Asiens Glücksspielmarkt auf dem Vormarsch

Auf der ganzen Welt haben sich die Dinge in Bezug auf das Thema Glücksspiel weitestgehend verändert und auch jetzt finden in dieser schnelllebigen Zeit weiterhin Veränderungen statt.

Besonders erwähnenswert sind die Veränderungen in Asien, denn im Laufe der letzten Jahre hat das Interesse für Glücksspiel und die Beliebtheit von Glücksspiel auf dem Kontinent stetig zugenommen. Asien erreicht damit eine wichtige Stellung im Bereich der Glücksspielmächte und könnte sich in der Zukunft zum Vorreiter entwickeln.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. In Singapur allein sind die Einnahmen im Bereich der Casinos im letzten Jahr um 50 Prozent angestiegen und auch in diesem Jahr wird bereits ein Wachstum in Höhe von 40 Prozent erwartet. Die Casinos in Singapur sind sehr modern und locken nicht nur Spieler aus der Region in ihre Hallen. Neben den einheimischen Glücksspielern reisen zunehmend auch Spieler aus Südostasien in Singapur an, um ihrem vergnügen in den Casinos vor Ort nachzugehen.

Als Maßnahme zum Schutz vor der Spielsucht wurde in Singapur eingeführt, dass die einheimischen Spieler Eintritt für die Casinos zahlen müssen. Dies soll potentiell suchtgefährdete Spieler vom Spielen abhalten. Spieler aus anderen Regionen sind von dieser Regelung nicht betroffen und erhalten kostenlosen Eintritt in die Casinos. Die Maßnahme wurde auf Anweisung der Regierung im Land eingeführt. Lange Zeit war die Regierung des Landes nicht bereit, die Legalisierung von Glücksspiel im eigenen Land zuzulassen.

Nachdem die Regierung sich dann letztlich doch für die Legalisierung entschieden hatte, wurde schnell klar, dass diese Entscheidung dem Land zu Gute kommt. In Singapur fing man mit der Legalisierung an und richtete sich nach dem Vorbild der Insel Macau, auf der das Glücksspiel ein florierendes Geschäft ist. Heute ist der Verdienst der Glücksspielbranche auf der Insel fast doppelt so hoch wie in Las Vegas.

Im Staat Nevada hat die Branche besonders unter der vorherrschenden Finanzkrise gelitten. Es mussten Einbrüche im Bereich des Einkommens verbucht werden, während die Geschäfte auf der Insel Macau weiterhin erfolgreich verliefen und von der Wirtschaftskriese offensichtlich kaum beeinflusst wurden. Auch wenn die Einnahmen vor Ort etwas zurückgingen, so konnte die Insel weiterhin Gewinne verbuchen.

Auch in Japan planen die Verantwortlichen Glücksspiel legal zu machen. Die Vorbereitungen werden bereits getroffen. Das Glücksspiel im Land wird dazu genutzt, die Einkünfte zu Gunsten der Länder zu nutzen. Gerade in Japan beschäftigt man sich vorrangig mit dem Wiederaufbau, der nach der Tragödie rund um den Tsunami besonders wichtig im Land geworden ist.

Die Prognosen für Asien im Bereich des Glücksspiels sind alle ausschließlich positiv. Wenn sich die einzelnen Länder des Kontinents weiterhin so vorteilhaft entwickeln, dann könnte dieser noch in den folgenden Jahren fast der Hälfte der Anteile am weltweiten Glücksspiel für sich beanspruchen.

Macao soll Glücksspiel-Eldorado Las Vegas überholen

Wenn man der Ansicht ist, dass Vegas bei den Eldorados für Spieler ganz weit vorne liegt, der hat möglicherweise noch recht, wobei der Schwerpunkt auf dem kleinen Wörtchen "noch" liegt.

Grund: Das asiatische Macao ist gerade dabei, der Stadt der Sünde den ersten Platz abzunehmen. Vor fünf Jahren hat Herr Wynn, eine Größe in der Casinobranche, sein Hotel in der Stadt aufgemacht. Er tummelte sich in eleganten Einkaufspassagen der Unterkunft, hier sollte einmal die Prominenz gastieren.

Die hohen Absätze seiner Begleiterin konnte er nicht mehr hören und so entfernte er den kostspieligen Boden und legte ihn stattdessen mit Teppich aus. Jeder, der bei der Errichtung und bei der Organisation mitwirkte, war recht unruhig, doch als das Eröffnungsdatum gekommen war, war man mit Allem fertig.

Der Erfolg ließ den Hotelbesitzer gut dastehen, denn die asiatische Stadt ist eine kleine Sonderverwaltungszone von China, welche rund eine halbe Million Bürger hat, lediglich an diesem Ort ist das Glücksspiel gestattet. Nicht einmal 10 Jahre sind vorüber und die Stadt kann die höchsten Wachstumsraten des gesamten Glücksspielsektors verbuchen.

2011 erzielten die über dreißig Spielgelegenheiten einen Gewinn von stolzen 30 Milliarden Dollar, was 44 Prozent mehr sind als im vorangegangenen Jahr. So hat die Zone beinahe die Ertragszahlen des Marktes in den USA erzielt, hierbei ausgeschlossen sind die Spielstätten in den Reservaten der Vereinigten Staaten.

In Vegas, Atlantic City und den anderen Spieler-Eldorados des Landes nahm man im letzen Jahr 35 Milliarden Dollar ein. Wenn die Prophezeiung des Brokers "CLSA" wirklich eintritt, dann wird die asiatische Zone den Glücksspielmarkt in den USA schon in vier Jahren überholen.

Macau überholt Las Vegas in Sachen Glücksspiel

Die World Series of Poker ist zwar das Thema Nummer Eins im Moment, aber Glücksspiel im großen Stil ist in Asien beheimatet.

Vor Kurzem wurde ein neues Casino im chinesischen Macao aufgemacht, das Galaxy-Resort. Dies ist ein Casino Hotel im ganz großen Maßstab und verschlang mehr als eine Milliarde Euro.

Es verfügt über mehr als 2.000 luxuriöse Zimmer und 50 Restaurants. Es ist eine Spielstätte mit fünf Sternen und bringt zudem noch einen riesigen Pool auf dem Dach, einen Strand mit Sand von den Philippinen und über 400 Tische, die den Anhängern von Poker und Glücksspiel den Aufenthalt versüßen, mit.

Man möchte noch ein Kino errichten, das dreidimensionale Filme zeigt und ein paar Clubs eröffnen. Diese Größen waren bislang nur im amerikanischen Las Vegas heimisch, aber hier ist die Lage alles andere als rosig.

Vor Kurzem musste das Sahara Hotel und Casino, das über 1.700 Zimmer vorweisen kann, seine Pforten nach fast 60 Jahren Betrieb dichtmachen. Mittlerweile finden sich in der asiatischen Stadt 34 Glücksspielzentren, aber wie lange die Gäste noch herkommen, steht noch offen.

Aber den Geschäftszahlen nach zu urteilen geht der Aufschwung der Casinos in der chinesischen Metropole noch lange weiter. Das MGM China veräußerte seine Anteilsscheine für die Börse am oberen Limit der festgesetzten Preise. Das Unternehmen machte einen Gewinn von anderthalb Milliarden Dollar, was ungefähr einer Milliarde Euro entspricht.

Es gehört zu den sechs Anbietern im Glücksspielbereich, denen das erfolgreiche Geschäft in der chinesischen Stadt eine Menge Geld an der Börse beschert. Aus wirtschaftlicher Perspektive spielt Las Vegas schon lange keine führende Rolle mehr, was das globale Glücksspiel angeht.

Macao, das einst eine Dependance Portugals war, verfügt bereits über den größten Markt im Bereich Glücksspiel weltweit. Im ersten Quartal dieses Jahres machten die dortigen Casinos einen Gewinn von 10 Milliarden Dollar.

Dies ist die Summe, die Vegas im ganzen letzten Jahr an Gewinn einfuhr.

Exotisches Reiseziel Macau

Wenn man sich bei dem momentan nicht gerade einladenden Wetter schon seinen nächsten Urlaub ausmalt und parallel dazu noch Kultur und Glücksspiel verknüpfen möchte, dann könnte Macau das Richtige sein.

Die Metropole in Asien stellt eine der aufregendsten und pulsierenden Städte dar und dies hängt auch an den vielen neuen Casinos, die dort vor kurzem ins Leben gerufen wurden. Über 23 Millionen Gäste jährlich kommen in die Stadt, dies ist ein weiterer Grund für viele Betreiber von Hotels und Casinos, sich hier niederzulassen.

Sie zeichnet sich durch die Mischung von portugiesischem Einfluss und chinesischer Kultur und Tradition aus. Die Stadt war etwa 500 Jahre lang ein Handelsposten für die Portugiesen und die pompösen Barockgebäude und beeindruckende Festungsanlagen erzählen ihre eigene Geschichte.

Dazwischen tummeln sich Hightech-Architektur, Casino-Anlagen mit Konstruktionen aus Glas und Stahl, belebte Geschäftsviertel und Tempel. Hier entzündet man die Räucherstäbchen um die Götter zu grüßen. Die Stadt ist für seine Besucher besonders verlockend und nicht nur wegen seinen Casinos.

Diese sind mehr als nur ein Ort für Glücksritter, sondern ein Schmelztiegel der Kulturen. Ob der Casino Aufschwung in dieser Stadt weiter anhält steht noch nicht fest. Vor kurzem machte sich der Regierungschef von China dafür stark, die Summe der neu geöffneten Casinos, Tische und Automaten zu kontrollieren.

Zudem will man die Anbieter mittels Buchprüfungen strikter kontrollieren. Mit diesen Kontrollen soll der Aufschwung der Stadt gefestigt werden. Macau ist die einzige Stadt in China, die das Glücksspiel gestattet und mauserte sich in der Zwischenzeit zu einer echten Festung für das große Geld.

Die Wirtschaft der Stadt hängt zum großen Teil von den Casinos ab, die Kontrolle soll helfen, dass auch andere Industrien die Möglichkeit haben, sich hier niederzulassen und sich zu entwickeln.

Landaufschüttungen im Meer, die zur Landgewinnung dienen, haben auch die Aufgabe, nicht mehr für die Errichtung von Casinos verwendet zu werden. Hier will man andere Industriegebäude und Wohnplätze für die Stadt errichten.

Doch der Boom des Glücksspiels wird darunter sicher nicht leiden, sie hat schon lange das echte Las Vegas überholt, sie ist kurz gesagt ein Paradies für Spieljunkies. Doch Macau bietet infolge seiner Vergangenheit und der chinesischen Kultur eine kulturelles Umfeld, die einzigartig auf der Welt ist.

El Dorado in Südostasien

Neben Singapur wollen auch die Philippinen, Kambodscha, Laos und Vietnam ihr Stück vom Kuchen der gewinnträchtigen Wirtschaft des Glücksspiels abhaben. Man peilt in erste Linie Touristen aus dem asiatischen Raum an.

Die Glücksspielsaufsicht hat ehrgeizige Pläne, denn man will die Casino Metropolen Macau und Singapur einholen, so der Chef der Glücksspielaufsicht. Musterprojekt dieser Behörde, die selbst 12 Casinos betreibt, ist die "Unterhaltungsstadt" in der Hauptstadt Manila. Bis in vier Jahren sollen dort 4 Milliarden Dollar investiert werden.

Als Investoren finden sich der philippinische Immobilientycoon Razon, der Hersteller von Pachinkomaschinen Aruze aus Japan sowie die malaysische Genting Group, die auch in Europa Casinos unterhält. Während sich die Baumaßnahmen auf den Philippinen aufgrund mangelnder Rechtssicherheit verzögern, laufen bei einem Konsortium um den Hedge-Fund Harbinger Capital Partners in Vietnam wie am Schnürchen.

Der Spatenstich für das MGM Grand Ho Tram in der Nähe von Ho-Chi-Minh Stadt hat bereits stattgefunden. "Integriertes Ressort" heißt das Zauberwort in Südostasien, also eine Kombination aus Glücksspiel, Einkaufstourismus und Veranstaltungszentrum. Das kommunistische Laos und das Königreich Kambodscha sind diesem Beispiel gefolgt. Alle wollen Touristen aus dem asiatischen Raum herlocken, besonders aus China und Thailand, denn in beiden Ländern ist das Glücksspiel untersagt.

In diesem Jahr hat Singapur Großes vor. Im Juni öffnete die amerikanische Gruppe Las Vegas Sands die Pforten einer 580.000 m2 großen Casinolandschaft, die einem Raumschiff ähnelt. Sie ist höher als die Skyline von Singapur und es wird erwartet, dass die Land- und Baukosten von 5,5 Milliarden Dollar in fünf Jahren wieder in der Kasse sind. Die Gruppe geht davon aus, dass Singapur in Zukunft mehr Gewinn machen wird, als in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau.

Seit Februar wird jenseits des Singapurer Hafens im Ressort World Sentosa gespielt. Dies ist eine glamouröse Welt, in die die Genting-Gruppe etwa 4,7 Millionen Euro investiert hat. Singapur hätte wie die meisten Länder auch, zusätzliche Einnahmen, die aus dem Glücksspiel kommen. Entweder indirekt über eine Ankurblung des Tourismus oder direkt mittels der Abgaben der Casino Betreiber.

Der Spielleidenschaft der Bürger wird in dem Stadtstaat aber mit einer wirtschaftlichen Zutrittsschranke ein Dämpfer verpasst. Einheimische zahlen 100 Singapurdollar. Auf die Ausländer wartet zwar eine genaue Passkontrolle, doch ihr Geld verzocken sie meist erst an den Spieltischen. Bis jetzt scheint der Plan gut zu funktionieren.

Zwischen April und Juni dieses Jahres nahm der Betreiber des ersten Großcasinos in Singapur, die malaiische Genting Group eine Summe von knapp 514 Millionen Sinagpurdollar ein und übertraf die Prophezeiungen der Analytiker um mehr als das Zweifache. Die Zukunft dieser Industrie liegt zweifelsohne in Asien.

Das zeigen Zahlen des Consulting-Unternehmens GBGC. In Macau kletterte der Gewinn der Casinobranche im letzten Jahr um 10 Prozent, in Nordamerika schrumpften die Gewinne um 7 Prozent, in Europa waren es sogar 12 Prozent.