Nicht nur in Südkorea tobt ein virtueller Krieg

Spiele am Computer und im Netz sind in Südkorea genauso angesagt wie eine Fußball-WM in Europa. Man zockt 24 Stunden am Tag und auch wenn das Glücksspiel untersagt ist, spielen die Südkoreaner genauso leidenschaftlich um Geld wie um virtuelle Punkte und Ansehen.

Es kommt daher nicht überraschend, dass der Glücksspielmarkt sehr frequentiert wird und da die Betreiber ohnehin in einer rechtlichen Randzone agieren, nutzen sie oft unlautere Mittel um die Konkurrenz zu beseitigen. Einer dieser Anbieter startete letzten Herbst eine große Aktion gegen seine Konkurrenz.

Das virtuelle Casino wird beschuldigt, mit der Unterstützung von Hackern gegnerischen Internetseiten attackiert und deren Server außer Gefecht gesetzt zu haben. Durch diese Angriffe wurden in regelmäßigen Abständen die Server von etwa 110 konkurrierenden Online Casinos arbeitsunfähig gemacht, damit deren Besucher zu ihnen kommen.

Bei diesen Angriffen wird eine so große Anzahl an Anfragen auf den Server geschleust, die dieser nicht bearbeiten kann. Er arbeitet immer langsamer und nach einiger Zeit gar nicht mehr. Der Kopf dieser Aktionen ist wohl ein 32 Jahre alter Webmaster, der diese mit einem bekannten Hacker organisiert haben soll.

Sein Mittäter, ein 37 Jahre alter Computerspezialist, agierte von der Stadt Incheon aus und führte mit einem weiteren Hacker die Angriffe im Internet durch, dabei wurden 30.000 Computer in Mitleidenschaft gezogen. Ein paar Mitglieder einer Hackergruppe aus der Stadt wurde Anfang Januar festgenommen und werden mit ihrem Chef vor Gericht kommen.

Die ermittelnden Behörden rechneten nicht, dass die Attacken so gravierend sein würden. Ein Sprecher der Staatsanwalt sagte, dass es zum ersten Mal vorkomme, das eine Gruppe von solchen Hackern und die nötige Ausrüstung dazu genutzt wurde um die Attacken in einem solchen Ausmaß auszuführen.

Solche Aktionen sind in Südkorea vielleicht etwas ganz Neues, doch solche Attacken gab es damals auch schon. Vor zwei Jahren erlebten die Regierungsinternseiten in den USA und große Einkaufsseiten durch die gleiche Ziffer von Computern angegriffen.

Im Frühling vor drei Jahren fielen die Poker Betreiber Full Tilt und PokerStars einer solchen Attacke zum Opfer. Mehr als 100.000 fehlerhafte Verbindungen zu den Servern dieser Anbieter wurden geschaffen, die diese überforderten und schließlich zum Kapitulieren brachten.

Auf diesen Seiten konnten keine Turniere, Cashgames und ähnliches durchgeführt werden und die Poker Rooms mussten einen großen finanziellen Schaden verbuchen. Aktuell betroffen durch Angriffe durch Hacker waren die Seiten PayPal, Amazon und MasterCard, diese waren nicht wirtschaftlich zu begründen.

Die Schuldigen wollten nur ihre Missbilligung kundtun, dass diese Seiten gegen WikiLeaks sind.

Ist beim Monopol wirklich alles Gold, was glänzt?

Der Glücksspielmarkt befindet sich in einer Grauzone, die zwischen dem Monopol des Staates und den Privatbetreibern liegt. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer sind hier gefordert, Ordnung zu schaffen. In einem Wettlokal ist momentan alles gut.

Am Morgen befinden sich nur drei Kunden im Geschäft, die die drei Großbildschirme fest im Blick haben. Laut der Geschäftsführerin sei am Abend vorher die Hölle los gewesen, da Spiele von Bayern München und der Champions League stattgefunden haben.

Ihre Annahmestelle für Sportwetten hat sie zu Beginn des Monats November aufgemacht und auch wenn juristische Lage derzeit alles andere als stabil ist, war das Ordnungsamt der Stadt Köln noch nicht mit einer Anordnung zur Schließung vorstellig.

Die 51jährige Geschäftsführerin ist darüber sehr froh. Zusammen mit ihrem Ehemann besitzt sie seit vielen Jahren Wettlokale an den Flüssen Rhein und Ruhr und kann von anderen Phasen berichten, in denen es Hausdurchsuchungen, Wettlokale mit Versiegelung, Bußgelder und Pfändung der Konten gab.

Im März vor vier Jahren urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass lediglich die Regierung befähigt sei, ihre Bürger vor der Spielsucht zu bewahren. Karlsruhe setzt so ein Bundesländer-Monopol im Bereich Lotto und Sportwetten fest. Wenn man diese auf privater Basis betreiben wollte, der macht dies nicht in übereinstimmung mit dem Gesetz.

Seitdem herrscht Krieg zwischen den Bundesländern und den privaten Anbietern von Wette. Man klagte bei den Verwaltungsgericht bis hin zum EuGH. Die Urteile begünstigten manchmal die eine Partei und manchmal die andere Partei, so ist der bundesdeutsche Glücksspielmarkt momentan nicht einheitlich geregelt.

Viele Wettbüros privater Betreiber in ganz Deutschland waren gezwungen, ihre Geschäfte ganz zuzumachen oder nur auf Eis zu legen. Dies hing von der Entscheidung der Richter und deren Durchsetzung durch Beamte ab.

Wenn sich Ministerpräsidenten der Bundesländer Mitte Dezember in der deutschen Hauptstadt treffen, wird erwartet, dass sie diesbezüglich für Ordnung sorgen, wofür nur eine Einigung auf einen neuen Glücksspielvertrag notwendig ist, denn der aktuelle Vertrag verliert Ende nächsten Jahres seine Gültigkeit.

Nicht nur die private Wirtschaft braucht dringend eine neue Regelung sondern auch die Bundesländer, die gerade mit einer verworrenen juristischen Lage zu kämpfen haben. Aufgrund der Einschränkungen in der Werbung, die die Spieler schützen sollen, mussten die Lotterien und Sportwettengesellschaften von staatlicher Seite massive Verluste einfahren.

Diese Tatsache ist für die Politiker alles andere als erfreulich. Die Bundesländer bekommen schon immer 40 Prozent der immensen Erträge aus dem Glücksspiel, die in soziale, sportliche und bildungstechnische Projekte fließen.

Auf dieser wichtigen Veranstaltung finden sich nun die Befürworter und die Gegner des Monopols zusammen. Den Ländern wird eine grundsätzliche Entscheidung abverlangt, ob eine Liberalisierung stattfinden oder ob man Privatbetreibern Zulassungen geben soll.

Oder soll es eine komplette überwachung durch den Staat geben, die auch die Spielautomatenbranche betrifft? Befürworter dessen sind die von der SPD regierten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Wenn sie sich behaupten können, dann gibt es möglicherweise Knatsch mit der EU-Kommission. Hier findet seit zwei Jahren ein Prozess zur Vertragsverletzung statt, da der Glücksspielvertrag in Deutschland den Regeln des europäischen Binnenmarkts zuwiderläuft.

Der Richterspruch des EuGH kommt hier noch dazu. Dieser befand im September, dass das Staatsmonopol auf Lotterie und Sportwetten in der Bundesrepublik nicht gültig sei, da die Bundesländer mit den unterschiedlichen Arten des Glücksspiels nicht gleich umgingen.

Dies bedeutet, dass wenn der Staat das Monopol mit dem Schutz der Bürger vor Spielsucht rechtfertigt, dann müssen alle Formen des Glücksspiels darunter fallen und nicht nur die Sportwetten. Die Ordnungsämter verhalten sich in zahlreichen Städten deswegen zurückhaltender.

Man fürchtet zu sehr, dass die Privatanbieter Recht bekommen und die öffentlichen Kassen eine Menge Schadenersatz zahlen müssen. In der Politik gibt es hier auch kein Entgegenkommen. Die Regierungen der Bundesländer schlagen sich mit drei Gesetzesvorlagen herum und die Stimmung ist sehr angespannt.

Dass hier bis zum Ende den laufenden Jahres eine Einigung erzielt wird, ist unmöglich. Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hessen die beide von FDP und CDU regiert werden, befürworten den Fortbestand des Monopols im Bereich Lotterie, doch sie wollen, dass die Sportwetten mithilfe eines Zulassungsprinzips erlaubt werden.

Diese Regelung erwies sich bereits in vielen anderen Ländern Europas als effektiv und dürfte von dem Europäischen Gerichtshof angenommen werden. Um Tatsachen auf den Tisch zu bringen, hat erstgenanntes Bundesland schon eine passende Gesetzesvorlage im Landtag vorgelegt und somit die Schlacht eröffnet.

Der Fraktionschef der FPD in Kiel sagt, dass diejenigen Puristen, die den Ruin des Lottowesens in Deutschland maßgeblich vorangetrieben hätten, nun einsehen müssen, dass der immense Graumarkt im Sektor der Sportwetten nur mithilfe eines Zulassungsprinzip besser zu überwachen sei.

Sein Bundesland sei mit diesem Vorhaben nicht alleine. Wie viele Länderchef diesem Beispiel tatsächlich folgen werden, muss man abwarten. Der Vizechef der staatlichen Gesellschaft Westlotto, hält von Zulassungen rein gar nichts. Seiner Ansicht nach würden die Lotterien des Staates eine Position einnehmen, die auf lange Sicht weder der Suchtbekämpfung noch der Einnahme von finanziellen Mitteln zum sozialen Zweck zu zuträglich sei.

Der Geschäftsführer des Automatenbetreibers TB Automatenhandel in Berlin und Sprecher des Verband der Automatenkaufleute im Bereich Berlin und Ostdeutschland will sich gar nicht vorstellen, was geschieht, wenn die Monopolisten das Heft in der Hand haben.

Er weiß nur zu gut um die Seltsamkeiten der staatlichen Ordnung. Noch vor 12 Uhr Mittags hat er in seiner Ostberliner Spielhalle mehr als genug Arbeit. Während draußen eine Menge Schnee fällt, klimpern hier schon die Münzen, was das Zeug hält. Acht der zwölf Sitze vor den bunten Automaten sind besetzt, die Männer sind wie gebannt von den bunten Lichter, sie haben sie fixiert, sie hoffen.

Hier bedarf es nicht vieler Worte. Der Geschäftsführer ist sich darüber im Klaren, dass wenn die Befürworter des Staatsmonopol gewinnen, sein Laden zugemacht werden wird. Bund und Länder setzten seit einigen Jahren vermehrt Vorgaben für die Betreiber von Glücksspiel durch, was in seinen Augen vollkommen gerechtfertigt ist.

In seinem Geschäften wird, wie vom Gesetzgeber verlangt, kein Alkohol ausgegeben. Per Zulassungen erwarten höchstens 12 Spielautomaten auf Besucher und die Mitarbeiter kennen sich bei der Suchtverbeugung bestens aus. Hier finden sich neben festgelegten Spielpausen auch Flyer mit Kontaktadressen für Betroffene.

Die Automaten haben einen Abstand von drei Metern um ein gleichzeitiges Spiel unmöglich zu machen. Deshalb ist es für des Geschäftsführer unbegreiflich, dass diese Industrie noch weitere Regulierungsmaßnahmen über sich ergehen lassen muss. Er hat erst vor kurzem erlebt, welche Konsequenzen politischer Aktionismus in Sachen Suchtvorbeugung mit sich bringen kann.

Zu Beginn des letztens Monats entschied der Senat in Berlin die Vergnügungsteuer und fast das Doppelte anzuheben. Er sagt, dass die kleineren Betreiber von Spielautomaten nicht in der Lage seien, eine solche Summe zu bezahlen und er rechnet mit dem Ruin der etwa 400 zugelassenen Anbieter in Berlin.

Er sieht schlimme Folgen voraus und diese Maßnahmen würden dem Zweck der Regulierung entgegen wirken. Der Schwarzmarkt, der schon zweimal so groß sei, wie der rechtmäßige, floriere nach wie vor. Privatanbieter warten mit Spannung auf den Entschluss den die Bundesländer fällen werden.

Im Hinblick auf die Flaute in den öffentlichen Kassen müssen sie Angst haben, dass die Regierung das Monopol unter allen Umständen beibehalten möchte. Bis es soweit ist, steht den Privatbetreiber nur der anstrengende juristische Weg offen. Und sie müssen hoffen, dass das Ordnungsamt ihr Geschäft vorerst nicht schließen will.

Krieg der Poker-Bots

Schon im vergangenen Monat nahm der Anbieter von Poker, Full Tilt, die Sperrung einiger Konten von Spielern vor und beschlagnahmte die Gewinne. Mit diesen Beträgen sollen Spieler, welche wegen Pokerbots auf den Websites in die Bredouille geraten sind, eine Entschädigung erhalten.

Auch das Online Casino PokerStars hat diesen Schritt, den ersten einer solchen Art in seiner Historie gewagt. Die beiden Seiten für das Pokerspiel haben den Bots damit schlussendlich den Krieg erklärt.

Diese sind eigentlich nicht unrechtmäßig, doch die geschäftlichen Bedingungen untersagen ihre Nutzung mit Nachdruck. Das ist der Grund, weswegen die Anbieter von Poker die Konten der Spieler von Bots sperren und die Gewinne einziehen können.

Viele Nutzer dieser Bots sagen dagegen schon ein paar Jährchen, dass sie nichts machen würden, was die Betreiber der Internetseiten nicht gleichermaßen anwendeten. Es kursiert schon länger die Vermutung, dass die Internetseiten für Poker auch Pokerbots verwenden, damit die Pokerspiele in Gang bleiben.

Die Betreiber gaben zu diesen Anschuldigungen bislang keinen Kommentar ab. Die Anbieter von Bots ärgern sich über die Promotionen von Full Tilt und PokerStars. Sie sagen, dass besonders das erstgenannte Unternehmen die Bots für Poker lange Zeit geduldet habe.

Der Sprecher von Shanky Software, einem Anbieter für Pokerbots beschwerte sich, dass man sie viele Jahre lang geduldet und sogar begrüßt habe. Man habe viele Bots auf den Webseiten gehabt und nie hätten sich die Betreiber dahingehend beschwert.

Die Anbieter von PokerStars und Full Tilt antworteten, dass es immer deren Prinzip gewesen sei, nur Poker Spieler aus Fleisch und Blut auf den Seiten zu haben, jeder der dem zuwiderlaufe, der müsse die Konsequenzen tragen.

Afghanistan – Online Casino als willkommene Ablenkung

Die Dunkelheit ist schon hereingebrochen, als sich in Afghanistans Bergen vier müde wirkende Menschen um einen kleinen Laptop mit Satellitenantenne im Mannschaftszelt der Deutschen Katastrophenhilfe versammeln. Sie haben jeden Abend drei Stunden Empfang. Erst checken sie ihre E-Mails und schreiben welche, dann lesen sie Nachrichten im Netz.

Die Stimmung wird erst dann besser, als die Katastrophenhelfer im Online Casino ankommen und die Craps Tische angehen. Dies sei sehr entspannend, man habe ein gemeinsames Konto und wenn man nach den Mails noch Zeit übrig habe, dann spiele man ein bisschen, sagt Dr. Schneider, der Leiter des Hilfsprojekts.

Bei seiner Mannschaft stehen vor allen Dingen Craps und Roulette hoch im Kurs, da man dies auch gut zusammen spielen kann. Am Tag bauen die Helfer mitten im Krisengebiet ein Krankenhaus und sind jeden Tag mit Elend, Entbehrung und Krieg konfrontiert. Das kommt die Ablenkung mit Hilfe des Online Casinos wie gerufen, ein Stück heile Welt.

Die Wahl der Männer fällt meistens auf das Europa Casino, doch wieso gerade dieses Casino? Man habe sich auf dieses Online Casino geeinigt, weil alle hier aus Europa stammen, so Schneider. Die Deutschen haben im Lager einen Boom ins Rollen gebracht. Immer häufiger sind auch die Kollegen aus Frankreich oder Spanien bei den Online Casino Spielern mit von der Partie.

Man nutze meist die Gratisversion der Spiele, doch manchmal sei auch ein Einsatz dabei, man habe schon manches gewonnen. Der Gewinn aus den Online Casinos werde für das Projekt verwendet, so Schneider und gesellt sich zu seinen Kollegen, die gerade bei Craps gewonnen haben und sich darüber freuen.

Völkerverständigung einmal anders

Völkerverständigung kann auch auf außergewöhnlichem Wege geschehen. Ein arabische Online Casino berichtete über eine zeitweilige Freischaltung für Afghanistan, dort ist das virtuelle Glücksspiel sonst verboten. Der Direktor der arabischen Online Casinos, das seine Zentrale in Dubai hat, verlangte, dass die Webseite im ganzen Land frei zugänglich wird.

Man wollte hiermit die Beendigung der Kriegshandlungen in Afghanistan herbeiführen. Einige Automaten wurden frei zugänglich gemacht und die Afghanen konnten auch kein Geld mit nach Hause nehmen. Das Vergnügen stand bei dieser Aktion im Vordergrund. Zu Beginn hatte man die Angst, dass der Hass im Land auch mit am Tisch sitzen würde. Doch dies war zum Glück nicht geschehen. Nach drei schleppenden Stunden kam Leben in das Spiel.

Spieler aus allen Ecken des Landes waren dabei, sowie wie einige amerikanische Soldaten, die des Arabischen mächtig sind, waren mit von der Partie. Die Atmosphäre im Chat war angenehm und Politik und Krieg waren kein Thema. Zum Ende dieses Tages zählte man fast 2000 Menschen, die diese Gelegenheit wahrgenommen hatte, ein glänzendes Resultat. Circa ein Drittel loggten sich von den umkämpften Regionen des Afghanistans ein.

Der Direktor freute sich besonders über ein Zitat eines amerikanischen Soldaten, der sagte, er wolle nach einem so gelungenen Abend gar nicht glauben, dass man sich hier so bitter bekämpft. Man wollte es bei dieser einen Veranstaltung nicht bewenden lassen. Der Direktor ist der Ansicht, das Online Roulette das ideale Spiel sei, um Feinde an einen Tisch zu bekommen. Es sei neutral, jeder habe die gleichen Chancen und es bereite allen Vergnügen. Man kann den Spielern nur wünschen, dass sie von diesem Ereignis eine Menge mitnehmen konnten.