Den neuen Glücksspielstaatsvertrag wehrhaft machen

Den neuen Glücksspielstaatsvertrag wehrhaft machen

Eine derzeit viel diskutierte Methode für den Kampf gegen illegales Glücksspiel ist die Überwachung der Finanzströme. Dies funktioniere nach Angabe von Caspers-Merk in anderen europäischen Ländern bereits. In Deutschland sollte das niederländische Innenministerium dafür zuständig sein, jedoch scheitere es bisher offensichtlich noch an der Umsetzung.

Bei den illegalen Angebotsseiten handele es sich um hochprofessionelle und ansprechende Webseiten. Daher sei es kein Wunder, dass die Spieler sich von dem Angebot angelockt fühlen. Der Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim, Tilman Becker, nennt es "Staatsversagen", dass der Staat nichts gegen die illegalen Angebote unternimmt. Dies wird von Seiten des Staats gerechtfertigt, indem angegeben wird, dass die Betreiber im Ausland nicht zu verfolgen seien. Die Lottoanbieter aus dem Ausland nutzen die inländischen Lottoziehungen, machen damit Geld und stecken sich dieses in die eigene Tasche. Der Staat geht hierbei leer aus.

Kritik an Sportvereinen

Die Kritik richtet sich jedoch nicht nur an die illegalen Anbieter, die mit ihren professionellen Internetauftritten die Spieler anlocken, sondern vielmehr auch an Sportvereine. Caspers-Merk machte deutlich, dass sie kein Verständnis dafür habe, dass sogar drei Fußball-Bundesligisten mit Anbietern von Sportwetten zusammenarbeiten, die in Deutschland über keine Lizenz verfügen. Nach Angaben der Vereine jedoch seien die Anbieter nicht illegal.

Durch die Lizensierung im Ausland seien die Angebote legal, allerdings werde hier wiederum nicht berücksichtigt, dass diese dadurch die in Deutschland gültigen Vorgaben beispielsweise zum Spielerschutz, zur Suchtprävention oder zur Werbung nicht erfüllen müssten.