Das Auge des Staates an den Spieltischen

Das Auge des Staates an den Spieltischen

Wer mit dem Glücksspiel zu tun hat, muss deshalb nicht selbst an den Spieltischen zocken, dies beweist der Job von Sandra Sawallisch, Finanzbeamtin im Auftrag des Landes Baden-Württemberg. Wer diesem Job nachgeht, hat mit Spielbanken und Glücksspiel zu tun, zockt jedoch selbst nicht an den Spieltischen – zumindest nicht im Job.

Der Job der Finanzbeamtin beinhaltet bei Sawallisch vor allem eins: Kontrolle der Spielbank im Auftrag des Landes. Hierbei gehen weder Millionenbeträge durch ihre Hände, noch steht die Finanzbeamtin im Kontakt mit den Angestellten oder Gästen der Spielbank. Bei dem Job geht es mehr um Beobachten, Kontrollieren und vor allem um Konzentration.

Was der Job der Finanzbeamtin in der Spielbank beinhaltet:

  • Beobachtung des Spielbetriebs in der Spielbank
  • Kontrolle des Ersteinsatzes an den Spieltischen
  • keine Gespräche mit Besuchern der Spielbank und Croupiers
  • Abstimmungen mit Saalchefs
  • Ermittlung des Spielertrags am Tagesende in Zusammenarbeit mit dem Saalchef

Der Job ist ungewöhnlich, so Sawallisch. Die Arbeitszeiten müssen einem liegen, sie seien gewöhnungsbedürftig und mit einer dezenten und schicken Arbeitskleidung muss der Finanzbeamte des Landes in der Masse untergehen. Als gewöhnungsbedürftig könnte man es auch einstufen, dass man als täglicher Gast in der Spielbank weder viel mit anderen Menschen in Kontakt kommt, noch selbst spielen darf, geschweige denn das eingenommene Geld zur Kontrolle in die Hand nehmen darf. Der Job beinhaltet tatsächlich nur das Beobachten und hier muss der Finanzbeamte gut sein, denn es ist wichtig, dass man das gesamte Spielgeschehen im Blick hat, um die eigene Kontrollfunktion gut auszufüllen.

Ermittlung des Bruttospielertrags

Jeden Abend werden in den Spielbanken die Einnahmen gezählt. Bei dieser Ermittlung geht es für Sawallisch vor allem auch darum, den Bruttospielertrag herauszufinden. Dieser zeigt den Gewinn oder Verlust der Spielbank auf. Je nach Tagesgeschäft sind die abendlichen Beträge oftmals im sechsstelligen Bereich. Der Saalchef zählt das Geld des Tages, als Finanzbeamter gilt es auch hier nur zu beobachten und zu kontrollieren. Die Spielbanken in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr einen Bruttospielertrag in Höhe von 78,31 Millionen Euro erreicht.

Schweizer Casinos mit noch weniger Einnahmen

Schweizer Casinos mit noch weniger Einnahmen

Die Einnahmen der Schweizer Casinos geheny weiterhin zurück, im Jahr 2015 lag der Bruttospielertrag der Spielbanken bei einem Betrag in Höhe von 681,2 Millionen Franken, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Mit den sinkenden Einnahmen sinken gleichzeitig auch die Spielbankenabgaben, von denen normalerweise der Staat und damit auch das Land profitieren können.

Status Quo der Spielbanken in der Schweiz:

– Haupteinnahmen stammen aus dem kleinen Glücksspiel

– Spielbankenabgabe von 319,5 Millionen Franken

– 16,5 Millionen Franken, demnach fast 5 Prozent weniger als im Vorjahr

– Anteil der AHV sinkt um 4,8 Prozent auf 272,7 Millionen Franken

Während die sinkenden Einnahmen von Seiten der Spielbankenbetreiber kritisch beäugt werden und die Konkurrenz dementsprechend mehr und mehr zur Gefahr wird, sieht die ESBK den Rückgang als nicht so schwerwiegend an. Aktuell sei noch keine Bedrohung vorhanden, die Rentabilitätslage der Spielbanken sei weit besser als die von Unternehmen aus anderen Branchen.

Auf der anderen Seite sei laut der ESBK jedoch das illegale Glücksspiel besorgniserregend. Vor allem die Onlineglücksspiele, die von ausländischen Anbietern präsentiert werden, seien eine große Gefahr für die Spieler. Der Spielerschutz könnte bei dem illegalen Glücksspiel nicht gewährleistet werden.

Zunahme des illegalen Glücksspiels

Das illegale Glücksspiel boomt, auch die ESBK hat eine Zunahme des illegalen Glücksspiels festgestellt, so steht es im Jahresbericht der ESBK. Aktuell seien die Auswirkungen auf die legalen Spielbanken zwar ersichtlich aber noch nicht bedrohlich, wodurch eine Bekämpfung des illegalen Glücksspiels in Form von Unterbindung oder Sanktionierung noch nicht möglich sei.

Einbußen im Grand Casino Baden

Einbußen im Grand Casino Baden

Im vergangenen Jahr musste die Spielbank in Baden Umsatzeinbußen hinnehmen und so überholte das Casino Zürich die Badener Spielbank. Der Bruttospielertrag des Casinos Baden ist um 5,6 Prozent abgesunken.

Neue Rangfolge in der Schweiz

Wie auch in der Vergangenheit belegt noch immer das Casino Montreux die Führung der Schweiz, mit den stärksten Umsätzen, die im vergangenen Jahr noch einmal um 1,7 Prozent gesteigert werden konnten. Auf Platz Zwei lag bisher das Casino Baden, welches jedoch nun durch die Umsatzrückgänge auf Platz Drei abgesunken ist. Nach den Zahlen des vergangenen Jahres hat es das Casino Zürich nun auf den zweiten Platz geschafft.

Zürich verzeichnete im letzten Jahr einen Zuwachs um 4,7 Prozent. Grundsätzlich müssen die Spielbanken in der Schweiz insgesamt sinkende Einnahmen hinnehmen und dies nun seit mehr als acht Jahren. Trotzdem einzelne Spielbanken im vergangenen Jahr Erfolge in Bezug auf die Umsätze verbuchen konnten, so sank der Umsatz aller Spielbanken der Schweiz im letzten Jahr um vier Prozent.

Die Konkurrenz schläft nicht

Weniger erfolgreiche Häuser der Schweiz waren im vergangenen Jahr die Casinos Davos und Lugano, wo Verluste in Höhe von einem Viertel hingenommen werden mussten. Neben der Konkurrenz zwischen den Häusern selber, gibt es die größte Konkurrenz im Internet. Die virtuellen Spielcasinos üben einen großen Reiz auf die Spieler aus, da diesen Anonymität und Flexibilität geboten wird. Auch stellen die illegalen Spielclubs und Spielhallen im grenznahen Ausland eine große Konkurrenz dar. Ziel ist es in Zukunft, sowohl die Konzepte der Spielbanken erneut auf die Bedürfnisse der Spieler anzupassen und vor allem gleichzeitig auch für das Unterbinden der illegalen Angebote zu sorgen. Mit Erfolg hierbei stehen die Chancen gut, dass die Spielbanken in der Schweiz wieder Auftrieb erleben.

Spielbankbetrieb mit Herz

Spielbankbetrieb mit Herz

Nach eigenen Angaben werde der Betrieb in Bad Kötzting mit Herz ausgeführt, dies sei eine Besonderheit. Nach ihrem Besuch war die neue Lottochefin noch begeisterter als vorher schon. Auch die Spielbank in Bad Kötzting trage dazu bei, dass das Konzept, zu dem die Kanalisierung des Spieltriebs und des Jugendschutzes gehören, voll aufgeht. Die 53-jährige war erfreut über die Arbeit, die in Bad Kötzting geleistet wird.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Spielbank Bad Kötzting enormen Aufschwung erlebt. Der Bruttospielertrag ist um 70 Prozent angestiegen. Der eingeschlagene Weg scheint fruchtbar zu sein, genau aus diesem Grund wolle man sich auch in diesem Jahr auf das Angebot für Nicht-Spieler konzentrieren, so der Spielbankdirektor Klaus Schleicher. Die bereits im letzten Jahr ergriffenen Maßnahmen haben nicht nur der Spielbank geholfen, sondern auch der Stadt Auftrieb verschafft, so lautet das Resümee an dem Runden Tisch, an dem Vertreter aus Sport, Tourismus und Gastronomie ebenso wie Verantwortliche der Spielbank, die künftige Chefin von Lotto Bayern und Vertreter der Stadt zusammenkamen, um über das Jahr 2015 Bilanz zu ziehen.

Hilfe für die Spielbank

An den Erfolg der Spielbank im letzten Jahr soll auch in diesem Jahr angeknüpft werden. Hierbei geht es vor allem auch darun, das Angebot der Spielbank Bad Kötzting bekannter zu machen. Um dies zu realisieren gibt es bereits einige Ideen:

– Ehrung von Sportvereinen in Bad Kötzting

– Bewerbung von Spielbankaktionen durch Wegweiser an Ortseingängen

– Erneuerung der Beschilderung im Kurpark

– geplante Zusammenarbeit mit dem Konzerthaus in Blaibach

– diesjährige Open Air Veranstaltung der Reihe – zukünftige Austragung des Pokerfinales aller Bayerischen Spielbanken in Bad Kötzting

Die Pläne sind umfassend und insgesamt gibt es mehrere Ideen, wie vor allem auch Nicht-Spieler für den Besuch in der Spielbank begeistert werden können. Hierzu soll in den umliegenden Unterkünften mehr Werbung ausgelegt werden und auch ist eine Neugestaltung der Spielbank geplant. Weiterhin werden Veranstaltungen für Nicht-Spieler angeboten, wie beispielsweise After-Work-Partys mit Live-Musik, um Besucher für das Angebot der Spielbank Bad Kötzting langfristig begeistern zu können.

Drastischer Besucherrückgang in Hohensyburg

Drastischer Besucherrückgang in Hohensyburg

Ganz so schlimm sind die Neuigkeiten aus Hohensyburg zum Glück nicht, dennoch ist zu vermerken, dass vor Ort ein drastischer Besucherrückgang festgestellt wurde. Im Jahr 2014 kamen 19.000 Besucher weniger nach Hohensyburg, als im Vergleich zum Vorjahr. Damit beträgt der Besucherrückgang 5,8 Prozent. Welche Folgen sind nun zu befürchten?

In vielen Fällen bedeutet ein so drastischer Besucherrückgang gleichzeitig ein deutliches Absinken des Bruttospielertrags. Nicht im Falle der Spielbank Hohensyburg. Der Bruttospielertrag ist bisher, trotz Besucherrückgang, stabil geblieben. Im Jahr 2014 ist der Bruttospielertrag sogar ein wenig höher ausgefallen, als im Vorjahr. Betreiber der Spielbank Hohensyburg ist Westspiel, eine 100-prozentige Tochter der NRW-Bank. Westspiel betreibt auch die anderen Spielbanken in Nordrhein-Westphalen, genauer in Aachen, Duisburg, Bad Oeynhausen – und eben in Dortmund an der Hohensyburg.

Minusgeschäft in Nordrhein-Westphalen

Neben dem Besucherrückgang in Hohensyburg musste Westspiel einen Verlust in Höhe von neun Millionen Euro in den vergangenen Jahren hineinnehmen. Die Umsätze sinken weiterhin ab und auch ein umstrittener Kunstverkauf konnte dies nicht verändern. Es sei an der Zeit nun effektive Konzepte aufzustellen, die den Spielbanken in Nordrhein-Westphalen dabei helfen sollen, wieder auf die Beine zu kommen. Es ist an der Zeit, dass die Besucher wieder in die Etablissements gelockt und für das Glücksspiel begeistert werden können. Wenn der Bruttospielertrag in Nordrhein-Westphalen weiterhin absinkt, dann wird es eng für die Spielbanken vor Ort.