Im Ostseebad Binz steppt der Bär

Vor einem halben Jahr begann das Unternehmen, dass 2006 gegründet wurde, mit dem "Live Game". Damit ging man davon aus, dass Roulette, Black Jack und Poker mehr Besucher anlocken würden, doch damit hatte man scheinbar keinen Erfolg, denn beim Gewinn tut sich nichts.

Der berühmte Spruch der Croupiers in den Casinos beim Roulette ist der meistgehörte Satz im Glücksspiel. Seine Bedeutung gilt zwar noch nicht für die einzige Spielbank in der Ostseestadt Binz auf Rügen, doch die Spielbank muss zum Ende dieser Saison realistische Resultate verkraften.

Der Boom den man erwartet hatte, war laut dem Leiter des Standortes nicht eingetreten. Man geht von etwa 12.000 Besuchern bis zum Ende des laufenden Jahres in der Spielbank aus und die Geschäftführung verzeichnet einen Bruttospielertrag von etwa 700.000 Euro.

Diese Werte ähneln zwar denen im vorigen Jahr, doch sie sind nicht minder enttäuschend. Die Spielbank in Binz erhielt nach langen Hin und Her im Juni dieses Jahres die Zulassung für das Große Spiel auch Live Game genannt, welche von Innenministerium auf drei Jahre beschränkt ist.

Der Geschäftsführer und seine fünf fest angestellten Mitarbeiter dürfen seit Juni auch neben Automatenspielen Roulette, Poker und Black Jack zur Verfügung stellen. Dies sollte einen Boom bringen, denn dieses Live Game, das den Zauber und die Exklusivität eines Casinos verkörpert, sollte zahlungskräftigere Klientel anziehen, so sagte es der Geschäftsführer der Ostsee-Spielbanken, als man sich über die Konzession freute.

Getan hat sich seit diesem Zeitpunkt nicht viel, der Casinochef gesteht, dass man die Planzahlen des Casinos nicht erreichen konnte. Es werde nun immer deutlicher, dass dieser Standort, der einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt und dies in zweiter Reihe nicht genüge um die Spielbank in Binz auszubauen, dieser habe sich totgelaufen.

Heringsdorf hat im Gegensatz dazu keine optimalere Urlaubslage, doch die ansehnliche Spielbank, die zudem zentral liegt, heißt jedes Jahr rund 20.000 Gäste in ihrem Hause willkommen. Das Problem in Binz zu lösen ist nicht einfach.

Ein passendes Gebäude steht noch nicht zur Verfügung und die Geschäftsführung will keine großen finanziellen Sprünge machen, solange nicht klar ist, ob die Spielhallen gesetzliche Entlastungen seitens der Regierung bekommen und somit zu einer kräftigeren Gegnerschaft für die Spielbanken werden.

Der Bürgermeister des Ortes hat sich den Vorsitzenden der Spielbanken bereit erklärt bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich zu sein. Die Möglichkeit des Kurhauses, die am besten wären, ist aber nicht möglich. Dies liegt an den Räumlichkeiten und dem Image der Binzer Spielbank, das nicht zu gehoben sein soll.

Bis zu nächsten Jahr wird die Spielbank auf alle Fälle ihren Standort beibehalten und dort auch im kommenden Jahr weiter residieren. Eine Schließung wie sie vor kurzem in der Warener Spielbank in Mecklenburg Vorpommern der Fall war, stehe nicht zur Diskussion, so der Standortleiter. Der erwartete Schritt zu einer glamourösen Adresse in Binz, das die meisten Häuser mit 5 Sternen besitzt, wird in Zukunft aber nicht eintreten.