Lobbyismus in Schleswig-Holstein durch Glücksspielbranche

Lobbyismus in Schleswig-Holstein durch Glücksspielbranche

Von Seiten ver.dis und von Seiten Bernhard Strackes persönlich wird dem nordischen Bundesland vorgeworfen, dass hier wie in einer Bananenrepublik gehandelt werde und die Politiker sich von den Geldern der großen Glücksspielfirmen aufkaufen lassen. Somit lautet der Vorwurf ganz klar: Lobbyismus.

Von ver.di wird bundeseinheitliches Glücksspielgesetz gefordert, mit den gleichen Regelungen in allen Bundesländern und der Einigkeit innerhalb Deutschlands. Der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Spielbanken. Internet für Online, Horst Jaguttis, machte deutlich, dass eine einheitliche Regelung der richtige Weg sei und dass die Verabschiedung des eigenen Glücksspielgesetzes in Schleswig-Holstein und die anschließende Lizenzvergabe vor Ort nicht richtig sei und es den anderen Bundesländern nun besonders schwer machen würde. Auch Jaguttis betonte in einem Interview, dass die Gefahr der Spielsucht gerade in Bezug auf Online Glücksspiel viel zu hoch sei und bei einer Erlaubnis nahezu unkontrollierbar wäre.

Doch von Stracke wird die Gefahr der Vergabe von Online Glücksspiel Lizenzen nicht nur in Bezug auf die Spielsucht gesehen, sondern auch in Bezug auf die Konkurrenz zu den staatlichen Spielbanken. Diese seien durch die Erlaubnis des Online Glücksspiel stark gefährdet und mit ihnen die Angestellten in den Etablissements.

Insgesamt seien 240 Arbeitsplätze in Gefahr, denn es wird von ver.di erwartet, dass mit der Erlaubnis des Online Glücksspiels wieder weniger Menschen die Spielbanken besuchen werden. Das Glücksspielgesetz macht es den Glücksspielunternehmen in Schleswig-Holstein sehr einfach durch Spielerschutz, geringere Abgaben, bessere Werbemöglichkeiten. Dabei wurde jedoch die Gefahr, die für die Spielbanken ausgeht, nicht berücksichtig.

Die vorherige Regierung in Schleswig-Holstein kündigte dafür die Schaffung neuer Arbeitsplätze an, die es jedoch laut Stracke nicht geben wird. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Glücksspielunternehmen, die für Schleswig-Holstein eine Lizenz erhalten, allesamt ihren Firmensitz im Ausland haben und lediglich ein Unternehmen in Deutschland ansässig ist.

Ver.di fordert nun die Absicherung für die Angestellten in den Spielbanken, denen die eigenen Arbeitsplätze auch für die Zukunft von Seiten der Regierung garantiert werden sollen. Ver.di behält sich außerdem vor, nach genauen Beobachtungen die Lizenzen ohne Vorankündigung einfach zurückzuziehen, so Stracke in einem Interview.