Glücksspiel-Werbung in Großbritannien

Wenn die Sprache auf die Glücksspielindustrie kommt, dann halten sich die meisten Regierungen stark zurück.

Dies kann mit der hohen Zahl an Spielsüchtigen in den jeweiligen Ländern begründet werden, die noch immer nach oben klettert. Als Vorbeugung überlegt die Regierung von Großbritannien, den nicht-britischen Anbietern die Werbung zu untersagen.

Der Kultusminister ist der Ansicht, dass eine Untersagung dieser Art ein effektiver Schritt sei, um Sucht zu verhindern. Außerdem plant man, die Kreditkarten als Zahlungsmöglichkeit in den Online Casinos und anderen Internetseiten in diesem Bereich wegfallen zu lassen.

So will man vermeiden, dass Spieler Geld verprassen, das sie nicht haben und so Schulden machen. Wenn sich die Regierung hinter dieses Vorhaben stellt, dann müssen viele Anbieter von Glücksspielen den Markt räumen.

Die Briten bilden eine der größten Glücksspielgruppen in Europa und deshalb sorgt diese Maßnahme für heftige Diskussionen. Die neuen Vorgaben resultieren aus einer steigenden Sorge im Hinblick auf die Sicherheit der Spieler.

Im Moment ist der Inselstaat der einzige in der EU, der den Betreibern aus dem Ausland die Reklame für ihr Angebot ohne Sorge erlaubt, ohne dass dabei der Schutz der Spieler zum Tragen kommt.

Die Veränderungen der Werbevorgaben Großbritanniens würden zur Folge haben, dass sämtliche Betreiber des Landes, die Reklame machen auch die Vorgaben zur Sicherheit im Staat anzuerkennen verpflichtet sind.

Briten sind "not amused"

In Großbritannien könnte die Lage für Anbieter von Online Glücksspiel und Online Poker nicht gut werden. Der Staat wurde bislang als Goldgrube im Bereich Glücksspiel angesehen, doch nun denkt man darüber nach, den Markt zu regulieren und ihn strenger zu überwachen.

Nach Meinung der Fachleute ist die Anzahl der Spielsuchtkranken in England in den vergangen Jahren massiv angestiegen, was mit dem 2005 gültig gewordenen "Gambling Act" unter Premierminister Blair begründet werden kann.

Dieser machte das Glücksspiel auf dem Inselstaat legal und machte es den Anbietern, die nicht im Inland ansässig waren, möglich, in dem bisher geschützten Markt Fuß zu fassen und Werbung für ihre Dienstleistungen zu machen. Nur Anbietern aus Alderney, der Isle of Man, Antigua und Tasmanien ist dies gestattet, welche als Hochburgen im Bereich des Online Glücksspiels bekannt sind.

Unternehmen in England werden vom Gesetz angehalten, bei ihren Kunden das Alter zu überprüfen, doch die Unternehmen internationaler Natur müssen dies nicht. Den Fachleuten zufolge liegt genau hier der Hund begraben, denn die Reklame auf den Plattformen spreche besonders Menschen unter 18 Jahren an und verführe diese zur Spielsucht.

Sie rechnen mit rund einer Million Suchtkranker in dieser Altersgruppe. Die Wurzel dieses übels ist laut ihnen beim Gambling Act zu suchen. Die Politik fühlt sich durch diese Anschuldigungen angesprochen, besonders den Minister für Sport, Medien und Kultur. Er übt Kritik an dieser Vorgabe und will sie abschaffen.

Als erstes will er die Werbung der Anbieter aus dem Ausland im Land verbieten, doch er hat noch mehr vor. Er hat vor, die Kreditkarten zum Spiel nicht mehr zuzulassen, so will er vermeiden, dass die Leute Geld verzocken, das sie nicht haben und auch einen strikteren Jugendschutz will er etablieren.

An diesen Plänen ist nichts auszusetzen, schließlich möchte man keine minderjährige Suchtkranke im Land haben. Doch als Betrachter aus objektiver Sicht muss man sich dennoch darüber im Klaren sein, dass hier Politik eine größere Rolle spielt als der Schutz der Spieler.

Der großzügige "Gambling Act" wurde vor 6 Jahren von einer Labour-Regierung in Kraft gesetzt, doch nun hat wieder die konservative Partei das Heft in der Hand und ändern nach und nach deren Gesetze ab. Auch die Ziffer der Spielsuchtkranken unter 18 Jahren muss unter dem Kriterium beurteilt werden, das nach Studien mehr als 95 Prozent der Erkrankten an Automaten zocken und nur wenige Kranke durch Online Glücksspiel süchtig wurden.

Im Land sind die Automaten das größte übel, doch sie haben auch die höchsten Steuererträge zur Folge. Das Internet ist wieder einmal der übeltäter. Es steht in den Sternen, welche Maßnahmen die Landesregierung einsetzen wird und ob das Paradies für Glücksspiel wirklich strenger wird.

Sicher ist aber, dass die ganze Branche in Richtung Großbritannien schaut, denn im Land werden etwa 2,5 Milliarden Pfund jährlich im Online Glücksspiel eingenommen, 75 Prozent davon von ausländischen Betreibern.

Facebook in Großbritannien lang nicht mehr die Nummer Eins

Den veröffentlichen Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen zufolge sind im letzten Jahr im Vereinigten Königreich Webseiten für Online Glücksspiel sehr populär geworden und haben die sozialen Netzwerke längst überholt.

Die Internetseiten für Glücksspiel im Internet konnten 2009 im Gegensatz zum vorangegangenen Jahr einen Anstieg von 40 Prozent an Besuchern verzeichnen. Dies macht 3,2 Millionen Besucher aus, im Gegensatz zu 2,2 Millionen mehr Besuchern bei sozialen Netzwerken.

Außerdem wurde der britische Lotterie-Konzern Camelot von Nielsen als schnellstes im Internet wachsender Konzern ausgezeichnet. Im Zeitraum von Juli 2009 bis Juli 2010 hatte das Unternehmen 88 Prozent mehr Besucher zu verzeichnen als im Vorjahr.

Auch der namhafte Online Glücksspiel Konzern PartyGaming verbuchte mit seinen beiden erfolgreichen Plattformen PartyCasino für Online Casinos und PartyPoker für Online Poker über eine Million mehr Besucher und stockte seinen Besucherstamm um stolze 186 Prozent auf.

Im dem Bericht wurde auch gesagt, dass 50 Prozent aller Spieler im Netz ein Einkommen von mehr als 36.000 Euro jährlich hatten und dass die steigende Anzahl der Besucher in der Mehrheit Männer mittleren Alters seien und 46 Prozent der Online Spieler weiblich sind.

Neil Beston vom Marktforschungsunternehmen sagte, dass während das fantastische Anstiegs auf Glücksspielseiten in den vergangenen zwei Jahren von Männlein und Weiblein in allen Altersgruppen vorangetrieben wurden, es vor allem die Männer mittleren Alters sowie die Haushalte mit guter Ausbildung und gutem Einkommen waren, die das Wachstum vorwärtstrieben.