casinobesucher fahren deshalb an der Spielbank Lindau vorbei und nutzen die Gelegenheit im österreichischen Bregenz zu spielen. Bartl erkennt an, dass die Casinos ein gutes Prinzip verfolgen und daher auch vor Ort bei der Bevölkerung richtig anerkannt werden.

Während Bartl positiv über das Prinzip in Österreich spricht und fast schon ein wenig neidisch klingt, so übt er gleichzeitig große Kritik an den Regelungen im eigenen Bundesland Bayern aus. Er könne kein Verständnis dafür aufbringen, dass in Bayern immer mehr Spielhallen genehmigt werden, um so Steuergelder in die Landeskassen zu spülen, jedoch gleichzeitig die Existenz der Spielbanken auf dem Spiel stehe.

Neben dieser Ungerechtigkeit bemängelt er außerdem die mangelnde Kontrolle, durch die die Spieler ernsthaft in Gefahr geraten. Er wirft den Betreibern der Automatenhallen teilweise Manipulation vor, natürlich auf Kosten der Spieler, die oft noch sehr jung sind, da das Spielen auch hier ab 18 Jahren erlaubt ist.

In den Spielbanken hingegen, wird besonders viel Wert auf Suchtprävention gelegt. So können Spieler durch die Spielbank gesperrt werden, wenn sie sich selbst in Gefahr begeben. Darüber hinaus ist das Spielen in den Spielbanken erst ab dem 21ten Lebensjahr gestattet.

Der Spielbankenchef fordert die Gleichbehandlung aller Glücksspieleinrichtungen und die Einhaltung der Regelungen, die für die Spielbanken vorgeschrieben sind. Dass die Bedingungen der Automatenspielhallen angeglichen werden, wird jedoch wohl weiterhin ein Traum von Bartl bleiben.

Noch neben den Einbußen, die die Spielbanken selber hinnehmen müssen, leiden auch die Städte unter den geringeren Einnahmen der Spielbanken, denn die Spielbankabgabe sinkt dadurch auch enorm. Welche Folgen dies für die Städte wie Lindau haben wird, bleibt für die Zukunft erst einmal noch abzuwarten.