Casino-Betrüger vor Gericht

Casino-Betrüger vor Gericht

Angeklagt werden vor Gericht vier ehemalige Casinoangestellte und zwei Gäste, die gemeinsam den gro&szlgi;en Clou im Casino durchzogen und dieses damit um mehrere tausend Franken betrogen.

Der Prozess wird vor dem Strafgericht Lugano ausgetragen. Kläger ist das Casino selbst, angeklagt ist die gesamte Betrüger-Bande, wobei einer der Italiener vor Gericht fehlt. Der Betrug wurde in den Jahren 2008 und 2009 durchgeführt. Innerhalb dieser Zeit betrogen die Angeklagten das Casino um viel Geld, mit einem gemeinsam ausgeklügelten Betrugssystem.

Während zwei der Täter als Gäste im Casino aktiv waren, waren die anderen vier Betrüger vor Ort im Casino angestellt. Die Betrüger hatten Stellungen wie Sicherheitspersonal und Supervisor inne. So war es für die Bande ein Leichtes das ausgeklügelte Betrugssystem im Casino anzuwenden. Hierzu wurden von der Bande gezinkte Karten verwendet. Die wurden von einem der Männer eingefügt und waren dann vor Ort im Spiel. Wenn die als Gäste getarnten Betrüger dann das Casino betraten, konnten die Komplizen diese darauf hinweisen, an welchem Blackjack-Tisch mit den gezinkten Karten gespielt wurde.

Bei den gezinkten Karten handelte es sich um präparierte Karten, die über veränderte Symbole auf der Rückseite verfügten. So konnten die Betrüger erkennen, ob die Spieler gegenüber über ein gutes Blatt verfügten oder nicht. Auch beim Roulette konnten die Betrüger mit ihrer Masche Erfolge verbuchen, denn hier wurde der Croupier mit Hilfe des vermeintlichen Sicherheitspersonals reingelegt.

Die häufigen Glückssträhnen waren es, die das Casino auf die Betrugsreihe aufmerksam machen. So konnten die Spieler identifiziert und der Betrug aufgedeckt werden. Die Täter kamen in U-Haft und stellen sich nun vor Gericht der Anklage.

Kritik am Casino Lugano

Kritik am Casino Lugano

Erst vor Kurzem war die Spielbank wieder mit negativen Schlagzeilen in den Medien. Diesmal ging es um den Betreiber der Diskothek und Lounge Nyx, die sich in dem Casino befindet. Der 45-jährige Betreiber wurde auf Anweisung der Staatsanwaltschaft verhaftet.

Dem Betreiber und seinem 47-jährigen Compagnon, der als Marketingchef des Casinos fungierte, werden mehrere Delikte vorgeworfen. Zu den vorgeworfenen Delikten zählen unter Anderem schwere Körperverletzung, Betrug, Freiheitsberaubung, Urkundenfälschung und Unterschlagung.

Auch wenn das Casino Lugano hier als geschädigte Partei auftritt, so gerät es dennoch in ein äußerst schlechtes Licht, da Details über die Beteiligten und über das Casino bekannt werden, die nicht sonderlich löblich für das Etablissement sind. Eigentlich sollten Casinos wie das in Lugano über ein Sicherheitskonzept verfügen, welches in erster Linie vor Kriminalität jeglicher Art schützen soll. Nun hat sich bereits die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) eingeschaltet und eine Administrativuntersuchung eingeleitet.

Die Stadt ist zu gewissen Teilen an der Spielbank beteiligt, die für sich selbst und auch für die Stadt fast nur noch Verluste einfährt. Der Wert der Spielbank ist stark gesunken und die Skandale zehren an dem Image der Stadt und vor allem an dem Image der Politiker, die an den Geschäften der Spielbank beteiligt sind.

Der Schaden, den die negativen Schlagzeilen und Affären anrichten, trifft vor allem den Ruf des Casinos und auch den Ruf der Stadt. Weiterhin besteht auch die Gefahr, dass die ESBK sich dazu entscheidet, dem Casino in Lugano die Konzession zu entziehen.