Casinobetrüger haben nun nichts mehr zu lachen

Casinobetrüger haben nun nichts mehr zu lachen

Die Fahnder machten den 49 Jahre alten Mann schon vor zwei Monaten im Zuge einer Routineüberprüfung an einer baden-württembergischen Autobahnraststätte dingfest. Der Mann, der das Oberhaupt einer Betrügerbande ist, die auch international "arbeitet", war Gegenstand eines Haftbefehls.

Man geht davon aus, dass die Gruppe seit sieben Jahren Spielbanken in der Bundesrepublik und den Nachbarstaaten betrügt, solche Handlungen wurden erstmals im oberbayrischen Raum bekannt. Dazu gehörten auch Orte wie Garmisch-Partenkirchen und Bad Reichenhall. Doch die Polizei konnte nicht nur das Oberhaupt dingfest machen, ihr gingen noch fünf andere verdächtige Personen ins Netz.

Erste Ermittlungen ergaben, dass die Gauner zumeist mit gefälschten Ausweisen in die Spielbanken kamen, die Angestellten am Roulettetisch ablenkten und stattliche Summen einsetzten, nachdem die Kugel nicht mehr rollte. In zahlreichen Casinos kam so eine Schadenssumme von über zehntausend Euro zusammen. Die Polizei konnte den kompletten Schaden nicht benennen.

In enger Kooperation mit der italienischen Polizei in Venedig hat man dem Angeschuldigten 31 Betrugsfälle und mehr als 200 Fälschungen von Urkunden anlasten können. Ungeachtet dessen, dass jeder der Verdächtigen in den Spielbanken in der Bundesrepublik eine Sperrung hatte, gelangt es ihnen, mit falschen Dokumenten und raffinierter Verkleidung in die Spielstätten zu kommen.

Die Staatsanwaltschaft im München erklärte, dass man auch eine Mittäterin des verdächtigen Bandenchefs in U-Haft sitzen hat. Die beiden werden beschuldigt, über 40.000 Euro zusammengegaunert zu haben. Drei Betrüger hat man schon 2008 zu Strafen auf Bewährung verurteilt. Ein Sprecher konnte Angaben der Polizei, dass fünf Angehörige der Bande aktuell in U-Haft sind, nicht bejahen.

Die Gesetzeshüter und die Staatsanwalt gaben keine Informationen bezüglich des kompletten Schadens preis. Man fahndet immer noch nach den restlichen Bandenmitgliedern.

Bleibt das Monopol bestehen oder nicht?

Das Glücksspielmonopol des Staates ist sehr altmodisch und könnte schon in Bälde ausgedient haben, wenn die Bundesländer der Bundesrepublik darauf Übereinkommen sollten, dass der deutsche Markt im Bereich Glücksspiel auch für Privatanbieter, wie Online Casinos und Sportwettenbetreiber, zugänglich sein soll.

Das aktuelle Gesetz untersagt es Spielern der Bundesrepublik zwar, im Netz ihre Wetten zu setzen, doch diese scheren sich wenig darum. Es existiert ein Schlupfloch im Gesetz, das es ihnen gestattet auf derartigen Seiten zu spielen, wenn diese nicht in Deutschland unterhalten werden.

Doch hier scheiden sich die Geister und es hat den Anschein, das Schleswig-Holstein sein Glück wohl alleine versuchen wird, wenn man sich nicht einig werden kann. Wegen dem Rückgang der Gewinne des deutschen Block für Lotto und Toto sowie des staatlichen Betreibers Oddset, war Schleswig-Holstein auf der Suche nach einer passenden Lösung und verlangte von der Politik, endlich die Zügel in die Hand zu nehmen.

Wenn sich das Bundesland zu einem Einzelmarsch durchringen solle, wollen die Fraktionschefs im Landtag der Stadt Kiel schon im kommenden Jahr Privatbetreiber von Online Casinos und Sportwetten gestatten.

Diese könnten dann in zwei Jahren ihr Geschäft beginnen. Doch ein solcher Schritt birgt auch gewisse Risiken, nämlich, dass der Lotto- und Totoblock Deutschlands Schleswig-Holstein vor die Tür setzen wird und dies Umsatzreduzierungen zur Folge haben wird, wenn die übrigen Bundesländer eine Liberalisierung des Markts nicht befürworten.

Auch die EU fordert eine Gesetzesänderung, diese hatte schon im September den Glücksspielvertrag in der Bundesrepublik für nicht rechtmäßig befunden.

Die Welt von Bulle und Bär

Zuerst präsentierte man die Regelung als großes Hirngespinst in Bezug auf die Aktien im Bereich Online Glücksspiel. Nun halten sich viele Analysen zurück, da kontrollierte Märkte auch höhere Kosten zur Folge haben können.

Die Meinung zu den Aktien von Bwin ist vor nicht allzu langer Zeit erkennbar gesunken. Es gab insgesamt drei Abstufungen in der Beurteilung der Wertpapiere, welcher für die Aktie die schlechteste Position seit über 12 Monaten zur Folge hatte.

Intraday konnte der Titel vor kurzem zum Teil nur schlecht als recht über der Grenze von 30 Euro stehen bleiben. Ein Analyst den Unternehmen Cheuvreux stand vor gut einem halben Jahr noch alleine da, als er die Aktien so schlecht beurteilte. Mittlerweile folgen bereits vier Unternehmen diesem Beispiel und haben sogar sieben Kaufvorschläge eingereicht.

Die Kontrolle separater Märkte steht bei vielen Analyseexperten nun auf einmal stärker in der Kritik. Einerseits, weil häufig nicht alle Bereiche in Bezug auf die Online Glücksspielbetreiber freigegeben werden und andererseits, da dies höhere Ausgaben für Marketing und Lobbying sowie Steuern nach sich zieht.

Als Folge kommt dann Druck in Bezug auf die Einschätzungen was die Unternehmensergebnisse von Bwin und PartyGaming angeht. Diese Entwicklungen schlagen zwar nicht ein wie eine Bombe, doch die Kontrolle sehen viele Analysten nicht mehr als Möglichkeit an.

Ein Mitarbeiter von Davy sagt, dass während sein Unternehmen die Kontrolle der Online Glücksspielmärkte in Europa noch als gut betrachte, gestalte sich die übergangsphase in die kontrollierten Märkte für die Betreiber schwierig, die schon in den betroffenen Ländern ansässig seien.

Herr Birkin der bei Barclays Capital beschäftigt ist, sieht die Kontrollgefahren in Bezug auf Bwin nun auch kritischer. Im letzten Jahr habe man zwar keine separaten Vorfälle gehabt, die die Bewertung der Kontrolle beeinflusst habe, doch eine Summe von nur geringfügig schlechten Ereignissen lasse sie anders dastehen.

Hier ist die Art und Weise der Marktkontrollen wichtig. Diese kann für den Anbieter wie in Italien positiv sein, auch wenn Verzögerungen auftreten oder die Gewinne können wie es in Frankreich der Fall ist, wo es kein Casinoangebot und hohe Abgaben für Sportwetten gibt, erst einmal stark belastet sein.

Das französische Beispiel dürfte zahlreiche Anhänger finden, dies ist die Angst der Analyseexperten. Das Land habe zwar eine sichtbar schlechte Auswirkung auf die Gewinne, doch jede zusätzliche Kontrolle sollte prinzipiell eine gute Folge für den Betreiber haben, doch die Tatsache, dass die Regierung die öffnung des Marktes als Erfolg anpreist, sollte nachdenklich stimmen.

Die Rahmenbedingungen in Frankreich schränke das Wachstum des Marktes ein und verhelfe zur Anhebung der Abgaben. Das Risiko, dass dem andere Länder folgen, ist nicht gering. Die Unternehmen PartyGaming und Bwin hätten zwar das richtige Prinzip ausgesucht und hätten auch rasch auf dem Markt in Frankreich Fuß gefasst.

Dies hätte für sie Vorteile gegenüber den Konkurrenten zur Folge gehabt. Aber dies heißt nicht zwangsläufig, dass sie auch im Hinblick auf die feststehenden Erträge vorn mitspielen, so der Mitarbeiter. Man hat die Angst, dass Griechenland, das mit seinem Budget zu kämpfen hat, dem französischen Beispiel folgen wird.

Dies ist dahingehend ausschlaggebend, als dass das Land im letzten Jahr der drittgrößte Markt für das fusionierte Unternehmen von bwin und Party Gaming darstellte, dazu gehörte noch ein zusammengesetzter Anteil am Gewinn, der 7 Prozent höher lag als Frankreich.

Wegen der Schrumpfung der Gewinne in Frankreich, die mit der Marktöffnung zusammenhingen bewertet man dies als schlechten Effekt, wenn Griechenland das Gleiche tut. Und hier wird von der Bundesrepublik mit 25 Prozent der zusammengesetzten Erträge vor Synergie noch gar nicht gesprochen.

Die Schwierigkeit ist hier, dass infolge des aktuellen Richterspruchs seitens des EuGH, demzufolge die deutsche Gesetzeslage nicht zum geltenden EU-Recht passt, zwar jeder das Wort Regulierung in den Mund nimmt, aber noch keiner einer Ahnung hat, wie die Zukunft dieses Bereichs gestaltet werden soll.

Vor kurzem fanden sich die Ministerpräsidenten aller Bundesländer zusammen und kamen darauf überein, zwei Entwürfe bis zum kommenden Treffen am 15.12. zu entwickeln. Das Grundprinzip ist hier, dass die Bundesrepublik Sportwetten und Poker zu Beginn des Jahres 2012 so wie sein Nachbarland Frankreich zu kontrollieren beginnt.

Genaue Ziffern gibt es so früh noch nicht. Sollte dieser Fall jedoch auftreten, könnte dabei in zwei Jahren der Hauptteil der Fusionssynergien draufgehen. Die nächsten anderthalb Jahre sind hier entscheidungswichtig.

Je mehr Märkte zu einem Kontroll- und Abgabemodell finden, desto bedeutender wird es für die Aktionäre, dass die Betreiber von Online Glücksspiel mehr Informationen in Bezug auf die geografische Aufteilung der Erträge öffentlich machen. Doch wie sieht es auf dem viel versprechenden Markt der Vereinigten Staaten aus?

Hier ist immer noch sehr wahrscheinlich, dass virtueller Poker in jedem Bundesstaat unterschiedlich kontrolliert wird, doch dieser Prozess ist lang anhaltend. Den Anlegern ist geraten, sich mit den Auswirkungen der Kontrolle in Europa zu befassen als mit einer möglichen Aufwertung durch eine Kontrolle in den US. Die Merger sind hier keinem Risiko ausgesetzt.