Privatisierungen in Griechenland

Privatisierungen in Griechenland

Die Privatisierung schien eine gute Idee zu sein, doch lange Zeit fruchtete die Idee nicht und es fand sich kein entsprechender Käufer. Nun jedoch ist es den Griechen gelungen ein staatlich geführtes Unternehmen an private Hand abzugeben. Das Glücksspielunternehmen OPAP wurde nun privatisiert und aus staatlicher Hand an private Hände abgegeben.

Andere Länder hatten wohl gar nicht mehr damit gerechnet, dass Griechenland zu Privatisierungen dieser Art fähig ist, doch der Finanzminister des Landes sagt nun mit Stolz, dass es eine starke Nachricht an das Ausland sei. Dass OPAP privatisiert werden sollte, wurde schon zu Beginn des Jahres festgelegt und ist nun, einige Monate später, tatsächlich umgesetzt worden. Die Verträge zur übergabe sollen in wenigen Tagen abgeschlossen und unterzeichnet werden.

Als Käufer ist das tschechisch-griechische Konsortium Emma Delta Ltd in Erscheinung getreten. Die staatlichen Anteile, die bei genau 33 Prozent lagen, gingen nun in die Hände von Emma Delta, für eine Summe in Höhe von 652 Millionen Euro. Neben dieser Privatisierung im Bereich des Glücksspiels soll in naher Zukunft eine weitere Privatisierung folgen.

Hier ist angedacht die staatlichen Anteile an dem griechischen Gasversorger Desfa zu verkaufen. Als Käufer wurde bereits das aserbaidschanische staatliche Energieunternehmen Socar gefunden, die eine Summe in Höhe von 400 Millionen Euro für die Anteile Griechenlands zahlen wollen.

Die Griechen und das Glücksspiel

Poker ist in Griechenland sowieso ein heikles Thema. Nicht grundlos wird die Greek Poker Tour im Concord Card Casino in Wien abgehalten. Man will zukünftig aber Online Gaming gestatten aber nur zu den Bedingungen wie Frankreich und Italien sie haben.

Die Greek Poker Tour ist immer wieder ein Beispiel dafür, dass die Griechen leidenschaftlich gerne spielen. Viele Online Anbieter spielen Satellites und holen alle paar Monate viele Griechen in die österreichische Hauptstadt. An den Turniertag ist im Concord die Hölle los, frei nach dem Prinzip "Wehe, wenn sie losgelassen werden".

Eine Gesetzesvorlage beinhaltet nun, dass ausländische Anbieter von Online Poker, Sportwetten im Netz und ähnlichen Vergnügungen geblockt werden sollen. Das bedeutet nicht, dass das Spielen nun komplett untersagt wird, sondern die Anbieter müssen sich eine griechische Domain beschaffen und ihre Server im Land etablieren.

Der Grund für dieses Vorgehen ist klar ersichtlich. Die finanzielle Not, in der sich das Land befindet, bringt die Regierung dazu, jeden Cent aus Steuern zu schnappen, den man nur in die Finger bekommt und Online Gaming ist eine gute Gewinnquelle. Momentan rechnet man damit, dass die Griechen etwa fünf Milliarden Euro im Jahr im Bereich Online Gaming erwirtschaften und entsprechend hoch lägen dann auch die Steuereinnahmen.

Genau die möchte man nun bekommen und deshalb geht man von einem baldigen Gesetzesbeschluss aus. Griechenland ist damit noch ein EU Land, das Online Gaming über Lizenzvergaben rechtmäßig macht, aber dies auch vom Internet löst. Man muss nur abwarten, ob man in der Bundesrepublik diesem Beispiel folgt.