Verschärfter Kampf gegen Online Glücksspiel in Ungarn

Verschärfter Kampf gegen Online Glücksspiel in Ungarn

Da in Ungarn jedoch ein staatliches Glücksspielmonopol vorherrscht ist es nachvollziehbar, warum die Regierung nun die Vorgehensweise gegen das Online Glücksspiel verschärfen will. Demnach sollen umfangreiche Netzsperren nun dabei helfen, das Konkurrenzangebot aus dem Internet zu verdammen und somit bessere Kontrollmöglichkeiten für den Staat einzuführen.

Von Seiten der ungarischen Spielaufsichtsbehörde wurde nun eine Liste ausgegeben, auf der sich bekannte Anbieter von Sportwetten, Poker und Online Casino Games befinden. Anbieter wie PokerStars, partypoker.com, Ladbrokes und Bet-at-Home gehören zu den gelisteten Anbietern, die nun durch die Internetprovider gesperrt werden sollen. Um die Sperrung rückgängig zu machen haben die Anbieter die Möglichkeit, staatliche Lizenzen zu erwerben.

Voraussetzung für den Lizenzerwerb ist das Mindeststammkapital in Höhe von 160.000 Euro, welches durch den Anbieter vorgewiesen werden muss. Zu den weiteren Voraussetzungen für ein legales Online Glücksspielangebot im Internet sind Steuerabgaben in Höhe von 15 Prozent der Bruttoeinnahmen sowie ein Aufsichtsentgelt von 2,25 von Nöten. Die Anbieter müssen der zuständigen Aufsichtsbehörde NAV die Möglichkeit bieten, Kontrollen durchzuführen, wofür die technischen Zugänge ausgerichtet sein müssen.

Hohn, Heuchelei und fehlender Datenschutz

Die scharfe Herangehensweise von Seiten der Regierung stößt nicht überall auf Verständnis. Die Online-Glücksspiel-Gemeinde belächelt die altmodische Herangehensweise mit den Netzsperren und es gibt bereits einen regen Austausch darüber, wie die Netzsperren umgangen werden können. Experten kritisieren die Herangehensweise der Regierung, die von Seiten der Zuständigen als Grundlage für Spielerschutz und Suchtprävention verkauft wird.

Experten jedoch glauben, dass die Aufsichtsbehörde mit der Herangehensweise das Monopol stärken möchte und somit auch die Profite und Umsätze zu Gunsten der Beteiligten und des Staates zu erhöhen plant. Datenschützer kritisieren gleichzeitig nicht nur die Netzsperren als solche, sondern auch die Zugriffsrechte auf die Internet- und Kreditkarten der Bürger, die die Aufsichtsbehörde zugesprochen bekommen haben. Damit würden die Bürger einer Totalüberwachung unterzogen, was durch die Datenschützer hart kritisiert wird.