Neinsager Schleswig-Holstein

Das Bundesland Schleswig-Holstein ist kurz davor, sich in ein Casino-Mekka und ein Paradies für Sportwetten zu verwandeln. Das Bundesland war das einzige unter den 16 Ländern, das auf dem Treffen am 6. April zum neuen Glücksspielvertrag mit den Rahmenbedingungen nicht einverstanden war.

Der FDP-Chef des Bundeslands ist der Ansicht, dass die restlichen 15 den Sportwettenmarkt nun lockern sollten. Die Regierung von Schleswig-Holstein ist der Meinung, dass die geringe Vergabe von sieben Zulassungen für Sportwetten und Casinos Beschwerden von leer ausgegangenen Kandidaten nach sich ziehen könnte.

Ein Rechtswissenschaftler sagt, dass es nicht ungefährlich sei, die Betreiber im Privatbereich im Falle einer Lockerung von den strikten Vorgaben zum Spielerschutz und der Suchtvorbeugung auszuschließen, da gerade bei diesen Spielen das Suchtrisiko recht stark sei.

Der Ministerpräsident des Bundeslandes Rheinland-Pfalz sagte vor Kurzem, dass 15 Länder einen kohärenten Glücksspielvertrag optimaler finden als 16 verschiedene juristische Gegebenheiten in diesem Bereich. Auch der Bürgermeister von Hamburg findet diese Idee gut. Dieser sei ihm zufolge auch sehr notwendig gewesen, wenn man sich die Suchtrisiken von Glücksspiel und Wetten vor Augen führe.

Die festgelegten Rahmenbedingungen beinhalten auch, dass es untersagt ist, Wetten auf Zwischenergebnisse oder den Spieler, der das nächste Tor macht, zu setzen. Die Werbung für Betreiber der Wetten im Rahmen der Sportveranstaltung sollen ebenfalls nicht gestattet werden.

Die Rahmenpunkte beinhalten auch, dass die Spiele fürs Online Casino, sprich Poker, Black Jack oder Roulette in Zukunft nur von Spielbanken mit staatlicher Lizenz bereitgestellt werden dürfen. Der Alleinspruch der Lotterie liegt weiterhin beim Staat und den Bundesländern.