Beckenbauers Honorar Affäre

Beckenbauers Honorar Affäre

Die Vorwürfe im Überblick:

– Franz Beckenbauer habe im Rahmen seines ehrenamtlichen Jobs als Chef des Organisationskomitees bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durch einen Sponsorenvertrag 5,5 Millionen Euro kassiert

– als Gegenleistung für bestimmte Tätigkeiten sei Beckenbauer im Vorfeld der WM für den DFB-Sponsor Oddset an den Erlösen eines Werbevertrages beteiligt worden

Der Wettanbieter Oddset gehört zu den 16 staatlichen Lotteriegesellschaften in Deutschland. Die Honorar Affäre um Beckenbauer ist nicht der erste Skandal, der rund um die Lotteriegesellschaften als negative Schlagzeile in der Presse landet. Bisher ist nicht klar, inwieweit Oddset bei diesem Skandal tatsächlich eine Rolle spielt, dennoch häufen sich die negativen Schlagzeilen rund um den Lotterieanbieter. Das staatliche Glücksspielgeschäft wird dadurch in ein schlechtes Licht gerückt, welches automatisch Auswirkungen auf Politik und Sport hat.

Beckenbauer als Testimonial

Nach Angaben von Oddset legte man bei dem Unternehmen Wert darauf, dass Beckenbauer aktiv in geplante Werbemaßnahmen eingebunden wurde. Für Oddset war Beckenbauer somit eine Art Testimonial. Von Seiten eines Freundes von Beckenbauer wurde bei den Verhandlungen mit Oddset ein Honorar für diesen gefordert. Offensichtlich sollen darauf 5,5 Millionen Euro geworden sein, die für Beckenbauer als Werbegesicht gezahlt worden sein sollen.

Das Aus für das Glücksspielgesetz Schleswig-Holstein

Das Aus für das Glücksspielgesetz Schleswig-Holstein

Laut Michael Burkert und Peter Jacoby, den amtierenden Vorsitzendes des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB), wird das Kieler Glücksspielgesetz aufgehoben.

Für die beiden Federführer bedeutet dies das Ende der Isolierung Schleswig-Holsteins, so die eigene Aussage. Mit dem Ende des eigenen Glücksspielgesetzes ist es geplant, dass das Bundesland sich dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag der anderen 15 Bundesländer anschließen wird.

Die Meinung der DLTB-Vorsitzenden wird durch die Aussagen beider Männer besonders deutlich gemacht, da sie die Abschaffung des eigenen Glücksspielgesetzes nicht als Rückschritt ansehen, sondern als Schritt nach vorne, der in erster Linie den Schutz der Verbraucher garantieren soll.

Sowohl die Produkte als auch die Vertriebswege sollen den Verbrauchern aus Deutschland ein hohes Maß an Sicherheit bieten, da diese Produkte der deutschen Lotteriegesellschaften seien. Auch werde der Jugendschutz und auch der Schutz der Spieler durch die Regelungen des Glücksspieländerungsstaatsvertrages gewährleistet, so die beiden Vorsitzenden des DLTB.

Während bei dem Schleswig-Holsteinischen Glücksspielgesetz nicht nur von Seiten der Glücksspielindustrie sondern auch von Seiten der Eu-Kommission die liberalen Regelungen hoch gelobt wurden, ist der Glücksspieländerungsstaatsvertrag weit enger gefasst. Offensichtlich schließt der DLBT mit den Aussagen der Meinung der Politiker der neuen Regierung an, die seit dem Regierungswechsel die Abschaffung des geltenden Glücksspielgesetzes als oberste Priorität ansahen.

Auch machten die Vorsitzenden des DLTB deutlich, dass die Nachfrage nach den Glücksspielangeboten im Internet eine große Herausforderung für alle Beteiligten sei und daran gearbeitet werden müsse, einen sichern und verantwortlichen Weg auf allen Ebenen auszuarbeiten.

Unterdessen wird der Glücksspieländerungsstaatsvertrag als bundeseinheitliche Lösung und damit einhergehend als optimale Variante von der Regierung und dem DLTB angesehen. Der Schutz der Verbraucher hat an dieser Stelle höchste Priorität und auch die Umsetzung durch die Behörden soll einer der wichtigsten Aufträge für die einzelnen Bundesländer sein.

Glücksspielstaatsvertrag kostet Bundesländern mehr als 14 Mrd. Euro

Bisher leisten staaltiche Lottogesellschaften in vielen Bereichen finanzielle Beihilfe, wenn es zum Beispiel um die Unterstützung junger Sporttalente auf dem Weg zur Olympiade geht, wenn es um die Erhaltung von Kulturdenkmälern geht oder das Unterstützen von Jugendorchestern. Ob diese finanzielle Beihilfe wohl noch lange geleistet werden kann, ist fraglich, denn 2005 standen 5 Mrd Euro Steuern und Zweckerträge zur Verfügung, diese Jahr sind es lediglich 3,5 Mrd. Euro. Grund dafür ist der seit 2008 geltende Glücksspielstaatsvertrag, denn nun müssen die Bundesländer ihre großzügigen Förderungen zusammenstreichen.

Selbst wenn die Umsätze 2010 und 2011 konstant beiben, summieren sich die Umsatzverluste auf 13,8 Mrd. Euro, bis der Staatsvertrag Ende 2011 wieder regulär außer Kraft tritt.

In die ohnehin leeren Landeskassen würden dann insgesamt etwa 6,2 Mrd Euro weniger Steuern und Zweckabgaben fließen. Und hierbei ist der Rückgang von Gewinnen der Lotteriegesellschaften und Spielbanken nicht einmal berücksichtigt. Der Deutsche Lottoverband fordert daher ein sofortiges Umdenken. Norman Faber, Präsident des Lottoverbandes, meint: „Je länger die Misere andauert, desto schwieriger wird es, den Abwärtstrend zu stoppen, geschweige denn umzukehren.“

Um die Spielsucht zu bekämpfen, schreibt der Glücksspielstaatsvertrag, der juristisch und politisch umstritten ist, erhebliche Werberestriktionen, ein Internetverbot und Vertriebsbeschränkungen vor. Obwohl Suchtexperten die Suchtgefahr bei klassischem Lotto 6 und 49 und der Klassenlotterien als absolut gering einschätzen, hat der Glücksspielstaatsvertrag gerade darauf negative Auswirkungen. Auf das suchtgefährlichere Automatenspiel wandern andererseits Milliardenumsätze die von 2005 bis 2008 von 5,5 auf 8,1 Mrd. Euro stiegen.

„Das zeigt deutlich, dass die erklärten Ziele des Staatsvertrags, die Suchtprävention sowie die Kanalisierung des Spieltriebs, völlig absurd geführt werden.“, so Faber. Der Lottoverband fordert somit umgehend eine Lockerung der Werbe – und Vertriebsbeschränkungen für harmlose Lotterien.

Die dramatische Prognose einer Ende 2008 veröffentlichten MKW- Wirtschaftsstudie die von rund 5 Millionen Euro Einnahmeverluste ausgeht, wird mit der anhaltenden rasanten Talfahrt der Glücksspielumsätze übertroffen.

Durch den Glücksspielstaatsvertrags sind Klassenlotterien, Spielbanken, tausende Lotto-Annahmestellen und gewerbliche Spielvermittler als Vertriebspartner der Lottogesellschaften in ihrer Existenz bedroht und zusätzliche sind tausende Arbeitsplätze in akuter Gefahr.