Pokerturniere bleiben den Casinos vorbehalten

Durch die seit kurzer Zeit auftretenden Unsicherheiten die Gesetzgebung betreffend, ist es schwer eine Entscheidung zu treffen, welche Online-Games und Glücksspiele eher zu den Geschicklichkeitsübungen zählen oder tatsächlich Glücksspiele sind. Genau um diese Entscheidung ging es kürzlich auch bei den Pokerturnieren in der Schweiz.

Die Bundeskomission entschied, dass Poker zu den Glücksspielen gezählt werden muss, auch wenn es neben dem Glück einiges an Geschicklichkeit bedarf. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass Pokerturniere den Casinos vorbehalten sind und von nun an in privatem Rahmen in der Öffentlichkeit verboten werden sollen.

Mit dem Versuch von SVP-Nationalrat Lukas Reimann die Motion durchzubringen, dass Poker als Spiel entkriminalisiert werden und somit in der öffentlichkeit wieder spielbar werden soll, war erfolglos. Erst wurde sein Anliegen nicht recht verstanden, da Poker spielen im privaten prinzipiell nicht verboten ist.

Bei genauerem hinsehen wird jedoch deutlich, dass Reimann die grundlegende Annahme, Poker sei ein Glücksspiel, abändern will, so dass Poker künftig als Geschicklichkeitsspiel aufgefasst würde und somit in der öffentlichkeit auch in Form von Turnieren Legalität erreichen könnte.

In der Schweiz ist die Nachfrage an Pokerturnieren so hoch, dass die hiesigen Casinos damit vollkommen überfordert zu sein scheinen. Nicht nur Platzmangel sondern auch der Mangel an Erfahrung in der Durchführung von Pokerturnieren führt dazu, dass die Nachfrage größer ist als das Angebot.

Die Casinos können der Nachfrage nicht gerecht werden und es werden derzeit immer noch zu wenige Turniere mit einem Einstiegsbetrag unter 100 Kronen angeboten. Alternativen zum Pokerturnier im Schweizer Casino bieten nur das Online-Pokerturnier oder die Reise ins Ausland, um dort an Turnieren teilnehmen zu können.

Bisher konnte dieser Mangel an legalen Poker-Turnieren jedoch nicht dabei helfen, die privaten Poker-Turniere in der öffentlichkeit zu legalisieren. Der Geschäftsführer des Schweizer Casino-Verbands, Mark Friedrich, lehnt die Marktöffnung jedoch weiterhin ab und sieht in der Zukunft ein ausreichendes Angebot der Casinos, welches laut seiner Aussage eben nur Zeit und einige Bewilligungen benötigt.