Hotel Quickborn wird ausgebau

Die Ausdehnung des Hotels Quickborn kann planmäßig durchgeführt werden. Mit einer knappen Mehrheit genehmigten CDU, FDP und die Wir-Fraktion das geplante neun Millionen Euro teure Projekt der Familie Hesse im Gewerbegebiet auf dem Halenberg.

Die SPD und die Grünen wiesen die notwendigen änderungen des Bebauungsplans zurück. Die Hoteliersfamilie aus Hamburg, die in Blankenese zwei Hotels mit 125 Zimmer führt, möchte in Quickborn nicht nur einen weiteren gleichgroßen Gebäudekomplex mit 50 Zimmern mehr zu den bereits 97 vorhandenen bauen. Im Neubau soll auch ein Merkur-Spielothek Casino untergebracht werden.

Es sei wohl undenkbar, dass man eine Menge Geld in die Suchtberatung pumpe, denn parallel dazu unterstütze man das Spielhallengewerbe, so die Fraktionschefin der Grünen. Das Anwachsen der Popularität des Standortes sei durch die Premium Spielhalle kein Thema, so die Verwaltung. Im Fachausschuss fiel das Projekt noch durch. Die Hoteliersfamilie hielt am Montagabend bis zum bitteren Ende auf. Die Diskussion war auf den letzten Tagesordnungspunkt verschoben worden und sollte unter Ausschluss der öffentlichkeit abgehalten werden. Die Investoren hatten dann doch noch die Möglichkeit live mitzuverfolgen, wie die Politiker ihre Stimme abgaben und den Aufstellungsbeschluss der änderung des Bebauungsplans fasste.

Eine Debatte zu dem Thema wurde nicht mehr abgehalten. Der Juniorchef Tim Hesse, der das Quickborner Hotel mit seinen 20 Angestellten leitet, verlieh seiner Freude Ausdruck indem er hoffe, bald loslegen zu können. Nun warte er auf eine baldige Bauerlaubnis vom Kreis Pinneberg. Ende 2010 soll der erste Spatenstich stattfinden. Im Herbst nächsten Jahres ist die Einweihung des dreistöckigen L-förmigen Gebäudes dem Hotelkomplex gegenüberliegend angesetzt. Neben den 50 Hotelzimmern sind noch mehr Konferenzzimmer für Geschäftskunden geplant, so Hesse. In der direkten Umgebung des Hotels sind mit den Zentralen von E.on-Hanse und der Bank Comdirect zwei der größten Unternehmen in Pinneberg vorhanden.

Was es genau an Glücksspielversionen in der Merkur-Spielothek im Parterre des Neubaus geben wird, sei noch unklar. Dies müsse in einem separaten Vertrag mit der Stadt geklärt werden. Die Gauselmann- Gruppe aus dem nordrhein-westfälischen Lübbecke soll dieses Casino führen. Diese sei auf die Familie mit dem Anliegen zugekommen, dieses Angebot an Spielen in Quickborn zu präsentieren. Gauselmann ist mit ihren Geldspielautomaten die Nummer Eins weltweit und führt 500 Casinos auf der ganzen Welt. Das neue Hotel brauche laut Hesse zehn neue Mitarbeiter. Der Fraktionschef von Wir betont, dass dies eine Bereicherung für das Gewerbegebiet im Quickborn darstelle.

Man sei auch dankbar gewesen, dass die Familie sich damals der Ruine des Rohbaus angenommen habe. Vor drei Jahren wurde das Hotel Quickborn endlich in Betrieb genommen nachdem nach einigen Jahren Baustillstand und abgesprungener Geldgeber schon weg vom Fenster zu sein schien. Dies ist keine Halle zum Daddeln, sondern ein Casino mit höheren Ansprüchen. Grüne und SPD waren auch dagegen, da erst 2008 im Rat beschlossen wurden, in diesem Gebiet keine Spielhallen zu gestatten, auch eine geplante Diskothek fand keine Gnade.

Doch auch die Polizei achtet genau auf dieses Gebiet. Ihr war nicht entgangen, dass erst vor kurzem Mitglieder der Hells Angels im Hotel abgestiegen waren. Laut dem Polizeistationsleiter Nowobilski hätten diese an dem Europatreffen in Alvelohe teilgenommen und waren in allen Hotels der Umgebung abgestiegen. Hesse sagte, dass man keine Geschäfte mit den Hells Angels mache, doch wer bei ihnen einchecke werde zuvorkommende behandelt.