Verderben viele Köche den Brei?

Für die Bekanntmachung einer Spielbanklizenz in Liechtenstein haben sich zwei Kandidaten eingestellt. Diese sind die Casinos Austria AG und die Casino Admiral AG aus Vaduz.

Ersteres Unternehmen will die Spielbank bei einer Zusage zusammen mit dem Casino Vaduzerhof AG leiten und letzteres gehört zu zwei Dritteln der ACE Holdings AG, die wiederum Teil des niederösterreichischen Novomatic-Konzerns ist. Die Regierung des kleinen Fürstentums hatte das Verbot von Glücksspiel aus dem Jahre 1949 vor kurzem abgeschafft, damit sollten die Wirtschaft und der Staatsetat in Schwung kommen.

Die Bewerbungsfrist für die Lizenz lief bis Ende März 2011 und war mit einer Bearbeitungstaxe von 20.000 Franken verknüpft. Die Zulassung läuft maximal 6 Jahre und zum Ablauf dieser Frist muss ein Entwicklungsbericht angefertigt und eingereicht werden.

Die änderungen am liechtensteinischen Geldspielgesetz wurden zu Beginn dieses Jahres gültig und beinhalten auch Zulassungen für Online Glücksspiele. Dem Generaldirektor des ersten Unternehmens zufolge holt sein Konzern mithilfe eines gut gelaufenen ersten Quartals 2011 die Umsatzeinbußen des vergangenen Jahres wieder auf.

Das Unternehmensresultat belief sich vor zwei Jahren auf 56, 4 Millionen Euro und sank im Folgejahr um rund 4 Millionen. Die Auslandstochter Casinos Austria International hatte mit ihren Verlusten von mehr als 35 Millionen Euro erheblichen Einfluss auf diese Zahlen.

Dies wurde mit den wachsenden Online Glücksspiel und dem Rauchverbot in den Spielstätten begründet. In der Umgebung von Liechtenstein gibt es aktuell genügend Spielbanken für die Einwohner. Sechs Spielstätten in den Nachbarländern Schweiz, Deutschland sowie Österreich sind nur 30 Autominuten entfernt.

Das Casino in Bregenz, das auch von den Casinos Austria geleitet wird, hat dem Unternehmenssprecher zufolge, eine Lage, die der liechtensteinische Hauptstadt ähnele, deswegen wolle man diese Zulassung gerne bekommen.

Kleines Land ganz gro

Das kleine Land Liechtenstein ist weitestgehend als Steueroase und kleines Fürstentum in den Alpen zwischen Österreich und der Schweiz bekannt. Momentan ist es aber wegen seiner Vergabe einer Spielbanklizenz Gesprächsthema Nummer Eins.

Es haben sich schon zwei Kandidaten eingestellt, auch die Casinos Austria. Das Unternehmen ?sterreichischen Ursprungs möchte, der liechtensteinischen Presse zufolge, hier eine Spielstätte unterhalten.

Das Gesetz von 1949, das Glückspiel in dem kleinen Land untersagte, wurde letztes Jahr abgeschafft, so dass dieses Vergnügen nun rechtens ist. Hiervon dürften besonders die Wirtschaft und der Etat des Landes viel haben. Doch das Problem war damit nicht aus der Welt, denn nun brauchte man einen Betreiber.

Dies hatte zur Folge, dass die Zulassung für eine Spielbank im Land bekanntgemacht wurde. Die Bewerbungsfrist lief vor Kurzem aus und war mit einer Bearbeitungspauschale von 20.000 Franken verbunden. Hier gab es nur zwei Bewerber.

Die Casino Vaduzerhof AG, die mit den Casinos Austria kooperiert sowie die Casino Admiral AG, die bei Novomatic mit dabei ist, haben ihren Antrag für diese Zulassung gestellt. Wer der Glückliche sein wird, steht noch in den Sternen. Klar ist aber, dass die beiden Unternehmen viel mit diesem Casino vorhaben.

Hier soll ein gro?angelegtes Hotel in der City von Vaduz entstehen, worin auch ein Casino integriert sein soll. Bekommt ersteres Unternehmen die Lizenz, dann werden die Casinos Austria dieses leiten. Der österreichische Konzern will das Hotel aber nicht leiten, sondern nur die Spielbank ist hier von Interesse.

Das Casino Vaduzerhof will auf dem Grundstück des ehemaligen Vaduzerhofes eine Unterkunft mit 100 Zimmern errichten, hierzu sollen auch ein Wellnessbereich, mehrere Restaurants und ein Casino gehören. Das Casino Admiral hat seinen Schwerpunkt hingegen auf das Casino gesetzt.

Sie wollen in der Aeulestra?e im Städle von Vaduz eine Spielbank bauen, die 14 Hotelzimmer mit dabei hat. Auch hier möchte man ein Fitness- und Wellnessareal sowie ein Restaurant eingliedern. Das Hotel mit dem Casino, das das erstgenannte Unternehmen plant, ist mit rund 65 Millionen Franken veranschlagt und soll etwa 150 Jobs schaffen.

Das zweite Unternehmen rechnet bei seinem Vorhaben mit 40 Millionen Franken an Kosten und 92 neuen Arbeitsstellen. Ob die Jobs neben dem Plan und der Durchsetzbarkeit bei der Lizenzvergabe ausschlaggebend sind, ist nicht klar, da in dem kleinen Land die Arbeitslosigkeit recht gering ist.