Zuständige von "Full Tilt" sollen tief in die Taschen greifen

Zuständige von "Full Tilt" sollen tief in die Taschen greifen

Jetzt verlangt die Staatsanwaltschaft ein Minimum von 130 Millionen Dollar von den Zuständigen für Online Poker. Die Prozesse im Zuge des "Schwarzen Freitags" laufen weiter. Die Staatsanwaltschaft vom "SDNY" ("Southern District of New York") hat nun eine weitere Version der geänderten Klage auf ziviler Basis vorgelegt.

Als Zusatz gab es noch ein Zuwiderlaufen gegen den "Travel Act", Bußgelder und auch die Pfändung von privatem Eigentum. Das "Department of Justice", kurz "DoJ", sagte, dass etwa 444 Millionen Dollar an 23 Aktionäre gezahlt wurden. Vier dieser Teilhaber sollen nun zahlen, wobei sich die geforderte Summe auf minimal 130 Millionen beläuft.

Die überweisungen des Unternehmens "Pocket Kings Consulting Ltd." an "HH Lederer Consulting" belegen, dass Herr Lederer rund 43 Millionen für sich erwirtschaftet hat. Es gibt auch Belege, dass dieses Geld zum Kauf des 10 Millionen Dollar teuren Hauses in Vegas verwendet wurde; auf dieser Grundlage wird auch das Haus gepfändet. Es finden sich zudem noch eine Menge Luxusgefährte.

Auch Herr Bitar sieht sich der Pfändung seines Wohnsitzes in Kalifornien gegenüber. Grund: Es gibt eine unmittelbare Verknüpfung zu Konten des obengenannten Unternehmens. Von Herrn Lederer will man 42,5 Millionen Dollar, Herr Ferguson soll 42 Millionen bezahlen, Herr Bitar soll rund 41 Millionen hinlegen und von Herrn Furst verlangt man 11,7 Millionen Dollar.

Interessanterweise ist auch der "Travel Act" Bestandteil der Anklagepunkte. Dieser ist 51 Jahre alt und untersagt die Nutzung der Post und Reisen zwischen einzelnen Bundesstaaten und außerhalb Amerikas für die Beteiligung an festgelegten Straftaten. Die Taktik der Staatsanwaltschaft ist dahingehend interessant als das ein unerlaubtes Glücksspielunternehmen als Reisemittel angesehen wird.

Der "Wire Act" hingegen greift nur für Sportwetten und der "Illegal Gambling Business Act" ist wegen des Richterspruchs im Fall DiCristina für die Staatsanwaltschaft ebenso nicht zu gebrauchen. Deshalb will man auf diese Art die Zuständigen beim Betreiber vor Gericht bringen.

Die Anklage enthält nun 12 Punkte. Hierin enthalten sind unerlaubtes Glücksspiel, Verletzung des "Travel Acts", Betrug der Banken, Betrug im Netz und auch acht Formen der Geldwäsche, wozu auch der Betrug gegenüber den Nutzern gehört.