Bulgarien möchte virtuelles Glücksspiel gestatten

Bulgarien möchte virtuelles Glücksspiel gestatten

Weitere Staaten Europas dienten für das Zulassungsmodell als Beispiel. Das virtuelle Glücksspiel im Land lag, wie bei anderen Kollegen in Europa auch, in einer rechtlich nicht definierten Zone. Diese Tatsache nutzen zahlreiche unrechtmäßige Betreiber auf dem Rücken der Menschen für sich.

Um dem entgegenzuwirken, teilt das Parlament des Landes nur besondere Konzessionen bulgarischen und nichtbulgarischen Betreiber von Poker und virtuellem Glücksspiel zu. Jeder Betreiber ohne Zulassung, der auf der "Schwarzen Liste" steht, sieht sich einer Blockade seitens der Anbieter gegenüber.

Dieser Schritt wird von den Providern und unterschiedlichen rechtlichen Organisationen nicht ohne Zweifel gelassen; sie befürchten, dass diese rechtliche Vorgabe auch auf andere Internetseiten des Landes zutrifft. Weiterhin gibt es in dem Gesetz Erwartungen an die Casinos vor Ort, was auch für Reklame für Glücksspiel der Fall ist, welche nicht gestattet ist.

Aus finanzieller Sicht möchte das Land selbstredend nicht auf Steuern verzichten, die ihm durch die Lappen gehen. Erträge von rund 50 Millionen Euro sollen es hierbei sein. Das Land im Süden reguliert nun auch wie andere Staaten in Europa wie Belgien, Dänemark und Estland seinen virtuellen Glücksspielmarkt.

Man darf davon ausgehen, dass sich noch andere Länder ein Beispiel daran nehmen werden.

Und es bewegt sich doch – Europa und das Glücksspiel

In Sachen Glücksspiel macht nicht nur die Bundesrepublik Schlagzeilen, auch die übrigen europäischen Länder machen sich auf den Weg.

So manches Land hat schon Neuregelungen etabliert oder ist dabei, diesen Schritt zu tun. Die neuesten Nachrichten in Bezug auf das Thema Glücksspiel liefern Bulgarien, Finnland, das Vereinigte Königreich und wie könnte es anders sein, die Bundesrepublik.

Erstgenannter Staat entschied sich vor drei Jahren dazu, dem Online Glücksspiel den legalen Status zu geben und eine Abgabe von 17 Prozent in Bezug auf die Einnahmen zu etablieren. Zudem soll der Staat die Oberhand über Sportwetten haben.

Diese Maßnahmen bedürfen der Prüfung der Europäischen Kommission, diese erhielt den Entwurf im Mai 2011. Medien im Land berichteten, dass diese von der EU-Instanz abschlägig beschieden wurden. Ein Grund für diese Ablehnung sind möglicherweise die Einschränkungen bei der Werbung, die in dem neuen Gesetz zu finden sind.

Aber die Betreiber haben ohne Reklame nicht die Chance, Gewinn aus ihren Seiten zu schlagen. Doch auch andere Punkte missfielen der Instanz, nun muss man auf die Reaktion der Landesregierung zu diesem Entschluss warten.

Im nordischen Finnland macht der staatliche Lotteriebetreiber gerade Schlagzeilen. Dieser hat eine Partnergesellschaft ins Leben gerufen, mit ihr möchte er auch in Russland, den Vereinigten Staaten und China tätig werden. Im Juli dieses Jahres soll die Tätigkeit dieser Gesellschaft beginnen, so der stellvertretende Präsident des Anbieters.

Hier sind nicht die Zulassungen für diese Staaten wichtig, sondern die Zusammenarbeit mit den Anbietern vor Ort, den Systembetreibern und den Unternehmen im Medienbereich. Der inländische Markt soll von dem neuen Unternehmen nicht beeinflusst werden, dies ist der Grund, warum ausländische Plattformen angesteuert werden.

Das Vereinigte Königreich befasst sich momentan auch mit dem Glücksspiel. Das Ministerium, das für Kultur, Sport und Medien zuständig ist, möchte einen Ausschuss auf die Beine stellen. Dieser soll sich mit der Glücksspielbranche im Allgemeinen und dem "Gambling Act" von 2005 befassen.

Er wird Anliegen von Anbietern aus diesem Bereich zur Kenntnis nehmen, dazu gehören auch die Effektivität und die Konsequenzen dieses Gesetzes in Bezug auf das Glücksspiel im Land. Es könnte sein, dass sich dieses Komitee zudem mit Offshore-Betreibern und den satten Abgaben auf das virtuelle Glücksspiel beschäftigt.

In der Bundesrepublik endet die Gültigkeit des aktuellen Glücksspielvertrags zum Ende des Jahres. Aber der Nachfolger, welcher das Glücksspiel im Land effektiv und in übereinstimmung mit dem EU-Recht regelt, liegt noch in weiter Ferne.

Der Entschluss, der eigentlich bereits im Juni stehen sollte, wurde von den Länderchefs auf Oktober vertagt. Dann sollte eine Entscheidung gefallen sein, denn am 1.1. des kommenden Jahres soll der neue Vertrag gültig werden.

Neuer Zusammenschluss – mehr Gewinn

Das Unternehmen Playtech zählt zu den namhaftesten Produzenten von Software für Online Glücksspiele. Neulich wurde bekannt, dass das Unternehmen vorhat, den Betreiber von BB Service, Worldwide Online Enterprises Ltd. zu übernehmen.

Dieses Vorhaben ist rund 140 Millionen Euro schwer und zeigt, dass der Softwarehersteller seinen Einfluss in dieser Branche noch ausdehnen will und noch größer werden wird.

Das Unternehmen erklärt, dass die Nachfrage auf dem Online Glücksspiel Markt im Wachstum begriffen sei. Hier seien immer raffiniertere Problemlösungen gefordert, dies werde besonders in den kontrollierten Märkten ersichtlich und die obengenannte Fusion eröffne optimale geschäftliche Gelegenheiten für das Unternehmen.

Das Abkommen macht das Portfolio komplett und man hat sämtliche Lösungen im Bereich des Glücksspiels in einem Repertoire. Davon profitieren nicht nur Online Casinos sondern auch neue Unternehmen, die hier Fuß fassen möchten.

Das neu entstehende Unternehmen wird 850 Angestellte auf den Philippinen und im osteuropäischen Staat Bulgarien benötigen und man will drei große geschäftliche Sektoren, die Verwaltung von Netzwerken und Operationen, Marketing, sowie die Zahlungsverwaltung, etablieren.

Der Unternehmenssprecher ließ durchblicken, dass diese Verschmelzung direkten Einfluss auf die Erträge haben werde und Playtech dem Konkurrenzdruck dann stärker gewachsen sei.

Lothar Matthäus wird Werbestar

Der bekannte Fußballspieler Lothar Matthäus soll Poker 770 repräsentieren und dafür 500.000 Euro jährlich bekommen, doch dies scheint keine besonders gute Idee zu sein.

Es sind Witze über seine mangelnden Sprachkenntnisse im Umlauf, und ob man so jemanden als Aushängeschild für sein Unternehmen einstellen will, sei dahingestellt.

Doch Boris Becker warb auch für das namhafte Unternehmen PokerStars und ist auch kein Genie. Matthäus war ein erstklassiger Fußballer, der ohne Schwierigkeiten einen Pass über 60 Meter aus dem Fußgelenk schüttelte, so dass er den Angespielten problemlos vor die Füße kam.

Nur konnte er nicht sagen, wie er das gemacht hatte und er tat sich generell mit Erklärungen schwer. Als Trainer konnte er sich in der Bundesrepublik deshalb nie einen Namen machen. Er pries sich immer wieder als Kandidat an, wenn man einen neuen Bundestrainer brauchte, doch der DFB sah rasch ein, dass es nicht allzu klug war, Matthäus für diesen Posten einzustellen.

Er hatte in den letzten Jahren Verträge in Ungarn, dem Balkan und Bulgarien, was nicht ohne Grund so war. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn sich Poker770 einen Berater aus der Bundesrepublik verschafft hätte, um ein passendes Aushängeschild zu finden.

Besonders Boris Becker war sehr populär und ist es immer noch. Dies beweist, dass der Beliebtheitsgrad eines Sportlers reicht, um einer Marke mehr Bekanntheit zu verschaffen und er muss keine tollen Resultate abliefern.

Wie das Unternehmen ausgerechnet Matthäus ins Visier nehmen konnte, weiß man nicht, doch es ist interessant, dass der einstige Fußballspieler die stolze Summe von 500.000 Euro für seine Arbeit bekommt. Das Unternehmen ist zwar nur ein kleiner Betreiber, kann aber solche Beträge durchaus aufbringen, wenn es sein muss.

Es stellt sich die Frage, ob die Zahl der Spieler nun in ungeahnte Höhen klettern wird, wenn dies bekannt wird und ob man sich damit nicht ins Lachhafte zieht. Man könnte sogar munkeln, dass dies eine gewollte Taktik ist, denn auch Big Brother wurde sehr erfolgreich, weil der Bewohner Zlatko nicht wusste, wer Shakespeare gewesen war.

Doch Lothar Matthäus wird sich darüber keine Gedanken machen. Er hat noch nie aufgegeben und muss eine Menge Ex-Frauen monatlich mit Unterhalt versorgen. Dies dürfte mit dem Lohn für einen Nationaltrainer der Bulgaren keine einfache Angelegenheit sein.