Behördliche Lokalschließung wegen illegalem Glücksspiel

Behördliche Lokalschließung wegen illegalem Glücksspiel

Da der Betreiber der Aufforderung nicht nachkam, wandten die Behörden drastischere Methoden an. Neben den amtlichen Schließungssiegeln, die an der Tür des Lokals angebracht wurden, schaffte die Bezirkshauptmannschaft einen 600 Kilogramm schweren Betonklotz vor die Eingangstür zum Lokal. Dies sollte ein eindeutiges Zeichen setzen, dass das Angebot von illegalem Glücksspiel nicht gestattet ist und von den Besuchern zudem nicht genutzt werden sollte.

Der Fall zum illegalen Glücksspiel in Schärding:

– dem Betreiber wurde das Angebot von illegalem Automatenspiel vorgeworfen

– Betreiber wiedersetzte sich den behördlich vorgeschriebenen Teilschließungen des Lokals

– ein 600 Kilogramm schwerer Betonklotz wurde vor der Eingangstür des Lokals abgeladen

– Eingangstür wurde mit amtlichen Schließungssiegeln versehen

drastische Methode, um die behördliche Schließung des Lokals zu demonstrieren

– Schließung hielt an, bis der Betreiber glaubhaft machen konnte, dass kein illegales Automatenglücksspiel mehr angeboten werde

Einigung zwischen Betreiber und Behörden

Nach dem aktuellsten Stand soll es bereits zu einer Einigung zwischen dem Betreiber und den Behörden gekommen sein. Durch das Anbringen von Gittern sorgte der Betreiber laut Bezirkshauptmannschaft dafür, dass keine illegalen Spielautomaten mehr aufgestellt werden können. Aus diesem Grund stand der Wiedereröffnung des Lokals nichts mehr im Wege. Der Bauklotz wurde von Seiten der Behörde wieder entfernt. Trotz der Einigung wird der Betreiber auch in Zukunft weiterhin von der Behörde beobachtet.

Sollte es erneut zur Aufstellung von illegalen Spielautomaten von Seiten des Betreibers kommen, so wurde von der Behörde bereits angedroht, dass das Lokal dann für immer geschlossen werden würde. In der Region wird mit entsprechender Härte durchgegriffen, um auf diesem Weg das illegale Glücksspiel langfristig zu bekämpfen. Neben der Schließung und der weitergehenden Beobachtung muss der Betreiber des Lokals zudem nun eine sechsstellige Geldstrafe entrichten.

Boom des illegalen Glücksspiels in Salzburg

Boom des illegalen Glücksspiels in Salzburg

Auch in Salzburg sind vermehrt illegale Angebote im Bereich des Glücksspiels zu bemerken, seit des Verbots von Spielautomaten vor Ort Einzug gehalten hat. Trotz des Automatenverbots in Salzburg gibt es vor Ort zahlreiche illegale Spielautomaten, schätzungsweise geht es hierbei um eine Anzahl zwischen 300 und 600 Geräten.

Risiko versus Einnahmen

Wie es dazu kommt, dass es so viele illegale Angebote gibt? Für die Betreiber sind die hohen Einnahmen besonders verlockend. Das illegale Aufstellen von Spielgeräten stellt zwar in Salzburg ein hohes Risiko dar, da vor Ort strenge Kontrollen durchgeführt werden und den Betreibern entsprechende Bußgelder drohen. Nichtsdestotrotz sind die Einnahmen für die Betreiber im Vergleich zum bestehenden Risiko offensichtlich verlockender. Hierbei ist die Rede von rund 2.000 und 10.000 Euro pro Monat und pro Automat.

Der Kampf gegen illegales Glücksspiel geht weiter

Allein im vergangenen Jahr wurden bereits 300 illegale Geldspielgeräte in Salzburg beschlagnahmt. Razzien zeigen demnach bereits ihre Wirkung, dennoch gibt es weiterhin zahlreiche illegale Geldspielgeräte. Auch die Strafen, die den Betreibern drohen, scheinen diese nicht abzuschrecken. Sobald Spielgeräte beschlagnahmt wurden dauert es nur wenige Tage und es werden bereits neue Spielgeräte aufgestellt. Es ist eine Art Teufelskreis. Experten glauben, dass das Verbot langfristig keine Besserung bringen wird und eine Liberalisierung inklusive eingehender Kontrollen wahrscheinlich langfristig die sinnvollere Variante wäre.

Fragen zum illegalen Glücksspiel

Fragen zum illegalen Glücksspiel

In Nordrhein Westphalen wurde das illegale Glücksspiel nun erneut thematisiert. Nachdem das diesjährige Symposium Glücksspiel 2014 der Universität Hohenheim durchgeführt wurde haben die FDP-Abgeordneten Henning Höne und Kai Abruszat eine kleine Anfrage an die Landesregierung in Nordrhein-Westphalen gestellt.

In der Anfrage der beiden Politiker ging es unter Anderem auch um die Aussage des geschäftsführenden Leiters der Forschungsstelle Glücksspiel, Prof. Dr. Tilman Becker, der als Kritiker der aktuellen Situation in NRW bekannt ist. Seiner Aussage nach werden die Anbieter von Seiten der Regierung geschont, trotzdem diese illegal Glücksspiel Anbieten. Die legalen Anbieter von Glücksspiel hingegen müssten sich auf die Rahmenbedingungen konzentrieren, Jugend- und Spielerschutz berücksichtigen und Steuern zahlen.

Hierbei würde sich eindeutig eine Unverhältnismäßigkeit entwickeln und die legalen Glücksspielanbieter würden im Vergleich enorm eingeschränkt, während die illegalen Anbieter enorme Freiheiten genießen würden. Die Frage der FDP-Politiker bezieht sich auf diese Aussage, denn die Politiker wollen nun wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um gegen die beschriebenen Vollzugs- und Kontrolldefizite vorzugehen und diese Unverhältnismäßigkeit auszubügeln.

Gleichzeitig ist bei der Anfrage besonders interessant zu erfahren, wie hoch die geschätzten Steuereinnahmen wären, würde das illegale Glücksspiel in legale Rahmen gelenkt werden. Auch ist es besonders interessant, ob für die Zukunft andere Modelle berücksichtigt werden, die zum verantwortungsvollen, ökonomisch tragfähigen Betrieb seriöser Spielstätten beitragen könnten. Es bleibt spannend, in welcher Form sich die Landesregierung zu dieser Thematik äußern wird, denn neben den FDP-Politikern gibt es sicherlich viele andere Personen, die ein großes Interesse daran haben, mehr über diese Thematik zu erfahren.