Zürich passt sich der modernen Zeit an

Zürich passt sich der modernen Zeit an

Mit dem Glanz ist jedoch noch mehr verloren gegangen. Während damals der Casinobesuch den reichen Personen vorbehalten war, so trifft man heute im Züricher Casino die Jugend vor dem Clubbesuch an. Einsatz an den Spieltischen sind nicht mehr mehrere tausend sondern vielmehr im Schnitt zwei Franken, mit denen sich dann vergnügt werden soll. Dresscode ist Jeans und T-Shirt und vom Glanz ist in diesem Zusammenhang so gut wie gar nichts mehr zu spüren.

Das Bild im Züricher Casino ist deshalb so verwunderlich, weil es vor der Eröffnung des Casinos hieß, dass Kragen vor Ort Pflicht sei. Zürich wollte sich mit dem eigenen Casino von den restlichen Spielbanken abheben und den Dresscode aufrecht erhalten. Die Security hatte die Anweisung strengstens darauf zu achten. Wer nicht im feinen Zwirn kam musste wieder nach Hause gehen, oder konnte sich vor Ort einen Kittel ausleihen, um die heiligen Hallen zu betreten. Doch die Leihgarderobe wollte niemand nutzen, dies wird wohl auch der Grund sein, warum die Kragenpflicht nun abgeschafft wurde.

Der Direktor Michael Favrod macht deutlich, dass die neue Regelung eine Anpassung an die derzeitige Situation sei. Im Sommer sei es zu warm, um eine feine Robe zu tragen und außerdem sei man heute zum Ausgehen, viel weniger aufgestyled als früher noch. Man passe sich den Gegebenheiten an. Mit der Kragenpflicht mussten offensichtlich zu viele Personen wieder nach Hause geschickt werden, die sich keine Leihgarderobe ausleihen wollten. Dies ist natürlich wenig umsatzfördernd und so war es im Prinzip absehbar, dass auch Zürich bald löchrige Jeans und T-Shirt erlauben musste.

Mit dieser Erkenntnis wird deutlich, dass die Zahlen in Zürich die Betreiber und verantwortlichen wohl nicht zufrieden gestellt haben. Offensichtlich wurden mehr Umsätze erwartet und ein größerer Ansturm. Da dieser offensichtlich ausblieb, ist es nun mehr als nachvollziehbar, dass die Regelungen im Casino an die heutige Zeit angepasst werden müssen. Direktor Favrod macht deutlich, dass die Zahlen zwar bisher nicht den Erwartungen entsprechen, jedoch eine klare Tendenz nach oben zu erkennen ist.