Expertenmeinung zum Gerichtsverfahren gegen Lawrence DiChristina

Expertenmeinung zum Gerichtsverfahren gegen Lawrence DiChristina

An diesen Veranstaltungen haben laut Angabe des Gerichts auch Spieler aus New York und New Jersey teilgenommen. Als illegal werden Veranstaltungen dieser Art dann bezeichnet, wenn die Veranstaltung in den Bereich des Glücksspiels fällt, also Poker in diesem Fall als Glücksspiel deklariert wird. Ein Fachmann in diesem Bereich ist der Yale-Professor und Bracelet-Inhaber Randal Heeb, der vor Gericht für den Angeklagten als Experte aussagt.

Der Experte Randal Heeb wurde vor Gericht in den Zeugenstand gerufen. Seine Erfahrungen konnte der Experte als Professor an der Universität Yale ansammeln, an der er unterrichtet. Auch durch die eigene Teilnahme an dem WSOP Turnier im Jahr 2002 erweiterte seinen Erfahrungsschatz enorm, denn hier konnte er als Braceletgewinner aus dem Turnier hervorgehen.

Die Aussage des Experten Heeb wurde per Video in Las Vegas aufgezeichnet, dem derzeitigen Aufenthaltsort des Yale-Professors. Nach Auswertungen verschiedener Daten behauptet der Experte mit vollkommener Sicherheit, dass das Pokerspiel nicht dem Glücksspiel zugeordnet werden kann, da beim Poker das Können überwiege. Das Glück sei nur zweitrangig und in erster Linie komme es auf das Können an, so Heeb.

Der Experte gibt an, dass er für die Untersuchungen insgesamt 145 Millionen Hände aus dem Bereich des Online Texas Hold?em analysiert habe. Der Professor gilt als Experte für Spieltheorie, Wirtschaft und ökonometrie. Die Analysen ergaben, dass die Spieler mit Können eher gewannen, als Spieler, die keine Erfahrung im Bereich des Pokerspiels aufweisen konnten. Andere Spiele seien laut dem Experten jedoch eindeutig dem Glücksspiel zuzuordnen. Zu diesen Spielen zählt laut Heeb das Spiel Roulette.

Während der Amerikaner eine eindeutige Meinung zum Poker als Geschicklichkeitsspiel hat, gehen die Expertenmeinungen in Deutschland in eine ganz andere Richtung. Der Innenminister von Rheinland Pfalz, Karl-Peter Bruch und die Suchtexpertin Katja Schnell, geben unabhängig voneinander an, dass das Pokerspiel eindeutig dem Glücksspiel zuzuordnen sei.

In New York hat die Meinung des Pokerexperten eindeutig für Eindruck gesorgt, denn der Richter Jack Weinstein zeigte sich beeindruckt. Dennoch entschied er sich nicht dazu die Anklage gegen DiChristina zurückzuziehen.

Nach Angabe des Richters sei die Einordnung des Pokerspiels wahrscheinlich eine Frage der Formulierung. Auch wenn bisher noch keine Entscheidung über den weiteren Verlauf des Verfahrens getroffen wurde, so ist derzeit noch alles offen. Offensichtlich hat die Meinung des Experten Heeb dazu beigetragen. Das Verfahren wurde vorerst vertagt.