Ein russisches Las Vegas

Ein russisches Las Vegas

Ist ein Glücksspielboom in Russland überhaupt vorstellbar. Seit 2009 gilt in Russland das Glücksspielverbot, welches vier Ausnahmen beinhaltet. Bei diesen Ausnahmen handelt es sich um vier Gebiete, in denen das Glücksspiel angeboten werden darf. Zu diesen Gebieten gehört die Krim. Auch wenn es diese Ausnahmen gibt, so werden diese von den russischen Spielern kaum angenommen.

Das Glücksspiel boomt vor Ort in diesen Gebieten nicht, doch dies soll sich in Zukunft ändern. Auf der Krim soll eine Art russisches Las Vegas entstehen und die Spieler in dieses Gebiet locken. Während also versucht wird das Glücksspiel in den Ausnahmegebieten zu pushen, ist das Online Glücksspiel in Russland, ähnlich wie in Deutschland, unreguliert und auch unkontrolliert.

Das Glücksspielverbot in Russland kam relativ überraschend. Überraschend deshalb vor allem, weil das Glücksspiel Einnahmen in Millionenhöhe für den Staat generierte. Der damalige Präsident Wladimir Putin setzte das Verbot trotzdem durch und seit 2009 ist das Glücksspiel in Russland, mit vier Ausnahmen, verboten. Der Effekt war, dass zwar in Glücksspielzentren wie Moskau offiziell nicht mehr gespielt werden durfte, aber das illegale Glücksspielangebot ließ nicht lange auf sich warten.

Das illegale Glücksspiel florierte und auch das Online Glücksspiel, welches in Russland illegal ist, erlebt noch heute einen Boom. Das Glücksspielverbot hat also den Zweck, die Spieler zu schützen, leider nicht erfüllt. Nun besteht die Hoffnung, dass die Zentralisierung des erlaubten Glücksspiels in Russland dafür sorgen könnte, dass die Spieler sich auf das legale statt auf das illegale Angebot konzentrieren.

Gesetzesaufhebung ist nicht zu erwarten

Auch wenn das Gesetz von Putin den Zweck nicht wirklich erfüllt hat, so scheint niemand davon abweichen zu wollen. Auch wenn bereits mehrfach darauf gedrängt wurde, das Glücksspielverbot zurückzuziehen, so wurde dem bisher nicht nachgegeben. Zu groß seien die Gefahren, die von der Spielsucht ausgehen.

Die Spielsucht sei eine der gefährlichsten Süchte, dies sagte schon Putin bei der Einführung des Glücksspielverbots. Das illegale Glücksspiel floriert unterdessen. Dies ist viel gefährlicher als das legale Glücksspiel. Denn beim illegalen Glücksspiel gibt es keine Kontrolle von den und für die Spieler. Zusätzlich drohen den illegalen Spielern hohe Strafen und es gibt keine Sicherheit, dass die Spieler die Gewinne von den illegalen Anbietern tatsächlich ausbezahlt bekommen.

Das neue Glücksspielparadies auf der Krim

Das neue Glücksspielparadies auf der Krim

Die Einrichtung dieser Glücksspielzonen erfolgte vor fünf Jahren. Mit der Einschränkung der Legalität des Glücksspiels sollte vor allem der Spielerschutz gewährleistet werden. Die Krim soll nun zu einer zusätzlichen Glücksspielzone werden, hierfür setzte sich Putin in der Vergangenheit schon ein.

Durch das Glücksspiel auf der Krim soll der Ort auch für Touristen attraktiver werden. Politiker heben hervor, dass durch die Einrichtung einer Glücksspielzone auf der Krim Investitionen vor Ort gefördert werden würden und mehr Besucher vor Ort ihren Urlaub verbringen werden.

Inwieweit die Krim tatsächlich als Urlaubsziel attraktiv sein könnte ist derzeit fraglich, weil in der Vergangenheit viele Spannungen vor Ort vorherrschten. Die Krim wird von Russland beansprucht, dies erkennt die Ukraine jedoch nicht an. Vor nicht allzu langer Zeit kam es zu erhöhten Spannungen vor Ort, was das touristische Einkommen vor Ort stark schmälerte.

Fragwürdiger Erfolg des Vorhabens

Es ist deutlich, dass durch das Vorhaben der Tourismus und dadurch auch die Einnahmen vor Ort angekurbelt werden sollen. Dennoch ist dieses Ziel fraglich, denn bisher sind weltweit die Online Casinos auf dem Vormarsch, die durch Lizensierungen in anderen Ländern ihr Glücksspielangebot auch in Regionen präsentieren, wo das Glücksspiel eigentlich verboten ist. Das Online Glücksspiel hat sich für viele Casinos zur größten Konkurrenz entwickelt, für die Staaten ist es schwer gegen die in der Grauzone agierenden Betreiber vorzugehen.

Putin jedoch ist in Bezug auf die Einnahmen durch Tourismus und Glücksspiel positiv gestimmt, denn bereits in der Vergangenheit wirkte sich das neue Gesetz, welches auf die Glücksspielzone im südrussischen Krasnodar ausgeweitet wurde, positiv auf die Einnahmen aus. In Sotschi wurden die Olympischen Winterspiele ausgetragen und durch die Anpassung des Gesetzes war das Glücksspielangebot vor Ort besonders lukrativ. Dies lässt darauf schließen, dass auch mit der neuen Glücksspielzone auf der Krim in Zukunft Erfolg erzielt werden könnte.

Zukünftige Glücksspielmöglichkeiten auf der Krim

Zukünftige Glücksspielmöglichkeiten auf der Krim

Organisiert wird die Veranstaltung durch das russische Unternehmen Smile Expo auf dem Crimea Gambling Congress. Der Kongress soll zukünftige Möglichkeiten aufzeigen und zudem Investoren und Betreiber zusammenbringen, um eventuell gemeinsam schon über zukünftige Pläne zu sprechen.

Die Halbinsel Krim gilt bisher als Urlaubsregion für Touristen. Vor Ort sind zahlreiche Resorts vorzufinden, in denen die Touristen Urlaub machen. Neben dem Strandvergnügen sei es durchaus notwendig, den Gästen vor Ort auch ein entsprechendes Unterhaltungsangebot zu präsentieren.

Auch im Urlaub verlangen die Reisenden Abwechslung und Vergnügen, was also bietet sich besser an als ein abwechslungsreiches Glücksspielangebot? Doch nicht nur für die Touristen stellt die Krim als Glücksspielhalbinsel einen positiven Faktor dar, auch für die ansässige Bevölkerung bedeutet die Entscheidung Vorteile, denn es sollen vor Ort neue Arbeitsplätze und neue Investitionsmöglichkeiten für Unternehmen geschaffen werden.

Zeitnahe Konkretisierung der Glücksspielpläne

Die Entscheidung bezüglich der Krim als Glücksspielregion ist in den vergangenen fünf Monaten, also sehr schnell, gefallen. Erlaubnisse liegen bereits vor und der Kongress soll die Glücksspielanbieter anlocken. Es wird nun erwartet, dass auch die Umsetzung der Pläne wohl nicht mehr besonders viel Zeit in Anspruch nehmen werde. Auch die Pläne nehmen bereits konkretere Gestalt an, denn die Pläne sehen den Bau von 5-Sterne-Hotels, gastronomischen Einrichtungen, Sportstätten und Konzerthallen vor Ortvor.

Es ist bereits im Gespräch die Krim auch für große Turnierveranstaltungen, wie die World Series of Poker, ins Spiel zu bringen. Auch Online Poker wurde bereits thematisiert. Noch ist es nicht klar, ob Online Poker auf der Krim erlaubt werden wird, aber die Verantwortlichen befinden sich bereits in Gesprächen zu diesem Thema und sind sich offensichtlich über die Wichtigkeit des Online Poker Angebots bewusst.

Die Krim als Sonderverwaltungszone

Die Krim als Sonderverwaltungszone

Eine Entscheidung diesbezüglich ist nun gefallen und in Zukunft sollen Glücksspielfans die Möglichkeit bekommen, vor Ort legal zu spielen. Geplant sind hier nicht nur das traditionelle Glücksspiel, sondern auch Glücksspielvarianten, die ansonsten in Russland bisher nicht anerkannt und gestattet wurden.

Da die Entscheidung bezüglich der Krim als Sonderverwaltungszone nun gefallen ist, werden Investoren gesucht. Mit kleinen Investitionsgrenzen erhoffen sich die Verantwortlichen Investoren anlocken zu können, um die Pläne für die Krim tatsächlich realisieren zu können. Auf der Halbinsel sollen somit in Zukunft Casinos entstehen. Für den Bau dieser Casinos wird als Investitionsgrenze eine Summe in Höhe von 10,8 Millionen Euro eingeplant, rund sechs Millionen weniger als in anderen Gebieten, in denen kürzlich erst Casinos errichtet wurden. Die Anwohner der Krim sind nach Angaben verschiedener Personen nicht sonderlich begeistert von dem Vorhaben der russischen Regierung, jedoch scheint diese negative Einstellung der Bewohner sich nicht auf die Pläne der Regierung auszuwirken.

In Russland unterliegt das Glücksspiel generell strengen Regelungen. Da die Krim an Russland angegliedert wurde, muss man sich auch hier an die Regelungen halten. Bisher gibt es in Russland vier Sonderverwaltungszonen, die von offizieller Hand gestattet wurden. Außerhalb der Sonderverwaltungszonen ist das Glücksspiel verboten. Ein besonderer Vorteil für Krim ist es, dass die Sonderverwaltungszone sich über die ganze Halbinsel erstrecken soll und somit keine Abgrenzungen nötig werden. Durch den gut florierenden Tourismus vor Ort erhoffen sich die Initiatoren mit diesem Schritt viel Geld in die Kassen spielen zu können.

Die Krim als Spielparadies

Die Krim als Spielparadies

Es wird vorausgesetzt, dass der Sinneswandel aufgrund des Geldes stattgefunden hat, denn mit dem Glücksspiel können wirtschaftliche Einnahmen generiert werden. Der Präsident Russlands hat hierzu bereits ein Gesetz herausgegeben, welches auf der Internetseite von Putin publiziert wurde. Nach dieser neusten Meldung gehört die Krim weiterhin völkerrechtlich zur Ukraine.

Die Handhabung des Glücksspiels ist in Russland sehr streng geregelt. Putin hatte sich für die Eindämmung der Spielsucht eingesetzt, wodurch einige Casinos in Russland geschlossen wurden. Da das Glücksspiel jedoch nicht generell verboten wurde, wurden sogenannte Sonderzonen eingerichtet, in denen das Glücksspiel angeboten werden darf. Für die Krim sollen die Gesetze in Bezug auf die Sonderzonen nicht gelten, hier dürfen die Verantwortlichen laut Putin selbst entscheiden, wo die Glücksspielangebote errichtet werden sollen. Offensichtlich wird für die Krim dringend Geld gebraucht, sonst ließe sich dieser Entschluss kaum logisch erklären.

Erst im Februar hatte Putin sich gegen das Glücksspielangebot vor Ort ausgesprochen, da dieses kriminelles Klientel anziehen würde. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Geldgeber nach dem Wassersportereignis auf Rendite für die Investitionen gedrängt hatten. Höchstwahrscheinlich musste der Präsident dem Drängen nun nachgeben und hat sich aus diesem Grund für das Glücksspielangebot in dem von Russland anerkannten Gebiet entschieden. Die Bevölkerung der Krim hatte sich mit der Angliederung an Russland wohl erhofft, dass ein wirtschaftlicher Ausschwung stattfinden könnte. Ob dabei jedoch mit der Errichtung von Spielparadiesen gerechnet wurde ist zweifelhaft.