Österreich im Glücksspielrausch

Österreich im Glücksspielrausch

Einer Studie zufolge werden im Jahr pro Person in Österreich, egal in welchem Alter, etwa 1750 Euro für Glücksspiel ausgegeben. Die Branche boomt in Österreich und es wird weiterer Boom erwartet. Die Umsätze für die Anbieter sind gut und daher ist es nachvollziehbar, dass der Konkurrenzkampf besonders groß ist. Neben den Abzügen wurden im Jahr 1,5 Milliarden Euro mit dem Glücksspiel eingenommen.

Auch derzeit wird erneut ein bitterer Kampf im Bereich der Anbieter ausgefochten. Hier geht es um Korruption, Intervention und Machtspielchen, die meist auf Kosten anderer ausgetragen werden. Als Hüterin der Lizenzen befindet sich das Österreichische Finanzministerium im Mittelpunkt des Schauspiels, denn der europäische Gerichtshof erschwerte die Aufgabe des Finanzministeriums durch die Novellierung des Glücksspielgesetzes. In den vergangenen Jahren wurden die Lizenzen ohne zu zögern immer an den Monopolisten, die Casinos Austria ausgegeben, doch dem wurde durch den Europäischen Gerichtshof ein Riegel davor geschoben.

Das Finanzministerium entschied sich für die Ausschreibung der Lizenzen in Form von Paketen, dem Landpaket und dem Stadtpaket. Jedes der Pakete umfasst sechs Standorte, zusätzlich zu den drei Einzelkonzessionen in Wien und Niederösterreich. Erst vor wenigen Tagen konnte der ehemalige Monopolist Casinos Austria unter dem Chef Karl Stoss einen Siegestanz aufführen, denn das Unternehmen erhielt die Lizenz für das Paket mit den Standorten Wien, Bregenz, Linz, Graz, Salzburg und Innsbruck. Als Verlierer ging das Glücksspielunternehmen Novomatic in diesem Fall aus dem Wettkampf hervor.

Nun stehen lediglich die übrig gebliebenen Einzelkonzessionen bereit, für die die Ausschreibung bereits erfolgte. Die begehrten Einzellizenzen wollen sowohl Unternehmen wie Novomatic als auch die bekannte Gauselmann-Gruppe haben. Diese hat außerdem eine Bewerbung für das sogenannte kleine Glücksspiel im Burgenland und Kärnten eingereicht. Novomatic erhielt den Zuschlag für Nieder- und OberÖsterreich. Der Jahreswechsel bringt natürlich auch in Österreich viele Neuigkeiten. So ist es vor allem für den Pokersalon-Betreiber Peter Zanoni spannend, denn die Genehmigungen für die 13 Standorte der Concord Card Casinos lief in der Nacht des Jahreswechsels ab.

Die Neuausschreibung der Standorte soll nun erst im Laufe des Jahres 2013 stattfinden. Unterdessen ist der Betrieb der Standorte von Seiten des Geschäftsführers Zanoni illegal. Dies bedeutet eine Zwangsschließung für den Pokersalon-Betreiber. Doch Zanoni denkt nicht an die Schließung der eigenen Etablissements und bezeichnet die Vorgehensweise des Finanzministeriums in seinem Fall als Enteignung.