Urteil: Ist Black Jack strafbar?

Urteil: Ist Black Jack strafbar?

Zuletzt wurde ein BlackJack-Spieler wegen illegalem Glücksspiel verurteilt. Nicht nur, dass dieser nun seine ansehnlichen Gewinne zurückzahlen muss, sondern zusätzlich wurde der Spieler außerdem zu einer Strafe wegen illegalem Glücksspiel verurteilt. Die Entscheidung in diesem Fall wurde vom Amtsgericht München gefällt und ist rechtlich im Ergebnis korrekt. Da es sich bei dem Urteil allerdings um das erste dieser Art handelt, ist es strafrechtlich von vielen Seiten kritisiert.

BlackJack fällt generell in die Kategorie Glücksspiel. Im Falle der Verurteilung wurde BlackJack online angeboten. Das Angebot wurde illegal der öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hier stellt sich die Frage, ob der Spieler sich der Illegalität des Glücksspiels bewusst war. Das Amtsgericht München entschied, dass der Spieler mit Vorsatz dem illegalen Glücksspiel nachgegangen sei. Um zu dem Glücksspielangebot zu gelangen, müssen die Spieler die Nutzungsbedingungen der Webseite akzeptieren.

In diesen sei aufgeführt gewesen, dass es sich um ein Angebot handle, welches nicht in allen Ländern legal sei und das Angebot daher nur für Nutzer gelte, die sich in einem Land aufhalten, in denen das Online Glücksspiel gestattet ist. Fragwürdig sei in diesem Fall lediglich die Entscheidung des Gerichts auf dieser Grundlage, denn die Nutzungsbedingungen waren auf das Jahr 2014 datiert. Der Tatzeitpunkt lag doch bereits in einem früheren Jahr, ist jedoch heute nicht mehr genau datierbar. Demnach wurde die Entscheidung auf Grundlage einer Vermutung von Seiten des Gerichts gefällt, welches angab, dass die gleichen Nutzungsbedingungen in dieser Form bereits im Jahr 2011 Gültigkeit gehabt haben müssen.

Informationspflicht der Spieler

Auch wenn die Begründung von Seiten des Gerichts ein wenig dünn ist, so führte dieses weiter aus, dass in Angelegenheiten dieser Art der Spieler selbst informationspflichtig sei. Im Internet würden zahlreiche Informationen zur Strafbarkeit von Glücksspielen im Internet vorliegen und die Spieler seien in der Pflicht, sich diesbezüglich selbständig Informationen einzuholen. Nach dieser Erklärung wurde dem Spieler in diesem Fall bedingter Vorsatz unterstellt.

Kritiker bemängeln hier jedoch, dass der Vorsatz nicht wirklich nachweisbar sei, weil weder klar ist, ob in den Nutzungsbedingungen zum Zeitpunkt der Tat Auskunft darüber zu finden war, das das Online Glücksspiel zu diesem Zeitpunkt in Deutschland verboten war, noch klar war, ob der Spieler tatsächlich Informationen zur Strafbarkeit von illegalem Glücksspiel im Internet hätte finden können. Nichtsdestotrotz wurde von Seiten des Gerichts der Verfall der Gewinne angeordnet. Da in dem Falls Rechtsmittel eingelegt wurden, wird der Fall vor der nächsten Instanz weiterverhandelt. Hier ist nun zu erwarten, dass die nächste Instanz die Frage des Vorsatzes eindeutig klären werden muss, denn in Sachen Strafbarkeit seien keine Fragen mehr offen.