Poker in Internet und in der Realität sind keine Konkurrenten

Poker in Internet und in der Realität sind keine Konkurrenten

Zahlreiche Nutzer, mit denen der Herr gesprochen hat, waren von der Studie genauso überrascht wie er. Zu Beginn des Aufschwungs des virtuellen Pokersspiel war es klar nachzuvollziehen, weswegen echte Spielstätten bezüglich dieses Anstiegs nicht begeistert waren. Dies war auch bei Verlagen der Fall, als das E-Book "Kindle" auf den Markt kam.

Dies zeigt aber nur, welchen Einfluss das World Wide Web auf zahlreiche Sektoren im Geschäft hat. Doch wie es bei zahlreichen anderen Märkten war, sind die Voraussetzungen nun anders geworden und die Branche blieb bestehen. Es gibt zahlreiche Gründe, warum man sagen muss, dass sich diese Forschungen nur mit der Relation zwischen virtuellen Pokerspiel und Glücksspiel in der realen Welt auseinandersetzen und nicht nur mit Poker in der echten Welt.

So ist es möglich, dass sich das "echte" Pokerspiel und das im Netz die Anteile des Marktes einander wegschnappen und die komplementäre Relation zwischen generellem Glücksspiel und echten Poker, die ausgeprägter war, nicht unbedingt eine Voraussetzung sein muss. Zudem sollte man sich die Zahl der Spieler bei Live-Veranstaltungen vor und nach dem Aufschwung, der von Herrn Moneymaker ins Rollen gebracht wurde, vor Augen führen, um die Vorteile dieser Relation für beide Parteien zu sehen.

Als dieser Herr vor neun Jahren die Hauptveranstaltung der Pokerweltmeisterschaft für sich entschied, waren nicht einmal 1.000 Spieler dabei, in den folgenden Jahren stiegt die Summe der Spieler auf über 8.000 an, was einen Rekord darstellt. In lediglich 36 Monaten ist die Pokerweltmeisterschaft beinahe zehnmal so groß geworden. Der Herr mag den Stein ins Rollen gebracht haben und die Turniere für das breite Publikum interessant gemacht haben. Aber in Wirklichkeit ist dies den "Satellite"- Turnieren im Netz geschuldet.

Seit diesem Zeitpunkt ist auch die Europameisterschaft im Pokern ein gutes Beispiel für diese von Erfolg geprägte Relation. Diese Veranstaltung sind nicht die größten in Europa, sondern sind auch global eine der Größten. Dies ist besonders der umfassende Reklame eines großen Unternehmens wie "PokerStars" geschuldet, die diese in eine derartige Veranstaltung steckt und es ist auch darauf zurückzuführen, dass ein Pokerportal in diesem Ausmaß in der Lage ist, zahlreiche "Satellite"- Turniere für die Hauptveranstaltung anzubieten.

Es kann sein, dass einer wesentliche Gründe darin besteht, dass neue Turnierreihen und Veranstaltungen im Live-Poker deshalb nicht funktionieren, weil kein großes virtuelles Pokerportal vorhanden ist. So ist die Kraft im Marketing, die Optionen im finanziellen Bereich für einen festgelegten Preispool oder auch die Menge der obengenannten Turniere für die Hauptveranstaltung nicht gegeben.

Damit ein solches Turnier Wirkung hat, sollte man einen Geschäftspartner in der Pokerbranche haben. Jeder, der davon ausgeht, dass virtuelles Pokerspiel der Live-Branche abträglich ist, der sollte einmal mit einem Pokerspieler sprechen, damit er sieht, dass dies gar nicht eintreten wird. Die meisten Neulinge im Bereich des Live-Pokers stammen von den Internetseiten.

Die Einfachheit und die Nichtöffentlichkeit des Spiels haben zur Folge, dass Personen aus jeder Schicht dieses Spiel nutzen können, die vorher niemals ein Casino aufgesucht hätten, so auch die Mutter von Herrn Carter, die ihrem ersten Live-Turnier freudig entgegensieht.

Auch der Fakt, dass man seine Grenzen frei festlegen kann, hat die Hürde zum Live-Pokerspiel überwunden. Hatte man vor, in der Spielstätte das Spiel zu erlernen, dann war es geboten, gleich eine hohe Summe einzusetzen. Dies ist keine günstige Lernerfahrung, die verständlicherweise zahlreiche interessierte Nutzer zurückzucken lässt.

Mithilfe der Tische mit Spielgeld, den "Freerolls" und den "Microstakes" ist es möglich, verhältnismäßig einfach und risikofrei die Prinzipien des Spiels kennenzulernen, bevor man sich an echten Tischen ausprobiert. Herrn Carter ist kaum ein virtueller Spieler bekannt, der nicht einen Erfolg bei einer Live-Veranstaltung verbuchen möchte.

Auch wenn viele von ihnen die Mehrheit ihre Zeit dem Spiel an den Tischen im Netz opfern, steht noch nicht fest, dass sie nicht einmal bei den größten vorhandenen Live-Veranstaltungen mitmachen wollen. Zahlreiche Spieler im Live-Bereich schätzen die Vorzüge des virtuellen Pokerspiels, auch wenn sie lieber an richtigen Tischen spielen. Im Netz können sie spielen, wenn sie Lust haben und auch beliebige Stakes nutzen.

Virtuelles Pokerspiel und Pokerspiel in der realen Welt streiten sich nicht um die gleichen Anteile am Markt, sondern spielen perfekt zusammen. Poker im Internet hat sich als optimale Reklame für echtes Poker erwiesen und gemeinsam mit den Pokerveranstaltungen im TV werden nie vorstellbare Mengen von Teilnehmern bei Live-Veranstaltungen generiert.

Ein Nachteil ist aber, dass jeder Sektor, in dem das Spektrum des virtuellen Pokerspiels eingeschränkt wird, diese auch beim Pokerspiel in der Realität zu spüren bekommt.

Einfluss der Automatenindustrie auf die Politik

Einfluss der Automatenindustrie auf die Politik

Im Bundestag saß man erst kürzlich beieinander, um über die Regulierungsmöglichkeiten zu diskutieren. Die Automatenindustrie scheint aufgrund dessen hohe Einschränkungen zu befürchten und versucht nun mit aller Macht dagegen vorzugehen, indem sie in Form von Spenden und Sponsoringarbeit in die Politik investiert.

Von Seiten der Organisation Lobby-Control wurden bereits vor den Gesprächen im Bundestag Warnungen herausgegeben, dass die Automatenindustrie gute Kontakte zur Politik habe und man sich davon nicht beeinflussen lassen solle. Der Einfluss der Automatenindustrie ist hoch und durch Spenden und Sponsoring würde Einfluss auf die Parteien genommen werden.

Im Gesundheitsausschuss des Bundestages wird derzeit über mögliche Regulierungen diskutiert. Hierbei geht es vor allem um die Begrenzung der Anzahl der Automaten in Gaststätten, um den maximal möglichen Einsatz und Gewinn beim Spielen und über eine mögliche Begrenzung der Spieldauer. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits einen Entwurf für die Spielverordnung ausgearbeitet.

Die SPD Partei kritisiert diesen Entwurf jedoch, da die Parteimitglieder der Meinung sind, dass dieser nicht genug auf den Spielerschutz, den Jugendschutz und den Schutz vor der Spielsucht eingehe. Die SPD setzt sich dafür ein, dass der Kampf gegen die Spielsucht verstärkt werden müsse, weil diese im Laufe der letzten Jahre extrem angestiegen ist und pro Jahr allein fast vier Milliarden Euro an Spielautomaten verspielt werden.

Laut Lobby Control sind vor allem die Beziehungen zwischen Industrie Mitgliedern und Parteimitgliedern aus der FDP besonders ausgeprägt. Hier existieren sogar Verbindungen zwischen der FDP und der Automatenindustrie über eine Person. Dieser Fall ist bisher einmalig, so der Sprecher von Lobby Control.

Durch den Druck von Seiten der Regierung gegenüber der Automatenindustrie, dass strengere Regulierungen eingeführt werden müssten, steigt der Ansporn für die Automatenindustrie, dass die Sponsoringarbeit und die Spenden wieder verstärkt in der Politik untergebracht werden müssen. Auch politische Landschaftspflege steht hierbei bei der Automatenindustrie besonders auf dem Plan.

Auffallend ist in der heutigen Zeit jedoch, dass keine großen Spenden von Seiten der Automatenindustrie direkt an die Parteien gemacht wurden. Laut Aussage von Lobby Control wurden die Spenden in der Vergangenheit in kleinen Schüben gemacht, so dass diese in den Rechenschaftsberichten gar nicht erst auftauchten.

Die Organisation fordert an dieser Stelle, dass die Spenden offen dargelegt werden müssten. Darüber hinaus wird gefordert, dass entsprechende Regelungen zur Sponsoringarbeit festgelegt werden, um der Beeinflussung einer Industrie durch Spenden, so wie in diesem Fall, vorzubeugen.