Ist virtuelles Glücksspiel riskanter als reales?

Die Fachleute streiten sich darüber, ob das Spielen im World Wide Web gefährlicher ist als das in der echten Welt. In dieser Sache kommen verschiedene Thesen heraus.

Wenn man der namhaften Medical School der Universität Harvard, welche schon lange Zeit mit der Sportwettenanbieter Bwin in Bezug auf diese Sache zusammenarbeitet, Glauben schenken darf, dann ist das Online Glücksspiel nicht riskanter als das Spiel in echten Spielstätten.

Ein bekannter Fachmann in Sachen Spielsucht aus Großbritannien hält dagegen. Die Schlussfolgerungen von Harvard sind seiner Ansicht nach nicht gültig. Er sieht die Sache so, dass das Spielen im Internet 10mal riskanter sei als normales Glücksspiel.

Er ist Professor für Glücksspielwissenschaften an der britischen Universität von Nottingham und er hat in der "Akademie für verantwortliches Spielen", die von den Casinos Austrias und der Lotterien der österreichischen Hauptstadt geführt wird, diese These dem Erdboden gleichgemacht.

Den Fachleuten der amerikanischen Uni wirft er vor, sich nur mit Leuten befasst zu haben, die sich binnen eines Monats bei dem österreichischen Betreiber angemeldet haben und hier ihrer Leidenschaft nachgehen. Deshalb bewertet er diese Forschungsresultate als ungültig.

Die Forscher aus Harvard bescheinigten den Spielern von Poker im Netz ein vernünftiges und angemessenes Spielverhalten schon vor zwei Jahren. Diese Forschungen basierten auf den Daten vor mehr als 3.000 Spielern, die im Netz pokerten. Bwin gab damals bekannt, dass mit diesen Ergebnissen die Legende, dass Online Glücksspiel Menschen sehr in seinen Bann ziehe, entkräftet sei.

Das Unternehmen tat sich mittlerweise mit PartyGaming zusammen und die Kooperation mit der amerikanischen Eliteuniversität bleibt noch immer bestehen. Der britische Fachmann kann keine schnelle Auskunft im Hinblick auf die Frage erteilen, in welcher Zeit man dem Online Glücksspiel erliege.

Diese Behauptung wurde nicht mit Spielautomaten oder Casinospielen in Gegensatz gestellt. Er analysierte lediglich das Verhalten der Nutzer bei einem Portal, genauso ging Harvard vor. Er gibt an, dass diese Daten wenig Aufschluss darüber geben, weswegen Leute überhaupt spielen.

Auch was die Größe und die Zahl der Einsätze angeht, gibt dies nicht viel Auskunft in Bezug auf das Suchtpotenzial. Dies liegt darin, dass zwischen den Spielversionen wie Poker etc. erhebliche Differenzen vorliegen. Er sagt, dass die Spieler im Netz der Spielsucht leichter zum Opfer fallen als Spieler in der echten Welt.

Jeder zwanzigste Spieler im Netz habe ein problematisches Spielverhalten, aber bei den Menschen die in der echten Welt ihrer Leidenschaft nachgehen, ist diese Quote erheblich geringer. Das Online Glücksspiel ist laut dem Fachmann sehr viel riskanter, wenn man ohnehin schon zur Sucht neigt.

Nur eine Handvoll der Spieler tummeln sich ausschließlich im Netz, in den meisten Fällen nutzen sie auch normale Spielgelegenheiten. Das World Wide Web macht es sehr viel einfacher auf Poker, Roulette und andere Spiel zuzugreifen und verleitet demnach auch zum übermäßigen Spiel.

Seiner Ansicht nach war es damals nicht mehr möglich zu spielen, wenn das Casino schloss, doch im Internet steht dieses Vergnügen rund um die Uhr zur Verfügung. Das Internet ist seiner Meinung ein Medium für das Glücksspiel, denn es werde schlichtweg der Weg des geringsten Widerstands gewählt.