Entscheidungen in Luzern in der Kritik

Entscheidungen in Luzern in der Kritik

Von Seiten des Verwaltungsrats wurde der Chinese Yunfeng Gao als Investor für das Casino Luzern abgelehnt. Diese Entscheidung sorgt in der Stadt für Diskussionen. Hierbei geht es jedoch nicht mehr nur um diese Entscheidung, sondern auch um grundlegende Themen, wie die Beteiligung der Stadt Luzern am Casino. Mit einem Anteil in Höhe von 11 Prozent gilt die Stadt Luzern als größte Aktionärin.

Die städtische Beteiligung am Casino wird mit Skepsis betrachtet. Auch die Entscheidung des Verwaltungsrats stieß sauer auf, denn die Begründung für die Ablehnung von Gao als Investor bezog sich vornehmlich auf die regionale Verankerung des Casinos. Experten jedoch meinen, dass Gao als Investor eine kluge Entscheidung gewesen wäre, denn so hätte man den Rückgang der chinesischen Besucher in Luzern vielleicht aufhalten oder dem entgegen wirken können.

Aktienbesitz ohne strategische Ziele

Die Ablehnung von Gao als Investor sorgt nun dafür, dass das Thema weiterhin diskutiert wird. Hier geht es vor allem um den Aktienbesitz der Stadt Luzern. Die Aktien des Casinos würden heute kaum noch Gewinn abwerfen und da die Stadt keine strategischen Ziele zu verfolgen scheint, wäre es nach Angaben von Peter With sinnvoll, diese Aktien zu verkaufen. Während der Stadtrat den Verkauf der Aktien in Betracht zu ziehen scheint, hatte das Parlament sich bereits im Jahr 2014 dagegen entschieden. Dennoch will Wirth es nun erneut probieren und davon überzeugen, dass der Aktienbesitz der Stadt am Casino nicht richtig ist. Bisher ist nicht klar, ob dieser Vorschlag im Parlament auf offene Ohren stoßen wird.

Attraktivität der Casinoaktien in Zahlen:

  • 2008: 450 Franken für den Titel
  • 2015: fast auf die Hälfte reduziert
  • Anfang 2017: zwischen 310 und 350 Franken pro Aktie
  • rund 85 000 Franken Dividende pro Jahr

Die jährliche Dividende von rund 85.000 Franken im Jahr, ist im Vergleich sehr niedrig. Die Stadt hält weitere Beteiligungen, zum Beispiel an öffentlichen Parkhäusern, bei denen die Dividende weitaus höher ist. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Beteiligung der Stadt am Casino bei einigen für Unverständnis sorgt. Peter With hat sich vorgenommen, nun hinsichtlich der Casinobeteiligung, einen weiteren Vorstoß zu wagen. Dieser wird aktuell vorbereitet. Es bleibt spannend, wie das Ergebnis ausfallen wird. Noch ist nicht vorauszusehen, in welche Richtung die Entscheidung der Mehrheit des Parlaments gehen wird.

Inkonsequente Entscheidungen in Luzern

Inkonsequente Entscheidungen in Luzern

Aktuell wird viel über kürzlich getroffene Entscheidungen bezüglich der Wertpapiere in Luzern diskutiert. In der gesamten Schweiz regen die Entscheidungen des Casinos Luzern zu Diskussionen an. Worum es geht? Dem chinesischen Investor Yunfeng Gao wurde die Aktieneintragung von Seiten des Casinos abgelehnt, für die Genusscheine jedoch erhielt der Geschäftsmann eine Zustimmung. Die Entscheidung des Casinos wird als inkonsequent bezeichnet.

Worum es bei der Entscheidung geht:

  • Verweigerung des Eintrags eines Aktienpakets von 5 Prozent durch das Casino Luzern gegenüber dem Investor Gao
  • Gao besitzt neben dem Luzerner Hotel Palace weitere Hotels in Engelberg und auf der Melchsee-Frutt
  • Investor hatte die Aktien ein halbes Jahr zuvor von einem privaten Verkäufer via seine First Swiss Hotel Collection AG erstanden
  • das Nein des Casinos wurde von Präsident Guido Egli und Vizepräsident Philipp Gmür mit Bedenken um die Selbstständigkeit, der lokalen Verankerung und der Unabhängigkeit begründet
  • 1100 Genussscheine à je 360 Franken, welche die First Swiss Hotel Collection ebenfalls eingereicht hat, wurden vom Verwaltungsrat akzeptiert
  • das Nein zu der Aktieneintragung und das Ja zu den Genussscheinen führt zu dem Eindruck, dass hier eine inkonsequente Entscheidung getroffen wurde

Warum die Entscheidung als inkonsequent eingestuft wird?

Dem Casino wird in erster Linie deshalb Inkonsequenz vorgeworfen, weil ein Besitzer von Genusscheinen, dieselben Vermögensrechte besitzt, wie bei einer Namenaktie. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Inhaber von Genusscheinen kein Stimmrecht haben. Genau dieses fehlende Mitspracherecht ist auch für Guido Egli die Begründung dafür, warum die Entscheidung nicht als inkonsequent bezeichnet werden dürfe. Bisher ist noch nicht sicher, ob die Genussscheine von Seiten des chinesischen Investors überhaupt eingetragen werden, nachdem er nun die Ablehnung in Bezug auf die Eintragung der Aktien erhalten hat.

10 jähriger Geburtstag des Casinos in Luzern

10 jähriger Geburtstag des Casinos in Luzern

Besonders bemerkenswert ist die viermalige Auszeichnung des Casinos Luzern in der Schweiz zum "Schweizer Casino des Jahres". Kein anderes Casino in der Schweiz hat innerhalb solch einer Zeitspanne so oft diese Auszeichnung erlangt.

Weit über die Grenzen der Region hinaus hat das Casino im Laufe der Zeit eine große Fangemeinde angesammelt, die gerne zum Spielen in das beliebte Casino kommt. Der 26. Juni 2012 war der Ehrentag des Schweizer Casinos, an dem die Spielbank Luzern sein 10 jähriges Bestehen feierte.

Die Auszeichnung "Casino des Jahres" wurde bereits viermal durch das "Swiss BusinessMagazin" an das Casino Luzern vergeben. Diese Auszeichnung verdiente sich das Casino wohl durch die langjährige Professionalität in der Branche. Das Casino Luzern konnte sich in der Schweizer Casino Branche im Laufe der Jahre einen Namen machen, da zusätzlich einige auffällige Investitionen getätigt wurden.

Das Casino Luzern eröffnete vor 10 Jahren, am 26. Juni 2002, als erstes A-Casino in der Schweiz. Es wurden große Erwartungen an das Casino gestellt, die die Betreiber bei Weitem übertreffen konnten. Allein im letzten Jahr wurde ein Rekord in Bezug auf die Besucherzahlen aufgestellt, da das Casino allein im Spielbereich 241.000 Gäste verzeichnen konnte.

Neben den Highlights des Casinos bekam außerdem das hauseigene Restaurant "Olivo" besondere Auszeichnungen. Auch im Bereich der Partyveranstaltung konnte das Casino Luzern bereits punkten, denn vor allem die jungen Leute besuchen gerne das Casineum und The Club, die beide zum Casino Luzern dazu gehören.

Doch nicht nur das Casino allein profitierte in der Vergangenheit von den Erfolgen des Betriebs. Das Unternehmen unterstützt in wirtschaftlicher Hinsicht jährlich die Bereiche Kultur, Sport und Soziales in Luzern. Hier werden jährlich rund eine Million Franken von Seiten des Casinos Luzern gesponsort. Auch die Sanierung der Gebäude des Casinos Luzern wurde mit Investitionen des Casinos finanziert.

Hier wurden in der Vergangenheit insgesamt 35 Millionen Franken eingebracht. Mit diesen Finanzspritzen konnten in den letzten Jahren die neobarocken Gebäude in Stand gehalten werden. Dadurch ist das Casinos Luzern natürlich ein zusätzlicher Touristenmagnet, was wiederum der Stadt besonders zu Gute kommt.

Österreichisches Unternehmen tritt kürzer, verschwindet aber nicht

Die Casinos Austria veräußern ihre 45 Prozent starke Beteilung am Grand Casino Luzern. Dieses gehört dann ganz der Casino Kursaal AG Luzern. Die Casinos Austria behalten aber die Anteile an den Spielbanken in Bern, Lugano und St. Moritz bei.

Das Unternehmen verkauft auch seine 5 Prozent starke Beteiligung an der Casino Kursaal AG Luzern. über die Verkaufspreise ist bislang nichts bekannt.

Die Kooperation zwischen dem Casino in Luzern und dem österreichischen Unternehmen begann vor 15 Jahren, die Aufgabe war es, die Zulassungen für Spielbanken für die Luzerner zu bekommen und fachliches Wissen weiterzugeben, so die alleinige Aktionärin.

Nach Meinung eines Investors und Betreibers, der internationale Erfahrung vorweisen kann, sei der passende Moment für die Veräußerung erreicht worden, so die Casinos Austria.

Der Abgeordnete des Verwaltungsrates nannte als Gründe für die Veräußerung auch den schon länger unveränderten Casinomarkt, die Steuern für die Spielbanken und letztlich auch das Rauchverbot.

Das österreichische Unternehmen möchte laut der Informationen in wachsenden Märkten wie beispielsweise Italien und im Online Gaming aktiv sein. In der Schweiz behält es seine Anteile an den Spielbanken in Bern, Lugano und St. Moritz.

2009 hatten die Casinos Austrias schon Minderheitsbeteiligung am Grand Casino in St. Gallen, in Pfäffikon im Kanton Schwyz und am Casino in Schaffhausen abgestoßen.

Schweizer Casinos gehen Online

Auch die Casinos in der benachbarten Schweiz versuchen weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, sowohl mit den online Casinos als auch mit den Casinos im Ausland. Viele Spielbanken wollen daher jetzt auch online gehen. Von zu Hause aus können zukünftig auch die Besucher des Casinos Luzern um Geld spielen. Die Spielbank will online Spiele wie Poker, Black Jack oder Roulette anbieten. Bisher sitzen jedoch nicht alle Casino Betreiber im selben Boot, denn das Casino Baden will von dieser Idee noch nichts wissen. Eine Arbeitsgruppe hat sich bereits mit diesem Thema beschäftigt, bisher will das Casino Baden jedoch nicht online gehen. Vorraussetztung für Online Projekte ist natürlich eine Gesetztesänderung, welche online Casinos zulässt. Das wird erst in circa drei Jahren soweit sein, auch das Casino Baden will dann über eine online Casino nachdenken. Für viele Casinobetreiber liegen die Vorteile von Online Casinos auf der Hand.

Der Geldabfluss ins Ausland muss gestopt werden, deshalb ist die Auflockerung des Verbots von Internet Casinos das im April vom Bundesrat beschlossen wurde, genau richtig.

Kunden der Schweizer Spielbanken sollen die Chance haben, auch online in Schweizer Casinos zu spielen und nicht in einem dubiosen Casino auf einer karibischen Insel, wo nicht sicher ist, ob man das gewonne Geld auch erhält. Vorerst sollen allerdings nur wenige Konzessionen für Online Casinos erteilt werden. Für Kasinos, die keine Konzession erhalten, ist das wiederum ist ein großer Nachteil, denn diesen Casinos drohen Geschäftseinbussen. Es wird also spannend welche Kasinos die Konzession erhalten werden und welche nicht.

Positiv ist auf jeden Fall, das die Schweizer Casinos einen Weg in den Online Markt finden wollen. Vorallem für Schweizer Spieler wird es angenehmer sein, auch in einem Schweizer online Casino zu spielen. Welche Auswirkungen die neuen Schweizer Online Casinos wiederum auf die online Spieleplattformen haben werden, das wird die Zukunft zeigen.