Studie: Wie beliebt ist das Glücksspiel tatsächlich?

Studie: Wie beliebt ist das Glücksspiel tatsächlich?

Besonders durch die Vielfältigkeit der Angebote ist es interessant, mit Hilfe einer Studie zu ermitteln, wie viele Menschen tatsächlich an Glücksspiel teilnehmen. Darüber hinaus gilt es zu beleuchten, welche Glücksspiele sich bei den befragten Personen besonderer Beliebtheit erfreuen. Von Seiten des DSbV Deutscher Spielbankenverband e.V. wurde nun eine Studie genau zu diesem Thema veröffentlicht, mit folgenden ausschlaggebenden Ergebnissen:

– im Jahr 2013 haben 15,5 Prozent der Befragten im Alter bis 65 Jahre das Angebot einer Spielbank genutzt, im Jahr 2014 16,1 Prozent

– Akzeptanz der Spielbank bei 36-45-Jährigen am höchsten, danach folgen die Altersgruppen 56-65 und 46-55 Jahre

– Bewertung des Großen Spiels zwischen 2014 und 2015 um 0,9 Prozent gesteigert

– Bewertung des Automatenspiels gleichbleibend bei 6,9 bzw. 7 Prozent

– Das Online-Spiel hat seine Höchstwerte in der Gruppe der 26 bis 35-Jährigen

In der Auswertung bedeutet dies, dass vor allem junge Menschen sich eher der digitalen Welt und damit dem Online Glücksspiel hingezogen fühlen. Auch wenn bei den älteren Gruppen Personen dabei sind, die durchaus ein digitales Verständnis vorweisen können, so scheinen diese die gehobene Unterhaltung, das zuverlässige legale Spiel und den garantierten Spielerschutz in den traditionellen Spielbanken zu bevorzugen.

Verband soll Staatsmonopol schützen

Es ist nichts Neues, dass die deutschen, vom Staat zugelassenen Spielbanken illegales Glücksspiel zurückweisen. Ebenso bekannt ist, dass man den Spielerschutz mehr fördern möchte. Nun haben sie gemeinsam vor, den Dialog zwischen den Spielbanken und der Politik einerseits und Spielbanken und der öffentlichkeit andererseits zu verbessern.

Hierbei will man sich zu einem Verband zusammentun. Mit dem Titel Deutscher Spielbankenverband (DsbV) haben sich nun die 11 Unternehmen mit staatlicher Lizenz zusammengetan. Sie möchten das am Gemeinwohl ausgerichtete Glücksspiel auf Landes-, Bundes- und Europaebene repräsentieren. Der Verband soll Ansprechpartner der Politik, Medien, Wirtschaft und die breite öffentlichkeit für Angelegenheiten des Glücksspiels und die Entwicklung im Spielbankwesen sein.

Die Spielbanken hierzulande stehen einer wichtigen Aufgabe gegenüber. Sie fürchten zurzeit um ihr staatliches Monopol, da manche Länder in der Zwischenzeit den Glücksspielvertrag zurückweisen und gar nicht fortsetzen wollen, besonders Schleswig-Holstein. Dies könnte den bislang illegalen ausländischen Anbietern einen weiteren Aufschwung verschaffen. Von einer Lockerung würden aber auch die deutschen Anbieter ihren Nutzen haben. Sie könnten Werbung schalten und ihr Angebot auch im Netz publik machen. Der Verband möchte den Verbraucher und das Monopol gleichsam schützen.

Die öffentlich-rechtlichen Spielbanken hätten die ordnungspolitische Aufgabe der Länder, ein ausreichend reizvolles, verantwortungsbewusstes und seriöses Glücksspiel anzubieten, so der frischgebackene Vorsitzende des Verbands. Nach dieser Aufgabe sieht sich der Verband als Impulsgeber für die öffentliche Debatte zu aktuellen und kommenden Herausforderungen in diesem Bereich. Mit dem neu ins Leben gerufenen Verband wolle man mehr in den Dialog zur Kontrolle des Glücksspiels reinkommen, so der Vorsitzende. Der Verband spricht sich ganz klar gegen die Kommerzialisierung des Glücksspiels.

Die Regelungen sollen nach den Ansichten des Verbands nicht-wirtschaftlichen Interessen unterliegen, sondern nur dem Spielerschutz nutzen. Eine Ausdehnung bis zu rechtmäßigen Angeboten, ginge auf Kosten des Spielers und der Jugend und würde negative Aspekte wie Geldwäsche und private Verschuldung noch verstärken, so der Verband. Mit der Gründung dieses Verbandes zeigen sich deutlich die Befürchtungen der staatlichen Spielbanken vor der unliebsamen Konkurrenz, die immer schneller auf dem Markt erscheint. Die Angebote seitens des Staates sind zurzeit einfach nicht reizvoll und werden den Vorsprung ihrer ausländischen Konkurrenz nicht so schnell wieder wettmachen, selbst wenn zukünftig Glücksspiel im Netz bereitgestellt wird.

Wohin dieser Weg mit dem neuen Gesprächspartner in der Frage des Vertrages gehen könnte, ist nicht schwer zu erraten. Man muss den Vertrag so beibehalten, dass er den staatlichen Betreibern einen Vorteil im Wettbewerb einbringt. Ob und wie der Verband Erfolg haben wird, wird sich zeigen.