Defizitärer Casinobetreiber spendiert ausufernde Firmenfeier

Defizitärer Casinobetreiber spendiert ausufernde Firmenfeier

Der Verkauf der Kunstwerke wurde damit gerechtfertigt, dass das Unternehmen so aus den roten Zahlen geholt werden könnte, nicht aber damit, dass die Mitarbeiter dadurch endlich mal richtig feiern könnten.

Wofür die 77.000 Euro tatsächlich ausgegeben wurden:

– ein ausgelassenes Fest

– 550 Mitarbeiter feierten im November 2014 aus einem Partyschiff der KD-Flotte

– der Termin war 10 Tage nach dem umstrittenen Warhol Kunstverkauf

– es gab eine Band, Showauftritte, eine Tombola und ein Buffet

– WestSpiel sprach von einer "Mitarbeiterversammlung" mit nur "angeschlossener Weihnachtsfeier"

Das Feiern stand im Vordergrund

Nicht nur Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) spricht davon, dass bei solch hohen Ausgaben für eine Firmenfeier das Feiern im Vordergrund gestanden haben muss, auch die Teilnehmeraussagen deckten sich mit dieser Annahme. Außer einer kurzen Ansprache habe es keinen großen Informationsaustausch an diesem Abend gegeben, jedenfalls nicht von Seiten des Unternehmens.

Eröffnung des Wynn Palace in Macau

Eröffnung des Wynn Palace in Macau

Die große Einweihungsparty soll am 22. August 2016 stattfinden. Natürlich ist der neue Komplex ein Resort im Wynn-typischen Stil, voll mit Luxus und besonderen Highlights. Was das neue Wynn Palace Hotel Macau zu bieten hat:

– 1.706 Zimmer, Suiten und Villen

– Anfahrt mit klimatisierten "SkyCabs"

– spektakuläre Blumenarrangements

– seltene Kunstwerke aus der umfangreichen Sammlung von Steve Wynn

– ein luxuriöser Wellnessbereich

– eine breite Auswahl an Gourmetrestaurants

– flexible Konferenzeinrichtungen

– eine 18.580 Quadratmeter große Shopping Mall mit allen Luxusmarken dieser Welt

– ein riesiges Casino

Wynn schreibt erneut Geschichte

In der Glücksspielbranche ist Steve Wynn ein bekannter Name, nicht ohne Grund. Wynn Resorts Limited wurde von Stephen A. Wynn im Jahr 2002 gegründet und wird von ihm bis heute als Chairman, CEO und Präsident geleitet.

Das wohl bekannteste Hotel des Casino-Moguls ist das Wynn Las Vegas, ein Komplex inmitten der Glücksspielmetropole. Weitere Casino-Hotels in Las Vegas, die von Wynn erbaut wurden, sind das berühmte Golden Nugget Casino sowie die Luxushotels Treasure Island, Mirage und Bellagio. Auch in Macau ist der Milliardär kein Neuling, denn bereits im Jahr 2006 erbaute Wynn sein erstes Hotel in Macau.

Schluss mit der Scheinheiligkeit von staatlichen Spielbanken

Schluss mit der Scheinheiligkeit von staatlichen Spielbanken

Die Länder geben an, dass der Spielersucht der Grund dafür ist, warum Spielbanken nicht privatisiert werden sollten. Kritiker hingegen sind der Meinung, dass die Länder lediglich an den florierenden Spielbanken mitverdienen wollten. Nun da die Spielbanken nicht mehr so umsatzstark sind, wird darüber nachgedacht, ob die Etablissements nicht einfach durchweg privatisiert werden könnten. Gegen diese Privatisierungspläne erheben allerdings weiterhin die Suchtexperten die Stimmen.

Nur noch die Glücksspiellizenz ist von Wert

Rund um WestSpiel als Betreiber der Spielbanken in Nordrhein-Westphalen gab es bereits in der Vergangenheit zahlreiche Diskussionen. Nicht nur, dass WestSpiel sich dauerhaft in den roten Zahlen befand und auch die Situationen rund um die Personalentscheidungen nicht einfacher wurden, sondern darüber hinaus sorgte der Betreiber für Aufsehen, als Kunstwerke des Bundeslandes verkauft wurden, um damit die Spielbankenkassen aufzufüllen. Diese ganzen Faktoren haben offensichtlich nun, wenn auch etwas spät, dafür gesorgt, dass Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) über die Privatisierung von WestSpiel nachdenkt.

Finanzskandal bei der WestSpiel Gruppe

Finanzskandal bei der WestSpiel Gruppe

Aktuell ist der Bau einer neuen Spielbank geplant, der Spielbank in Köln, die den Plänen zu Folge die Lage der WestSpiel Gruppe verbessern soll. Ob die Spielbank tatsächlich die Lösung für alles ist, dies bezweifeln vor allem Kritiker. Aktuell sieht sich die WestSpiel Gruppe zusätzlich mit Vorwürfen konfrontiert, bei denen es darum geht, dass das Unternehmen einem Angestellten ein hohes Jahresgehalt und Zusatzleistungen zahlt, obwohl dieser nicht mehr für das Unternehmen tätig ist.

In einer kleinen Anfrage der FDP-Fraktion wurde der Finanzskandal der WestSpiel Gruppe aufgedeckt. Hierbei geht es um einen Mitarbeiter, der seit fünf Jahren suspendiert ist, aber weiter bezahlt wird. Dem ehemaligen Bereichsleiter des Kasinos auf der Hohensyburg in Dortmund wird ein Jahresgehalt von rund 100.000 Euro gezahlt und ihm wird ein Dienstwagen samt Tankkarte zur Verfügung gestellt, obwohl der Mann seit fünf Jahren von seinen Aufgaben entbunden ist. Offenbar gab es hintergründig Streitigkeiten zwischen einem Bereichsleiter und dem Spielbankdirektor, die offenbar so schwerwiegend sind, dass die Geschäftsführung von WestSpiel sich nicht in der Lage sieht, sie gütlich beizulegen. Aktuell sei in Bezug auf die Streitigkeiten kein absehbares Ende in Sicht.

Weitere Fragen sind offen

Während die WestSpiel Gruppe hierzu keine Auskunft geben möchte und ein Statement verweigert, gibt es auch in Bezug auf die neue Spielbankthematik einige Fragen, die bisher unbeantwortet bleiben. Wie soll die Spielbank in Köln alle finanziellen Löcher stopfen? Soll die Spielbank in Köln 2018 oder 2021 eröffnet werden? Wie wird der Bau der Spielbank finanziert? Werden weitere Andy Warhol Gemälde zum Verkauf angeboten?

Es gibt viele Gerüchte und viele Ideen, doch keiner hat eindeutige Antworten. Die Hoffnung der WestSpiel Gruppe, dass mit der Spielbank in Köln alles gerichtet werden kann, scheint ein wenig hochgegriffen. Die Erlöse aus dem Kunstverkauf sollten den Bau der Spielbank finanzieren. Es ist bereits die Rede davon, dass diese Gelder jedoch genutzt wurden, um finanzielle Engpässe auszugleichen. Auf die Frage, ob weitere Gemälde versteigert werden sollen, reagierte das Unternehmen mit einem eindeutigen Nein. Wie die Pläne dann jedoch tatsächlich in diesem knappen Zeitraum realisiert werden sollen, diese Frage bleibt aktuell unbeantwortet.

Versteigerung bei Westspiel

Versteigerung bei Westspiel

Der geschätzte Wert liegt bei 130 Millionen Dollar, auf einen Erlös von 100 Millionen Dollar hofft das Unternehmen. Bisher sollen lediglich die zwei Warhol Bilder versteigert werden, weitere Kunstwerke sollen nicht zum Verkauf freigegeben werden. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 235 Kunstwerke, die zusammen einen geschätzten Wert von sechs Millionen Euro haben sollen. Die zwei Bilder, "Triple Elvis" und "Four Marlons", sind darin nicht enthalten und sollen am 12. November in New York auf den Auktionstisch kommen.

Nicht überall löst das Vorhaben die Warhol-Bilder zu verkaufen Verständnis und Freude aus. Empörung wurde durch die Verkaufspläne bei Kulturschaffenden und in der Bundesrepublik ausgelöst. Das Unternehmen erhofft sich durch den Verkauf einen entsprechenden Erlös in Höhe von 100 Millionen Euro zu generieren und damit das neue Casino in Köln bauen zu können.

Dem Unternehmen Westspiel wird Vandalismus im Umgang mit den Kunstwerken vorgeworfen, doch dieser Vorwurf wurde von Seiten des Unternehmens bereits zurückgewiesen. Das Unternehmen gibt an, dass die Kunstwerke, die in der Aachener Spielbank hingen, in den vergangenen Jahren regelmäßig durch Restauratoren begutachtet und zudem mit großer Sorgfalt betreut wurden.

Debatte über die Warhol Bilder

Die Vorwürfe lassen das Unternehmen nicht in dem besten Licht dastehen, vor allem weil es bereits Kunstwerke gab, die in den Räumlichkeiten der Westspielgruppe beschädigt wurden. Zum einen war es ein Warhol-Kunstwerk mit Marylin Monroe Druck, welches durch Handwerker zerstört wurde. Hier wurde von Seiten des Unternehmens jedoch ein neuer Druck gekauft.

Einen weiteren Schaden hatte der 13 Meter hoher Lichtregen von Zero-Künstler Heinz Mack mit 7000 elektrischen Lichtquellen hinnehmen müssen, der im Jahr 2003 abmontiert werden musste, weil die Technik nicht mehr reparabel gewesen sei. Der Kulturausschuss des Landtags plant nun aufgrund der von vielen Seiten hagelnden Kritik eine Debatte einzuberufen, wo die Gäste über den Verkauf der Warhol-Bilder diskutieren können.