Reformierung der Casinos Austria

Reformierung der Casinos Austria

In der Vergangenheit wurde bei den Casinos Austria bereits einiges umstrukturiert. Neu ist hierbei auch, dass der Novomatic-Chef Harald Neumann in den Aufsichtsrat der Casinos Austria eingezogen ist. Bei dieser Veränderung wird es allerdings nicht bleiben. In einem Interview erklärt Neumann, wie er die Möglichkeiten der Reformierung der Casinos Austria einschätzt und welche nächsten Schritte unternommen werden sollten.

Was ist bereits neu bei den Casinos Austria?

  • Einstieg des Glücksspielkonzerns Novomatic in die Casinos Austria AG (Casag)
  • Novomatic hält nun 17 Prozent an der AG
  • Eintritt des Novomatic CEO Harald Neumann in den Aufsichtsrat der Casinos

Was Neumann in der Zukunft für Neuerungen für die Casinos plant:

  • Rückzug der Casinos Austria in manchen Ländern
  • vorherige Besprechung der Sinnhaftigkeit der internationalen Projekte der Casag
  • Konzentration der Casinos Austria auf das Inlandsgeschäft
  • Ausbau der Anzahl der Videolotterieterminals
  • neue Lotterieprojekte
  • Stärkung des Bereichs der Online-Sportwetten

Die Ideen des Novomatic Vorstands Neumann konzentrieren sich vor allem auf den heimischen Markt. Seiner Aussage nach sind die Casinos hier erfolgreich, also sei es sinnvoll die Strategie vor Ort weiterzuentwickeln und den Status des Unternehmens im Heimatmarkt zu festigen. Hierfür gibt es unterschiedliche Ideen, die durch einen Rückblick und möglichen Ausblick auf Sinnhaftigkeit geprüft werden sollen.

Eigene Ziele für Novomatic

Neben den Ideen, die Neumann für die Casinos Austria in den Aufsichtsrat mitbringt, gibt es natürlich auch für den CEO des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns eigene Baustellen, die vorangetrieben werden müssen. Hier freut man sich nicht nur über die Erfolge, die Novomatic in den vergangenen Jahren in Märkten wie Großbritannien, Deutschland, Osteuropa und Italien erzielen konnte, sondern plant bereits zukünftige Unternehmensschritte. Hier ist von Expansion die Rede. Konzentrieren will man sich bei Novomatic in Zukunft auf große Glücksspielmärkte wie die USA und interessante Möglichkeiten in Afrika.

Lotto-Joint-Venture der Sazka Group

Lotto-Joint-Venture der Sazka Group

Durch die Teilhaberschaft mit Anteilen in Höhe von elf Prozent an den Casinos Austria und den dazugehörigen österreichischen Lotterien, besitzen die Milliardäre einen Großteil an Anteilen der Lotterien Europas. Dies wurde nun offensichtlich zum Anlass genommen, um unter dem Namen "Sazka Group" ein Joint-Venture zu gründen. Hier sollen nun auch die Lotterie-Beteiligungen eingebracht werden.

Aufteilung der Anteile innerhalb des Joint-Ventures:

– Komareks Firma KKCG wird 75 Prozent an der gemeinsamen Lotto-Firma halten

– Smejcs Emma Capital 25 Prozent

– gleiche Kontrollrechte für beide

Neben der 11-prozentigen Teilhaberschaft an Casinos Austria verfügt das Joint-Venture außerdem über Anteile an der griechischen Lotterie Opap sowie an der italienischen Lottoitalia. Die Sazka Group gilt somit als die größte Lotterien-Gruppe Europas.

Die Beteiligungen machen einen operativen Gewinn in Höhe von 850 Millionen Euro im Jahr. In Bezug auf die Anteile der Casinos Austria haben die Tschechien entschlossen sich mit den Niederösterreichern von Novomatic, die 40 Prozent der Anteile an den Casinos Austria halten, zusammenzutun. Auf diesem Weg soll das Ruder übernommen werden.

Novomatic zeigt Interesse an italienischem Lotto

Novomatic zeigt Interesse an italienischem Lotto

Die neuste Meldung bezieht sich auf die italienische Lotto-Konzession, an der Novomatic offenkundig großes Interesse hegt. Dies wird deutlich, weil der österreichische Konzern sich einem Bieterkonsortium angeschlossen hat, welches das Know-how und die Finanzkraft aller Partner bündelt, um auf diesem Weg an die Erfolgsstory des italienischen Lottos anknüpfen zu können.

Das Bieterkonsortium setzt sich zusammen aus:

– Novomatic

– Lottomatica (Tochtergesellschaft von International Game Technology (IGT))

– Italian Gaming Holding (IGH) (Tochtergesellschaft von Sazka Group)

– Emma Capital

– Arianna 2001

Von Seiten des Bieterkonsortiums wurde bereits ein Angebot gemäß der Angebotsfrist für die Lotto-Ausschreibung eingereicht. Wenn das Konsortium die Zusage für die Lotto-Konzession erhalten wird, so ist es geplant ein Joint Venture zu gründen. Bei diesem Joint Venture spielen alle Beteiligten des Bieterkonsortiums eine entsprechende Rolle und Lottomatica soll in diesem Fall als Hauptbetreibergesellschaft fungieren.

Fortsetzung erfolgreicher Kooperationen

Novomatic schlägt diesen Weg ein, um damit deutlich zu machen, dass erfolgreiche Kooperationen auch in Zukunft weiter angegangen werden sollten. In der Vergangenheit war die Kooperation mit der Sazka Group und Emma Capital erfolgreich. Hier konnten in Österreich erste Schritte zur Einigung in Bezug auf die Casinos Austria eingeleitet werden. Auch gibt es bereits weitere Kooperationspläne in weiteren Ländern wie Griechenland, worüber in Zukunft noch diskutiert werden soll.

Übernahme der Casino-Anteile umstritten

Übernahme der Casino-Anteile umstritten

Diesbezüglich befindet sich der Glücksspielkonzern auf einem guten Weg, wenn dieser allerdings auch umstritten ist. Novomatic hat nun die UNIQA-Anteile gekauft und wird damit zum größten Casino-Aktionär. Der niederösterreichische Glücksspielkonzern hält mit den 39,5 Prozent nun die Mehrheit der Anteile.

Der Casino-Deal wurde nun von Seiten Novomatics auch bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet. Dennoch steht der Deal ein wenig auf wackeligen Beinen, denn tschechische Casino Investoren haben aufgrund der Übernahme der Anteile durch Novomatic geklagt. Ihnen gebühre nach eigenen Angaben das Vorkaufsrecht auf die Casino-Anteile. Ob die Klage geltend gemacht wird bleibt aktuell noch abzuwarten. Die Novomatic zeigt sich jedoch dennoch siegessicher.

Kein Vorkaufsrecht für die Tschechen

Von Seiten der ÖBIB wurde angegeben, dass den Milliardären Jiri Smejc und Karel Komarek kein Vorkaufsrecht eingeräumt wurde. Diese scheinen davon jedoch überzeugt und haben daher eine Anfechtungsklage gegen die Casinos-Anteilseignerin Medial eingereicht. Bis Ende Februar wird in dieser Sache eine Entscheidung fallen, unterdessen sollten sich alle beteiligten Unternehmen besser noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Pläne für Nobelcasino im Wiener Palais Schwarzenberg vorerst gestoppt

Pläne für Nobelcasino im Wiener Palais Schwarzenberg vorerst gestoppt

Nichtsdestotrotz sind die Deutschen und die Schweizer positiv gestimmt, dies machte die Aussage von Detlev Brose, Sprecher des Schwarzenberg-Konsortiums, mehr als deutlich. Dieser gab an, dass man davon ausgehe, bei einer Neuausschreibung wieder eine Casinolizenz zu bekommen.

Zerstört wurden die Pläne des Schwarzenberg-Konsortiums nun vorerst durch das Bundesverwaltungsgericht (BVG). Der Bescheid des Finanzministeriums wurde aufgrund schwerer Verfahrensmängel durch das BVG aufgehoben. Die Aufhebung erfolgte aufgrund der Beschwerde von Seiten des österreichischen Monopolisten Casinos Austria, der bei der Casinolizenzvergabe leer ausgegangen war.

Brose gibt an, dass das Konsortium durch die Aufhebung der ausgegebenen Lizenzen nicht benachteiligt würde. Er machte deutlich, dass das Schwarzenberg Projekt das Beste sei und man daher keine Sorge habe, bei einer Neuausschreibung leer auszugehen. Zwar sei die Entscheidung des Gerichts ein Rückschlag, aber dies sei kein Grund aufzugeben, vor allem deshalb nicht, weil bereits eine Summe in Höhe von vier Millionen Euro in die Vorbereitungen gesteckt wurde.

Erhoffte Entscheidung lässt auf sich warten

Bisher ist bereits viel Zeit ins Land gegangen, ohne dass so wirklich etwas passiert ist. Das Schwarzenberg Konsortium hoffe nun auf eine saubere und schnelle Neuausschreibung, denn es müsse auch im Interesse der Regierung sein, bald Anbieter für entsprechende Lizenzen zu finden.

Wenn die Lizenzen dann endlich vergeben wurden und es keine Beschwerden mehr gibt, dann könnten die Anbieter ihre Investitionen tätigen und auch der Staat würde von den Casinobetrieben profitieren. Es bleibt spannend, wer sich bei einer Neuausschreibung bewerben wird, denn nach dem Einstieg von Novomatic bei den Casinos Austria ist nicht klar, ob beide Anbieter gleichzeitig eine Bewerbung einreichen werden.

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