Diskriminierung der Spielhallen

Diskriminierung der Spielhallen

Diese Regelung wurde zum Schutz vor der Spielsucht und somit für den Spielerschutz eingeführt. Natürlich gehen hiermit gleichzeitig den Betreibern Einnahmen verloren, die sie normalerweis ein diesem nächtlichen Zeitabschnitt generiert hätten.

Nun sollen eben diese vom Stadtrat verabschiedeten Sperrzeiten in Augsburg weiter verlängert werden, sodass die Spielhallen in Zukunft zwischen 3 und 9 Uhr geschlossen bleiben sollen. Die Betreiber wollen sich allerdings gegen diese Beschlüsse zur Wehr setzen.

Einer der Betreiber, die gegen die Entscheidung des Stadtrats vorgehen wollen, ist der Künstler Günther Wiedemann-Lech, der als zweites Standbein den Betrieb von fünf Spielhallen führt. Er sieht den Vorwurf, dass Spielhallen immer in Verbindung mit Spielsucht stehen als ein Vorurteil an. Als Vergleich nimmt er die Alkoholsucht, bei der die Politik nicht eingreift und Gaststätten über bestimmte Zeiträume schließt.

Aufgrund dieser ungleichen Behandlung ärgert sich der Augsburger Spielhallenbetreiber über die Gesetzgebung vor Ort. Er sieht sich selbst als Betreiber nicht verantwortlich dafür, was andere Menschen tun oder nicht tun und sieht sich daher auch für die Spielsucht nicht in der Verantwortung. Jeder muss sein Tun selbst im Griff haben, so der Hauptberufliche Künstler. Zudem sieht er die Sperrzeiten als einen falschen Ansatzpunkt, da es immer Alternativen gebe, mit der sich die Spielsüchtigen begnügen können.

Doch nicht nur in Augsburg sorgen strengere Regelungen für die Einschränkungen bei den Spielhallen. Durch die Verabschiedung des Glücksspieländerungsstaatsvertrages (GlüändStV) dürfen die Betreiber von Spielhallen nicht mehr mit dem eigenen Angebot werben und in jedem Etablissement muss Aufklärungsmaterial zum Thema Spielsucht und Prävention für die Kunden bereitgestellt werden. Auf diese Art und Weise sollen die Kunden vor dem Glücksspiel gewarnt werden und über die Risiken, die diese mit sich bringt, aufgeklärt werden.

Doch Wiedemann kritisiert nicht nur die Schließzeiten, die von Seiten der Politiker eingeführt wurden. Es geht ihm auch nicht nur um sein eigenes Schicksal, denn laut eigenen Angaben sorge er sich auch um seine Angestellten und die Angestellten anderer Etablissements. Diejenigen, die sich für einen Arbeitsplatz in der Glücksspielbranche entschieden haben, werden durch gesetzliche Regelungen dieser Art laut Wiedemann benachteiligt und aufgrund von Vorurteilen der Branche gegenüber schlechter behandelt.

Dies könne laut Wiedemann fast schon mit Diskriminierung gleichgesetzt werden. Auch die bessere Behandlung der staatlichen Casinos sei vielen Betreibern ein Dorn im Auge, denn das Werbeverbot und andere Auflagen gelten nach dem GlüändStV nur für die Automatenspielhallen. Betreiber wie Wiedemann wollen nun gegen diese Entscheidungen vorgehen und Klage einreichen.