Kein Glücksspiel mehr in Macau

Kein Glücksspiel mehr in Macau

Das neue Konzept sah vor, dass das Glücksspiel vor Ort weniger Bedeutung bekommen sollte, um so die Kriminalität und Korruption zu verringern. Doch wie schon bei dem Boom geht es in Macau alles ziemlich schnell voran. Neusten Meldungen zu Folge, soll das Glücksspiel nun komplett von der Halbinsel verbannt werden.

Die Regierung greift durch

Während der eigentliche Plan lautete, das Glücksspiel vor Ort weniger zu pushen und somit Macau für Familien und Urlauber attraktiver zu gestalten, geht es nun in eine viel drastischere Richtung. Es ist zu erwarten, dass die Regierung nicht zufrieden mit den Ergebnissen der Anti-Korruptions-Kampagne ist. Zu viele Schlupflöcher gibt es für illegale Anbieter und kriminelle Geschäfte, bei denen große Geldbeträge über die Spieltische wandern. Eigentlich hatte die Regelung bisher nur die VIP-Spieler von der chinesischen Halbinsel verbannt. Nun soll das Glücksspiel bis zum Jahresende komplett aus Macau verschwinden.

Für die Casinos in Macau, zu denen einige bekannte Komplexe zählen, bedeutet dies nun, dass das Feld bis Jahresende geräumt werden muss. Die Regierung will hart durchgreifen. Casinos sollen somit ab 2017 in Macau komplett verboten sein, wodurch sich die chinesische Halbinsel dem Festland anpasst.

Glücksspiel treibe die Menschen in den Ruin, daher sollen nun auch die Anbieter in Macau nicht mehr von dem Leid der Spieler profitieren. Das Familienkonzept wird vor Ort verstärkt und so haben die Casinobetreiber vor Ort nun die Chance, auf diesen Zug aufzuspringen und ihre Etablissements für Urlauber und Familien umzugestalten. Ob dies jedoch einen ähnlichen Ertrag für die Anbieter mit sich bringen wird, bleibt weiterhin fraglich.

Macau befindet sich weiterhin im Sinkflug

Macau befindet sich weiterhin im Sinkflug

Bereits in den ersten Wochen nach dem Start dieser Kampagne war ein deutlicher Besucherrückgang in den Casinos von Macau zu verspüren, die High Roller blieben aus und damit auch die Gelder. Eine aktuelle Monatsbilanz macht deutlich, dass der Sinkflug von Macau weiterhin voranschreitet und deutliche Spuren hinterlässt.

Folgende Fakten zum Sinkflug in Macau:

– die Monatsbilanz ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig

– Rückgang von 9,53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

– Junket-Betreiber müssen bis Euro 6,7 Milliarden an Schulden abschreiben

– stagnierender VIP-Sektor

– fehlende High-Roller in den Casinos vor Ort

Trotz der negativen Tendenz, gibt es auch einige positive Faktoren. Zum einen wird es von den Experten als positiv angesehen, dass der Rückgang deutlich kleiner ist als im Vergleich zwischen den Jahren 2014 und 2015 und auch der Rückgang im Vergleich zum Vormonat ist bereit geringer. Die Frage, die sich den Betreibern und Analysten nun nur noch stellt ist, wann der Sinkflug endlich abgebremst werden wird.

Neben den Casino Betreibern leiden auch vor allem die Junket-Betreiber unter der aktuellen Lage in Macau. Die Junket-Betreiber waren mit dem Beginn des Zockerparadieses in Macau lange Zeit verantwortlich für den stetig anwachsenden Boom. Durch die Anti-Korruptions-Kampagne der Politik und den damit verbundenen strengen Regeln, wird den Reiseveranstaltern jedoch jede Möglichkeit genommen, vor Ort weiterhin Erfolg haben zu können.

Falsches Bild vom Casinobesuch

Falsches Bild vom Casinobesuch

Die moderne Ausstattung vieler Casinos soll den Gästen zeigen, dass das Casino nicht mit Prostitution und Kriminalität gleichzusetzen ist. Die Vorurteile wird es auf Seite der Kunden jedoch immer geben, so sieht es auch der Direktor des Züricher Spielcasinos, Marc Baumann. Für viele Gäste würden die verruchten Vorurteile auch einen gewissen Reiz ausmachen, doch auf der anderen Seite kann dies eben auf Kunden auch abschreckend wirken, so der Direktor, der seit 2014 direkt vor Ort unterschiedlichste Erfahrungen sammeln konnte.

Während Casinos früher Glanz und Glamour ausstrahlten und den gehobenen Gästen Luxus boten, gibt es heute in vielen Casinos keinen Dresscode mehr, so auch im Züricher Spielcasino. Die Gäste sitzen in Freizeitkleidung an den Spielgeräten, im Anzug erscheint im Casino heute kaum noch jemand. In Zürich liegt es jedoch nicht nur an dem fehlenden Glamour, dass das Casino die Erwartungen der Betreiber nicht erfüllt. Nach Angaben von Experten würde das Casino nicht bekannt genug sein, Züricher Spieler wüssten teilweise nicht einmal, wo sich das Casino befindet. Darüber hinaus habe das Casino, wie viele anderen Spielbanken auch, mit den Vorurteilen der Einwohner zu kämpfen. Glücksspiel sei vielerorts noch verpönt, so auch in Zürich und genau aus diesem Grund würden die Erwartungen der Betreiber stetig untertroffen werden.

Stadtcasino kämpft mit Problemen

Im Stadtcasino in Zürich sind es jedoch nicht nur die allgemeinen Probleme, mit denen Spielbanken generell zu kämpfen haben, sondern darüber hinaus bietet die Lage des Casinos nicht die Vorteile, die man sich vorgestellt hatte. Das Stadtcasino nennt folgende Probleme, die zu wenig Kundschaft und dementsprechend zu wenig Umsatz führen:

– keine Laufkundschaft

– wenig attraktiver Eingangsbereich

– keine angrenzenden Parkplätze

– Halteverbot vor der Tür

– keine repräsentative Auffahrt

Unabhängig von den Problemen, die der Standort mit sich bringt, hat das Stadtcasino zudem mit der Konkurrenz aus dem Nachbarkanton zu kämpfen. Das Züricher Stadtcasino befindet sich ganz in der Nähe des berühmten Grand Casino Baden. Der Bekanntheitsgrad und das umfassende Angebot sind durchaus auch den Spielern in Zürich bekannt, wodurch diese gerne einen etwas längeren Weg auf sich nehmen, um den Besuch im Badener Casino zu wagen. Für das Stadtcasino Zürich ist dies natürlich ein Problem, weil so die potentiellen Besucher eher zur Konkurrenz gehen, anstatt das stadteigene Angebot zu nutzen.

Ansteigende Sucht und Kriminalität beim Glücksspiel

Ansteigende Sucht und Kriminalität beim Glücksspiel

Aufgrund dieser Zahl und weiterer Statistiken ist deutlich bewiesen, dass auch die Spielsucht in den vergangenen Jahren enorm angestiegen ist. Die Sucht ist zu vergleichen mit einer Drogensucht, nur dass auch die Spielsucht sich besonders langsam einschleicht.

Erschreckend ist es, wie viel Kriminalität aus der Spielsucht resultieren kann. Studien zeigen auf, dass mehr spielsüchtige Menschen kriminell werden, um Geld für das Glücksspiel zu beschaffen, als Personen, die der Drogensucht unterliegen – ein erschreckendes Beispiel.

Die Zahlen in Bezug auf die Ausgaben für das Glücksspiel sind in den letzten Jahren etwa gleich geblieben. Einen Unterschied gibt es lediglich bei der Verteilung der Marktanteile, denn die Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit haben viel an Beliebtheit und eben auch an Anteilen dazu gewonnen. Der Bereich der Spielautomaten-Branche hat für das letzte Jahr einen fünfprozentigen Zuwachs zu verbuchen.

Dieses Wachstum ist jedoch gleichzeitig ein Gefahrensignal, denn Studien beweisen bereits seit längerem, dass die grö?te Gefahr der Spielsucht eben vom Automatenspiel ausgehe. Ein Gro?teil der Hilfesuchenden in den Suchtberatungsstellen ist dem Automatenspiel verfallen. In Zahlen ausgedrückt ist hier von etwa drei Vierteln die Rede.

Die Spielsucht ist weit verbreitet doch gleichzeitig nehmen auch immer mehr Personen, die Hilfe von sogenannten Suchtberatungsstellen in Anspruch. Das Alter der Betroffenen sinkt zudem immer weiter ab. Die Zielgruppe verändert sich und während früher vorrangig ältere Männer an den Spielautomaten vorzufinden waren, so spielen heute hauptsächlich Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Meist sind hier die männlichen Personen mehr betroffen.

Konkurrenzbekämpfung in Österreich

Konkurrenzbekämpfung in Österreich

Dies hält jedoch auch heute noch nicht alle Anbieter davon ab, Glücksspielangebote illegal zu verbreiten. Für die Lotterien ist das besonders negativ, da die illegale Konkurrenz Kunden und somit auch Einnahmen wegnimmt, die die offiziellen Lotterien sonst machen könnten.

Gewinne in Milliardenhöhe werden durch die illegalen Glücksspielanbieter jährlich kassiert. Gelder die den Lotterien am Ende des Jahres fehlen, so der Vorstandsdirektor der österreichischen Lotterien, Friedrich Stickler. Das illegale Angebot müsse stärker bekämpft werden, erklärt er während eines Besuchs in Salzburg. Statistiken zufolge gibt es im World Wide Web etwa 15.000 Anbieter, die unlizenziert die Glücksspielangebote zur Verfügung stellen, somit also illegal sind. Das illegale Angebot ist frei zugänglich und für die Betreiber bietet diese Variante einen Vorteil, denn durch die Illegalität müssen keine Steuern abgeführt werden.

Strickler macht deutlich, dass nicht nur Gelder durch das illegale Angebot den lizensierten Anbietern und Lotterien fehlen, sondern auch dass die illegalen Angebote die Kriminalität begünstigen. So werden die illegalen Betriebe im Internet gerne dazu genutzt Geld zu waschen, aber auch Betrug und Korruption sind in diesem Zusammenhang keine Fremdwörter. Nicht zuletzt die Kriminalität liefert laut Strickler einen weiteren Grund, um nun endlich stärkere Maßnahmen zu ergreifen und gegen das illegale Glücksspielangebot vorzugehen.

Selbst der Staat hat ein Interesse daran die Konkurrenz der Lotterien auszuschalten, weil diesen durch die illegalen Angebote Einnahmen verloren gehen. Weniger Einnahmen bedeuten weniger Gelder bedeuten weniger Steuern, was zu schlecht gefüllten Staatskassen führt.

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