Zu strenge Auslegung des Glücksspielstaatsvertrages

Zu strenge Auslegung des Glücksspielstaatsvertrages

Diese sehen sich die Angebote auch von den Organisationen lieber im Internet an. Da jedoch meist ein Zettel auszufüllen war und damit einer kleinen Gewinnchance verbunden wurde, wird dies im Internet für die Aktion Mensch nun schwierig, denn nach dem Glücksspielstaatsvertrag ist dies nicht gestattet. Dadurch würden der Organisation viele Unterstützer abhandenkommen und sie könnten weniger Spendengelder sammeln. Genau aus diesem Grund plant die Organisation nun vor Gericht zu gehen.

Beklagt wird, dass sozialen Projekten, wie beispielsweise der Aktion Mensch, wichtige Fördergelder verloren gehen würden, sollte der Glücksspielstaatsvertrag hinsichtlich solcher Aktionen nicht etwas entschärft werden. Durch die neuen Regelungen ist es der Soziallotterie nicht mehr nur verboten Lose an Personen im Internet zu vertreiben, sondern vielmehr müssten auch die Geschenklose abgeschafft werden, die vorher an Dritte verschenkt werden durften. Vor dem Verwaltungsgericht hofft die Soziallotterie nun auf einen Sieg.

Nicht nur bei der Aktion Mensch auch andere Lotterien klagen über abspringende Spieler. Die Spieler haben im Internet nicht nur die Möglichkeit Lose zu kaufen, sondern müssten diese erst vor Ort bei einer Annahmestelle verifizieren lassen. Genau dieser Aspekt hindert viele Spieler daran, an solchen Lotterien teilzunehmen. Begründet sind die strengen Kontrollen, die durch den Glücksspielstaatsvertrag geregelt sind, damit, dass so die Spielsucht eingedämmt werden sollte. Im Falle der Soziallotterien kann jedoch laut der Verantwortlichen nicht die Rede sein, denn mit dem Kauf eines Loses werden behinderte Menschen unterstützt, jedoch werde die Spielsucht damit nicht gefördert.

Das Spiel ist aus – Game over für Spielautomaten

Gerade in der letzten Zeit öfter im Gespräch sind vor allen Dingen die vielerorts beliebten und oft benutzen Spielautomaten, die in der heutigen Zeit fast überall zu finden sind. Es gibt richtige Automatencasinos, aber auch vereinzelte Spielautomaten in Gaststätten, Rasthöfen und Kneipen.

Überall sorgen meist die Aufmachung der Geräte und die blinkenden Lichter für die Aufmerksamkeit der Kunden und natürlich auch vorrangig die Chance auf schnelle Gewinne. Durch die Gegebenheiten haben gerade diese Automaten bei den Menschen oft zur Spielsucht geführt. Diese Suchtgefahr soll nun minimiert werden und daher sollen im Rahmen der Neuregelungen des Glücksspielstaatsvertrages neue Regeln für die Spielautomaten mit einbezogen werden. Geredet wird vor allem von stärkeren Kontrollen und härteren Auflagen.

Im Gespräch in Bezug auf die Neuregelungen bezogen sind bisher Vorschläge gefallen, die zum Beispiel das Verbot von Mehrfachkonzessionen beinhalten. Darüber hinaus soll das Anbieten von verschiedenen Glücksspielformen in einem Spielcasino verboten werden. Es gibt derzeit Auflagen für die Automatencasinos, die zum Beispiel die Anzahl der Spielautomaten unter einem Dach auf 12 begrenzen,doch bisher wurden auch immer Schlupflöcher gefunden, so wie auch die Mehrfachkonzessionen, wodurch die Betreiber die Auflagen umgehen konnten.

Dies soll sich in Zukunft ändern. Weitere Regelungen sollen in Bezug auf die öffnungszeiten geschaffen werden, die sich zukünftig verkürzen sollen. Zudem soll eine Gewinn- bzw. Verlustgrenze eingeführt werden, um das Spiel für Suchtgefährdete weniger reizvoll zu machen und den Unterhaltungswert der Spiele wieder in den Vordergrund zu stellen.

Für die Betreiber scheinen diese Regelungen die eigene Existenz extrem zu gefährden. Es wird auf Seiten der Betreiber schon von Kahlschlag gesprochen und vom Untergang des Automatenspiels.

Die Betreiber sehen die Gefahr für ihre eigene Branche, die sie komplett durch die Neuregelungen, die derzeit im Gespräch sind, in Gefahr sehen. Durch die Neuregelungen werden die Betreiber sich laut eigener Aussage gezwungen sehen, ihre Arbeitsplätze zu kürzen, was bei den Angestellten für Unmut und Arbeitsplatzverlust sorgt. Quasi ein Teufelskreis der insgesamt die komplette Existenz gefährden könnte.

Ein besonderes Interesse an den Neuregelungen hegen hingegen auf der anderen Seite die Verantwortlichen der Deutschen Hauptstalle für Suchtfragen. Deren Interesse ist eindeutig: die Spielsucht in der Bevölkerung zu minimieren und auch die Suchtgefahr einzudämmen. Gerade von den privaten Automatenhallen gehe eine hohe Suchtgefahr aus, was man anhand des Spielrückgangs in den Spielbanken erkennen konnte.

Die Kämpfer der Suchtprävention halten die Neuregelungen für einen guten Ansatz, sehen aber bei den privaten Betreibern auch den Kampfwillen, dass die Branche in ihrer Form bestehen bleiben sollte. Die Prävention rückt dann mit der Zeit durch den Kampfeswillen mehr und mehr in den Hintergrund. Wie sich das entwickeln wird, wird sich letztlich mit der Verabschiedung des neuen Glücksspielstaatsvertrages ersichtlich sein.