Altes Gesetz, große Wirkung

Wenn man in den amerikanischen Bundesstaat South Carolina fährt, dann sollte man nicht an einer Pokerpartie privater Natur teilnehmen, weil diese nämlich untersagt sind.

Auch wenn man am Küchentisch Monopoly oder Bridge im Wohnzimmer spielt, kann man für unrechtmäßiges Glücksspiel bestraft werden. Dies geht auf ein Gesetz von 1802 zurück, das Würfel- und Kartenspiele zuhause sanktioniert und die Polizei wendet dies immer noch an.

Einige Hausdurchsuchungen von privaten Haushalten leitete eine Debatte über den Sinn und Zweck des 209 Jahre alten Gesetzes ein. Man will es modernisieren und Pokerspiele im privaten Umfeld ermöglichen, doch dies ist leichter gesagt als getan.

Im Justizausschuss des Senats findet momentan eine heftige Debatte statt, doch eine Legalisierung ist nicht unmöglich. Auch Texas und Wyoming denken über die Gestattung des Live-Pokers nach.

In Virginia hatte ein Entwurf zur Legalisierung im Ausschuss für Angelegenheiten in Justiz und Gericht wenig Erfolg. Der Senator Petersen wollte durchsetzen, dass Poker als Geschicklichkeitsspiel anerkannt wird, so würde Poker nicht mehr von den Glücksspielgesetzen betroffen sein.

Der Entwurf mit der Nummer 849 fand wenig Resonanz und wurde mit 14 zu einer Stimme abschlägig beschieden. Dies heißt, dass der Gesetzesentwurf des Senators mindestens 12 Monate ruhen wird.

Neue Herausforderung für britisches Unternehmen in Österreich

Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich der Anbieter von Sportwetten aus Österreich Bwin und der britische Konzern PartyGaming zusammengetan haben. Wahrscheinlich kommt mit dem Zusammenschluss auch die Standortverlegung nach Gibraltar.

Zwar verabschiedet sich das österreichische Unternehmen nicht vom Markt in Österreich, doch der Zusammenschluss setzte ein deutliches Zeichen. Nun kommt der Sportwettenanbieter aus Großbritannien, William Hill, auf den österreichischen Markt und möchte seinen Teil abhaben. Das britische Traditionsunternehmen muss sich nun gegen Bwin durchsetzen.

Man stelle ein großes Angebot bei Live-Wetten im Bereich Bundesliga zur Verfügung, mit vielen Wettgelegenheiten, dies sei mehr als jeder Anbieter von Sportwetten in Österreich parat habe, so der Chef von William Hill. Auch die viel höher angesetzten Beträge um die man bei William Hill spielen kann, grenzen den Anbieter von den österreichischen Wettbewerbern ab.

Hier betrage die Obergrenze für eine Wette bei etlichen tausend Euro, bei dem britischen Anbieter hingegen gibt es durchaus auch Obergrenzen von bis zu 2 Millionen Euro, so der Geschäftsführer von William Hill. Doch trotz alledem nimmt man hier eine vorsichtige Haltung ein, man ist sich dessen bewusst, dass das Unternehmen Bwin eine einflussreiche Stellung in Österreich innehat.

Das österreichische Unternehmen sei im Land die Nummer Eins auf dem Markt, deswegen könne man es nicht so rasch angehen, so der Geschäftsführer. Doch in einem Jahr möchte man in Österreich auf alle Fälle unter den ersten Drei des Marktes sein.

Dies ist ein großes Vorhaben, denn aus der vor kurzem stattgefundenen Verschmelzung von Bwin und PartyGaming ist ein einflussreicher Konkurrent für William Hill hervorgegangen. Hier ist man von sich überzeugt, im Vereinigten Königreich gäbe es beinahe mehr Wettbüros von William Hill als Poststellen, so der CEO.

In Österreich hat es Vorrang, der Marke einen Namen zu machen, so der internationale Marketingleiter von William Hill. Das Budget für passende Werbeunterfangen dürfte recht hoch angesiedelt sein. Nur wenn der Markt stark frequentiert wird, bleibt die Marke im Gedächtnis des Verbrauchers. Erst kürzlich begann dann auch die erste großangelegte Kampagne in Österreich.

Der Frontmann der britischen Comedy-Truppe "Monty Python", John Cleese, macht mit dem Werbespruch "Wetten wie die Briten" Werbung für William Hill. Es gibt schon T-Spots und Anzeigen in Print- und Online-Medien. Es war für das britische Unternehmen ein bewusster Entschluss auf dem österreichischen Markt Fuß zu fassen. Von hier will man nun auch den kompletten deutschsprachigen Raum für sich einnehmen.

Besonders juristische Gründe waren für eine Niederlassung in Österreich ausschlaggebend, denn hier werden Sportwetten nicht als Glücksspiel angesehen. Deshalb ist es auch einfacher für die eigenen Produkte zu werben. Mit Bwin in Konkurrenz zu treten dürfte für William kein Zuckerschlecken werden, doch ganz ausgeschlossen ist er auch nicht.

Der Marktwert, des an der Londoner Börse zu findenden Unternehmens beträgt im Moment bei über einer Milliarde Euro und das ist eine stolze Summe. Wer am Schluss im Österreich der Gewinner sein wird, wird sich in den folgenden Monaten noch herausstellen.