Sehen und gesehen werden

Sehen und gesehen werden

Während es früher bei dem Besuch in der Spielbank hauptsächlich um Geld ging, die Spieler also einen Spielbankbesuch unternahmen, um danach mit einem dicken Geldbündel das Etablissement zu verlassen, so gibt es heute andere Gründe für einen Besuch in einem Glücksspielhaus. Ein gutes Beispiel für den Wandel der Zeit ist die bekannte Spielbank Bad Homburg.

Mit dem Beginn des digitalen Zeitalters kamen auch in Bad Homburg die ängste und Befürchtungen auf, dass die Casinos damit untergehen könnten. Die digitalen Angebote in Form von Online Casinos und Apps fürs Smartphone wurden zuerst als Konkurrenz gesehen, doch diese Annahme stellte sich als Trugschluss heraus. Die digitalen Apps sind lediglich eine Art Testfeld, bevor der richtige Gang ins Casino tatsächlich gewagt wird. Gleichzeitig ist jedoch auch die Welt innerhalb der Spielbanken im Laufe der Jahre digitaler geworden. Auch im Casino Bad Homburg wurde angebaut, um mehr Spielautomaten im Casino zu integrieren. Nun wird vor Ort ein guter Mix aus digitalem Glücksspiel und traditionellen Tischspielen angeboten.

Weitere Veränderungen sind vor allem auch an dem Verhalten der Spieler zu bemerken. Die Menschen sind innerhalb der Spielbank im Laufe der Zeit kommunikativer geworden. Gerade bei den traditionellen Tischspielen suchen die Spieler Kontakt zu anderen Menschen und besuchen das Casino vielleicht sogar, um Unterhaltung zu erfahren und anderen Menschen zu begegnen. Früher wäre die Störung der Konzentration durch Smalltalk an den Automaten oder an den Tischen für manche Spieler nahezu undenkbar gewesen. Damit wird deutlich, dass das Geld im Bereich der Spielbanken immer weniger Wert zugesprochen wird und die Spieler die Spielbanken besuchen, um vor Ort Unterhaltung zu erleben.

Neben dem positiven Wandel in den Spielbanken sei es jedoch dennoch nicht außer Acht zu lassen, dass Glücksspiel grundsätzlich auch mit der Spielsucht einher gehen kann. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass die Betreiber von Spielbanken und Spielhallen in engem Kontakt mit Suchtberatungsstellen stehen. Strenge Kontrollen sowohl am Eingang als auch in Bezug auf das Geldwäschegesetz seien in den Spielbanken von heute unumgänglich, so die Experten.

Die Zeit der traditionellen Spielbanken geht dem Ende zu

Die Zeit der traditionellen Spielbanken geht dem Ende zu

In den Deutschen Spielbanken herrscht Rauchverbot, die Einlasskontrollen wurden verschärft und es existiert das Geldwäschegesetz. Durch diese Bedingungen bleiben in der heutigen Zeit immer mehr Besucher aus. In Bad Homburg wurde sogar beobachtet, dass nicht nur die Besucherzahlen zurückgehen, sondern zusätzlich das Publikum zunehmend älter wird.

Wenn Erinnerungen zu dem Casino Bad Homburg aufkommen, dann wird an glanzvolle Zeiten gedacht. Das Casinogebäude ist zwar heute noch genauso eindrucksvoll, wie vor einigen Jahren, jedoch hat sich das Bild im Inneren dieser Spielbank extrem verändert. Es sind vorrangig Mitarbeiter anzutreffen und an den Wochentagen nur noch wenige Gäste. Das Casino befindet sich ganz in der Nähe des Kurparks. Die Personen, die von Frankfurt mit dem Casinoshuttle nach Bad Homburg kommen, besuchen immer seltener das Casino, sondern scheinen sich lieber den Kurpark anzusehen.

Im Casino selbst herrscht nur noch gähnender Betrieb. Das spektakuläre Image kann heute für das Etablissement nicht mehr gelten. Keine freudigen Ausrufe an den Tischen und kaum noch Spannung vor Ort. Natürlich gibt es dennoch Spieler, die regelmäßig das Casino Bad Homburg besuchen. Hierzu zählt der 77 jährige Franz M., der das Spielen in den 60er Jahren in Monaco für sich entdeckte.

Auch heute kommt er im Durchschnitt zweimal die Woche in das Casino und setzt dort pro Woche rund 200 Euro. Für ihn sei das Glücksspiel im landbasierten Casino reine Unterhaltung. Man könne wunderbar die anderen Spieler beobachten und für ihn selbst sei dies noch immer ein tolles Erlebnis. Doch die wenigen Langzeitspieler sind für das Casino nicht ausreichend, damit der Spielbetrieb auf Dauer rentabel bleiben kann.

Doch nicht nur die Spielbank in Bad Homburg hat mit diesen Bedingungen zu kämpfen, denn auch sonst sehen die Medienberichte für die Casinos im Großen und Ganzen ziemlich negativ aus. Ständig ist von Einbußen die Rede und natürlich von dem Besucherrückgang in den Spielcasinos. Der Grund hierfür wird hauptsächlich in dem Rauchverbot und in den Einlasskontrollen gesehen. Das Rauchern gehörte seit jeher an den Spieltischen dazu, doch nun, da es verboten ist, kommen viel weniger Besucher in die Spielbanken, so die Experten.

Zusätzlich zu diesen Bedingungen führte auch das eingeführte Geldwäschegesetz zu weiteren Besucherrückgängen. Die Spieler werden insgesamt viel eingehender überprüft und bei hohen Verlusten bestimmter Spieler sind die Betreiber der Spielhallen dazu aufgefordert, dass sie Aufklärung in Bezug auf Spielsucht betreiben. Diese Kontrollen schrecken die Glücksspielfans offensichtlich ab.

Neben den strengen Gesetzen und Kontrollen ist zusätzlich die Konkurrenz für die landbasierten Spielhallen enorm angewachsen. Durch das Online Glücksspiel Angebot bleiben viele Spieler nun lieber zu Hause, werden dort weniger kontrolliert, können rauchen und trotzdem ihren Lieblingsspielen nachgehen. Die Zeit der traditionellen Spielbanken scheint dem Ende zuzugehen. Die Leute sind nicht mehr so risikofreudig, setzen weniger Geld und sind geizig beim Trinkgeld.

Doch nicht nur dadurch gehen den Etablissements Einnahmen verloren, sondern auch wegen den wenigen Besuchern. In den landbasierten Casinos sind vorrangig nur noch ältere Herrschaften anzutreffen, die nur selten ein großes Risiko eingehen. Für Glücksspielfans, die den Casinos immer Glanz und Gloria nachgesagt haben, ist der Niedergang der Spielbanken wohl eine durchaus traurige Nachricht. Erfreulich hingegen könnte diese Entwicklung für die Kritiker sein, die das Glücksspiel verurteilen und vor Spielsucht warnen.