Traum vom Lottomillionär – für zehn Minuten

Jeder träumt davon – einmal im Leben den Lottojackpot zu knacken. Dieser Traum war für Jens Neumann (43) wahr geworden, wenn auch nur für wenige Minuten. Der Berliner aus Malchow hatte zehn Minuten lang das Gefühl, dass er den Lotto-Jackpot geknackt hatte. 60 Millionen Euro als Lottogewinn im Euro-Lotto, der Maurer konnte sein Glück kaum fassen. Heute ist er froh, dass er als Kurzschlusshandlung nicht direkt einen teuren Sportwagen gekauft hatte. Warum der Lotto-Jackpot nur für zehn Minuten lang sein eigen war? Der Zeitung mit den gedruckten Lottozahlen war ein Fehler unterlaufen.

Fataler Fehler der Zeitung

Auch wenn der Spieler aus Berlin nur für zehn Minuten etwa im Lottohimmel schwebte, so sieht der Maurer den verlorenen Gewinn heute mit Humor. Was war passiert, dass der vermeintliche Millionär heute doch nicht im Geld schwimmt? Die Zeitung, in der Jens Neumann die Zahlen verglich, hatte die Lottozahlen der Vorwoche gedruckt. Für Neumann war der vermeintliche Lottojackpot daher der größte Flop des eigenen Lebens, wie er später in einem Interview mitteilte. Besonders schlimm: der Fehler passierte der Zeitung genau am 1. April, ob das wohl mit rechten Dingen zugegangen ist oder sich ein Redakteur am Ende doch einen Spaß erlaubt hat?

Alle Angaben ohne Gewähr

Ein Aprilscherz war es am Ende wohl nicht, aber eine richtige Entschuldigung gab es dann jedoch auch nicht. Wie Neumann realisierte, dass es doch keinen Millionengewinn für ihn gibt?

  • Zahlen des Euro-Jackpots am 1.April im Berliner Kurier stimmten mit den Zahlen auf Neumanns Lottoschein überein
  • Gedruckte Zahlen im Berliner Kurier: 25, 26, 30, 36, 44
  • Fassungslosigkeit, dann unbändige Freude bei dem vermeintlichen Millionär
  • Abgleich mit dem Videotext zeigte andere Ziffern
  • Lottozahlen laut Videotext: 8, 14, 34, 40 und 44
  • Anruf bei der Lottogesellschaft ergab, dass die Videotext-Zahlen die Richtigen seien
  • Vergleich aller Berline Kurier Zeitungen im Kiosk zeigte, dass überall die gleichen „falschen“ Zahlen gedruckt waren

Fehler der Redaktion

Der Zeitungsredaktion war offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Kurier die Zahlen vom 24. März statt vom 1. April gedruckt hatte. Noch am gleichen Tag rief der aufgebrachte Maurer beim Kurier an, doch das Telefon wurde direkt wieder aufgelegt. Auf einen Brief erhielt der Spieler eine Antwort, bei der eine knappe Entschuldigung formuliert worden war und der Spieler darauf hingewiesen wurde, dass die Zahlen „ohne Gewähr“ seien.

Tradition versus Moderne – wer gewinnt?

Lotto gehört in Deutschland auch heute noch fest zum Glücksspielangebot. Das Spiel gilt als traditionelles Glücksspiel. Während viele Glücksspielangebote die Spieler heutzutage in die virtuellen Casinos locken, gibt es immer noch Lottospieler, die ihren Tippschein in einer der traditionellen Annahmestellen abgeben. Auch wenn die Tradition noch zu existieren scheint, so wird diese immer weiter durch die modernen Angebote abgedrängt. Als größter Konkurrenz des traditionellen Lottoangebots gilt Lottoland aus Gibraltar. Das Unternehmen hat sich den Umsturz des deutschen Lottomonopols offensichtlich zum Ziel gesetzt und scheint mit den Absichten bereits Erfolg zu haben.

Gibraltar – das Paradies für Online Glücksspiele

In Gibraltar sind heutzutage viele Unternehmen, die weltweit Online Glücksspiel anbieten, angesiedelt. Das Online Glücksspiel ist das Hauptgeschäft der britischen Kronkolonie. Die Hauptsitze der Wett- und Casinounternehmen haben vor Ort nicht zuletzt deshalb ihren Hauptsatz, weil die Steuern vor Ort traumhaft niedrig sind. Auch das Unternehmen Lottoland ist in Gibraltar ansässig. Das Unternehmen bietet Lottospiele an und vermittelt den Spielern den Eindruck, dass die an der traditionellen Lotterie 6aus49 teilnehmen würden. Mit diesem klassischen Angebot, welches sich kaum von dem traditionellen Original unterscheiden lässt, ist Lottoland die moderne und größte Konkurrenz des traditionellen Lottos.

Umsturz des deutschen Lottomonopols

Ganz oben auf der Liste der Ziele von Lottoland steht wohl der Umsturz des deutschen Lottomonopols. Hier scheinen die Angestellten des modernen Unternehmens täglich dran zu arbeiten. Die Lotto-Originale werden von Lottoland als gute Kopien angeboten, sodass für die Kunden der Unterschied kaum zu erkennen ist. Die Spieler denken demnach, sie würden an den traditionellen Lottospielen teilnehmen und zocken aber in Wirklichkeit bei einer modernen Firma aus Gibraltar.

Die Wetten werden tatsächlich auch auf die Ziehungen der größten Lotterien abgegeben. Lottoland konnte mit diesem Angebot den Umsatz innerhalb des letzten Jahres fast verdoppeln. Während Lottoland mit dem kopierten Angebot enormen Erfolg hat, steigen die Zahlen der deutschen Lottogesellschaften kaum noch an. Dies zeigt dem deutschen Anbieter deutlich auf, wie gefährlich die Konkurrenz aus Gibraltar dem Monopol tatsächlich wird.

Lottobetrug in Milbertshofen

Lottobetrug in Milbertshofen

In der heutigen Zeit werden Betrüger immer kreativer, wenn es darum geht, mit einer bestimmten Masche Geld zu machen. Auch Glücksspiel wird hierfür genutzt und dabei muss es nicht mal um die echte Teilnahme an einem Glücksspiel gehen, wie der aktuelle Fall beweist. Hierbei wurde ein 65-jähriger Rentner von zwei Trickbetrügern abgezockt. Ein angeblicher Lottogewinn verhalf den beiden Betrügern zu einer Beute in Höhe von etwa 15.000 Euro.

Was war passiert?

  • 65-jähriger Rentner wurde von einem vermeintlichen Inder auf der Straße angesprochen
  • der illegale Einwanderer gab an, 5,8 Millionen Euro im Lotto gewonnen zu haben
  • ein zweiter vermeintlicher Inder kam dazu und unterstützte diese Aussage
  • der Rentner wurde gebeten, den Lottogewinn abzuholen, da der vermeintliche Sieger dies als Illegaler nicht könnte
  • es wurde angegeben den Millionengewinn dann durch drei zu teilen
  • der Rentner sollte dem vermeintlichen Inder Bares als Sicherheit dalassen

Der gutgläubige 65-jährige fiel auf die Masche rein und übergab den Betrügern eine Summe in Höhe von 10.000 Euro in Bar und Schmuck. Als er dann den Lottogewinn abholen wollte, fühlte der vermeintliche Lottogewinner plötzlich schlecht. Der hilfsbereite Rentner wollte nur kurz von zu Hause ein Medikament und etwas Wasser holen. Als er wieder zurückkam waren die beiden Trickbetrüger verschwunden, mit dem Geld und dem Schmuck des Geschädigten.

Hoher Schaden für das Opfer

Der Rentner war den Trickbetrügern zum Opfer gefallen, die sich an ihm um eine Summe in Höhe von 15.000 Euro bereichert hatten. Die Münchener Kriminalpolizei stellt zu diesem Fall nun weitere Ermittlungen an. Der Geschädigte konnte Details zu der Masche weitergegeben, somit auch zu den Namen und angeblichen Adressen, welche die Trickbetrüger nutzten. Mit Glücksspiel hatte dieser Fall am Ende dann rein gar nichts zu tun, denn es ist davon auszugehen, dass der vermeintliche Lottogewinn niemals existiert hat.

Rechtsstreit zwischen Ex-Glücksbote und Lotto ist beigelegt

Rechtsstreit zwischen Ex-Glücksbote und Lotto ist beigelegt

Als Glücksbote war Hans Joachim Schmitz jahrelang für Lotto Rheinland-Pfalz tätig. Hier war es seine Aufgabe, Lottospieler über Gewinne zu informieren und als Pressesprecher Informationen über Millionengewinne an die Medien herauszugeben. Hierbei war es besonders wichtig, die Namen und Wohnorte der Gewinner nicht zu nennen. Grund des Streits mit seinem früheren Arbeitgeber war die Geheimhaltungsformulierung. Nach dieser war es Pflicht, über Betriebs- und Geschäftsgeschehnisse Stillschweigen zu bewahren.

Grund für den Rechtsstreit:

  • Schmitz bezeichnete die alte Geheimhaltungsformulierung stets «als Knebelvertrag»
  • alte Geheimhaltungsformulierung wurde aufgehoben und durch eine neue ersetzt
  • in dem alten Schriftstück hieß es, dass Schmitz sich lebenslang verpflichtet, Lotto Rheinland-Pfalz unaufgefordert und unverzüglich allen neuen Kontakte zu Journalisten mitsamt deren Namen und Adressen mitzuteilen
  • Schmitz hoffte mit der Klage zu erreichen, dass die Vereinbarung der Lottogesellschaft für sittenwidrig und damit unwirksam erklärt wird

Prozess wurde verhindert

Durch den Gütetermin zwischen dem Ex-Glücksboten und Lotto Rheinland-Pfalz konnte ein Prozess verhindert werden. Beide Parteien konnten sich bei einem Termin beim Arbeitsgericht in Koblenz einigen. Durch die Einigung wurde die Vereinbarung der Lottogesellschaft dementsprechend nicht für unwirksam erklärt.

Neue Lotterie-Regulierung gewünscht

Neue Lotterie-Regulierung gewünscht

Im Zusammenhang mit der zweiten Fassung des Glücksspieländerungsstaatsvertrags steht das deutsche Lottomonopol enorm in der Kritik. Unabhängige Lotterievermittler bekommen so nicht die Chance, sich am Markt zu platzieren. Die Dienstleistungsfreiheit ist vor allem im Zusammenhang mit Lotto weiterhin nicht gegeben. Ein grundlegendes Problem hierbei: Lotterien werden in Deutschland zunehmend unbeliebter.

Die Beliebtheit von Lotterien in Zahlen:

  • Einbruch der Lotterieumsätze in Deutschland seit Einführung um 26%
  • Vergleichswert anderer europäischer Länder: Anstieg der Lotterieumsätze um 64%

Lotto in Deutschland zunehmend uninteressant

Hintergrund für die geringer werdenden Lottoumsätze wird von Seiten des Deutschen Lotterieverbands (DLV) durch die größer werdende Konkurrenz im Bereich des Online Glücksspiels gesehen, aber auch bei fehlenden Innovationen. Während unabhängige Lottoanbieter dem Trend folgen und moderne Online-Lotto-Angebote präsentieren, bleibt der staatliche Lottoanbieter in Deutschland ein wenig auf der Strecke. Hier müssten in Zukunft Innovationen geschaffen werden, mit der man die heute Glücksspielgeneration begeistern kann.

Wie die Lotterien wieder beliebter werden könnten:

  • Beendigung der Benachteiligung von Lotterievermittlern gegenüber den staatlichen Lotterieveranstaltern
  • Auflösung der Werbe- und Vertriebsbeschränkungen
  • Einführung von zeitgemäßen Werbe- und Vertriebsregelungen
  • Präsentation innovativer und neuer Produkte
  • umfassende neue Lotterie-Regulierung
  • Abstimmung der Angebote auf die Bedürfnisse der digitalen Gesellschaft

Auch vom DLV werden diese Dinge gefordert. Verbote sollten generell nicht unter dem Deckmantel des Spielerschutzes genutzt werden, um so eine langfristige Regulierung zu schaffen. Viele Stimmen machen deutlich, dass eine einheitliche Regulierung in Deutschland, die alle Glücksspielangebote mit einbezieht, für einen fairen Wettbewerb und auch für Sicherheit bei Betreibern und Kunden sorgen würde.

Ausnahmeregelungen und Verbote sollten langfristig abgeschafft werden. Gerade im Bereich des Online Glücksspiels wäre es sinnvoll, eine generelle Genehmigung zu ermöglichen, um so illegale Anbieter vom deutschen Glücksspielmarkt zu vertreiben und Kontrollen zu ermöglichen. In eben diesem Szenario könnte dann tatsächlich auch der Spielerschutz besser gesichert werden.

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