Glücksspiel im Plagiatsfall von Annette Schavan

Glücksspiel im Plagiatsfall von Annette Schavan

Laut des Gutachters der Uni soll die Politikerin in der eigenen pädagogischen Dissertation getäuscht haben. Der aktuelle Plagiatsfall ist besonders aufwühlend für die Wissenschaft. Die Politikerin selber gibt an, dass sie sich zu Unrecht verdächtigt fühle. Ihr Amt hat sie durch den aktuellen Fall bereits verloren, doch nun geht es ihr offensichtlich um die eigene Ehre.

Plagiatsfälle dieser Art waren in der Vergangenheit immer ziemlich eindeutig. So haben die Gerichte meist den Unis das Recht zugesprochen. In diesem Fall gibt es jedoch einige Ungenauigkeiten, die die Frage aufkommen lassen, ob es sich um eine korrekte Begutachtung der Dissertation handle und das Verfahren hierzu korrekt abgelaufen sei. Der Fall nahm im April des Jahres 2012 seinen Anfang, denn hier wurde durch einen anonymen Plagiatsjäger angegeben, dass Schavan Textpassagen von anderen Autoren abgeschrieben hätte, ohne diese zu kennzeichnen.

Kurz nach dieser Anschuldigung schaltete sich der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf ein, um die Vorwürfe zu überprüfen und die Aberkennung des Doktorgrades in Erwägung zu ziehen. Die überprüfung wurde durch den Judaistik-Professor Stefan Rohrbacher vorgenommen, der als gründlich arbeitender Buchwissenschaftler bekannt ist, jedoch kein Fachmann im Bereich der Erziehungswissenschaften sei. Dies sei laut Uni jedoch nicht wichtig, da es um formale Vergleiche von Textpassagen gehe, nicht jedoch um inhaltliche Angaben. Während der Prüfung wurde von Seiten Rohrbachers auf 60 von 351 Seiten Plagiate gefunden, wodurch der Politikerin aufgrund dessen eine leitende Täuschungsabsicht unterstellt wurde.

Aufgrund enorm gravierender Plagiatsvorwürfe wurde dann der Fakultätsrat eingeschaltet. Eine Anhörung von Schavan selber oder ihres Doktorvaters wurde nicht vorgenommen und auch gab es an dieser Stelle kein zweites Gutachten von einem Fachwissenschaftler. Als es zur Entscheidung kam entschied Rohrbacher über sein eigenes Gutachten mit, doch das Verfahren wurde durch einen Rechtsprofessor im Auftrag der Uni bewertet und für korrekt befunden. Letztendlich wird die Entscheidung am Ende vor Gericht fallen.

Von Seiten der Wissenschaft bekam Schavan derzeit viel Zuspruch und teilweise wird das Gutachten kritisiert, da hier nicht die Zeit berücksichtig worden sei, in der die Arbeit geschrieben wurde und in welcher ganz andere Zitiervorgaben herrschten. Zitierfehler seien keine Plagiate, hier müsse eindeutig ein Unterschied gemacht werden, so einige Fachkollegen.

Grundsätzlich wurden während des Falls mehr und mehr Stimmen laut, die sich über die bestehenden Regelungen in solchen Fällen beschwerten. Die Unis hätten in solchen Fällen einen beliebigen Ermessungsspielraum und so würden sich die Vorgehensweisen der Universitäten auch enorm voneinander unterscheiden.

Gefordert wird eine einheitliche Regelung in solchen Fällen, um so die gleiche Basis zu haben und eine entsprechende Entscheidung einfacher treffen zu können. Wissenschaftler fordern ganz klar eine bundesweit einheitliche, verbindliche und transparente Regelung, wie Unis mit Plagiatsvorwürfen umgehen sollen.

Lotterievermittler Faber will Firmensitz nach Schleswig Holstein verlegen

Dass der Alleingang von Schleswig Holstein mit der Verabschiedung des eigenen Glücksspielgesetzes Folgen haben wird war absehbar. Nun scheinen sich die ersten Folgen abzuzeichnen.

Zum Beispiel der private Lotterievermittler Norman Faber, der sich aufgrund der derzeitigen Situation und aufgrund der nicht stattfindenden Einigung der Ministerpräsidenten der anderen Bundesländer nun als Konsequenz überlegt hat, seinen Firmensitz aus Bochum (NRW) nach Schleswig Holstein zu verlegen.

Sein Unternehmen sei sein Lebenswerk und durch die Politik in Nordrhein-Westphalen fühlt er sich mit seinem Lebenswerk in Gefahr und sucht daher nun Wege, wie er dieses retten kann. Er bewertet das neue Gesetz und die Regelungen Schleswig-Holsteins positiv, weshalb ein Umzug als Konsequenz für ihn, bei keiner änderung in seiner Heimat, in Frage käme.

Der Lotterievermittler Norman Faber ist wahrscheinlich nur eins von vielen Schicksalen. Was jedoch der Umzug von seinem Unternehmen für das Konzerthaus in Bochum bedeuten würde ist bisher noch nicht klar. Der Umzug steht noch nicht fest, jedoch habe der Lotterievermittler geplant eine eigene Firma in Schleswig Holstein zu gründen. Die Zukunftsaussichten für sein Lebenswerk, also die Bochumer Zentrale, bleibt derweil noch ungewiss.

Die Verabschiedung des Glücksspielgesetzes in Schleswig-Holstein war in den Medien zu der Zeit ein großes Thema. Schleswig-Holstein fordert die Liberalisierung und hat diese für das eigene Bundesland mit dem Gesetz eingeführt. Währenddessen kamen die übrigen Bundesländer lange zu keiner Einigung. Ende Oktober hieß es, dass nun eine Einigung gefunden wurde. Faber bewertet diese Einigung und den damit verbundenen Entwurf für den künftigen Glücksspielstaatsvertrag eher negativ.

Er sieht diesen als rechtswidrig an, doch auch wenn die Rechtsprechung am Ende auf seiner Seite ist, nimmt dieser Prozess Jahre in Anspruch und währenddessen könne er nicht untätig dabei zusehen, wie sein Geschäft zugrunde geht. Derzeit brauche er für seine Lotterievermittlung, um überregional agieren zu können, 34 Genehmigungen. Viel Bürokratie für nichts, so Faber. In Schleswig-Holstein können die Politiker zur gleichen Zeit feiern, da sie selber angeben, dass in ihrem Bundesland als einziges Rechtssicherheit im Bereich Glücksspiel für 2012 herrsche.

Norman Faber fühlt sich in der gleichen Zeit missverstanden und ungerecht behandelt. Während Lotto immer weiter zurückgeht, boomen Sparten wie Poker und andere Glücksspielformen, dabei sei die Suchtgefahr bei den Lotterien nicht einmal annähernd so hoch wie bei anderen Glücksspielen. Doch diese Argumente scheinen für die Politiker nicht zu zählen, so Faber.

Wenn in NRW nicht bald änderungen eintreffen würde dies das Aus für Fabers Bochumer Standort und dessen dortige 370 Mitarbeiter bedeuten. Ob dies auch das Aus für andere Bereiche in seinem Leben bedeutet kann der Lotterievermittler nicht beantworten. Bisher habe er nicht darüber nachgedacht, ob das beispielsweise seine finanzielle Unterstützung für das Konzerthaus Bochum beeinflussen könnte.